Interview, Lothar Grimm / SFS unimarket AG Gute Aussichten für den Werkplatz Schweiz

Redakteur: Matthias Böhm

Die SFS unimarket AG (Werkzeuge) gehört zu einem der grossen Werkzeughändler der Schweiz. Doch neben dem reinen Handel steht immer mehr die Technologie und der konkrete Anwendungsfall des Kunden im Vordergrund, wie Lothar Grimm, Leiter Werkzeuge, im Interview betont. Für den Werkplatz Schweiz sieht er gute Chancen, wenn die Technologien perfekt vernetzt und ausgereizt werden.

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«Ich bin überzeugt, die Schweiz wird sich auch zukünftig behaupten.»Lothar Grimm, Leiter, SFS unimarket AG, Werkzeuge
«Ich bin überzeugt, die Schweiz wird sich auch zukünftig behaupten.»Lothar Grimm, Leiter, SFS unimarket AG, Werkzeuge
(Bild: SFS)

SMM: Herr Grimm, wie sehen Sie als Werkzeughändler mit einer besonderen Stärke im Internet und Katalogverkauf die aktuelle wirtschaftliche Lage in der Schweiz und für Sie wichtigen Ausland?

Lothar Grimm: Es scheint, als würden die Wirren in verschiedenen Ländern auch Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft haben. Grundsätzlich sind aber die Rahmenbedingungen in der Schweiz sehr gut. Ein Wermutstropfen ist die Entwicklung bei der Ausländerpolitik – sind wir doch als Wirtschaftsstandort angewiesen auf genügend qualifiziertes Personal. Alles in allem rechnen wir mit einer leichten Abkühlung.

Werkzeughersteller sagen, dass die technologische Beratung zunehmend wichtiger im Werkzeugverkauf ist. Wie entwickelt sich das Beratungsgeschäft bei Ihnen?

L. Grimm: Wir können diesen Trend täglich erfahren und dies schon seit Jahren. Unsere Kunden müssen technologisch immer auf dem neusten Stand bleiben, damit sie eine Chance auf dem globalisierten Markt haben. Es geht darum, Stückkosten und Prozesskosten ständig zu optimieren. Dafür bieten wir unseren Kunden einen umfassenden Beratungsservice an: Wir haben ein enges Netz an Gebietsverkaufsleitern (GVL), welche dem Kunden im gewünschten Rhythmus Neuprodukte und Innovationen im Servicebereich vorstellen. Bei vielen Projekten und Anwendungsproblemen können wir unsere Spezialisten lancieren, welche mit dem Kunden Lösungen suchen und umsetzen.

Wie bilden Sie Ihre Berater weiter?

L. Grimm: Allein für das Thema Zerspanung haben wir sechs Anwendungstechniker (AT), welche an eigenen AT-Zirkeln ihr Wissen ständig erhöhen und Know-how-Austausch betreiben. Sie stehen unserer Kundschaft z.B. für Tests an der Maschine zur Verfügung, aber auch für das Zusammenstellen der bestmöglichen Maschinenausrüstung. Für die Prozesskosten-Optimierung begleiten unsere eBusiness-Spezialisten die Kundschaft von der Konzeption, Bestellmodul-Auswahl bis zur Implementierung und Schulung. Daneben haben wir Spezialisten für Messtechnik, Fahrzeugeinrichtungstechnik und Betriebseinrichtungstechnik in unseren Reihen.

Das Spezialistennetz muss genügend gross sein, damit es unsere Kunden zeitnah unterstützen kann – schnelle Verfügbarkeit ist hier das Stichwort. Generell lässt sich sagen, dass unsere Berater mehr und mittlerweile schon ständig gefordert sind, unseren Kunden bei jedem Besuch Nutzen zu stiften. Ist dies nicht der Fall, wird der Kunde selber dafür sorgen, dass ihm dieser Berater die Zeit nicht mehr stiehlt.

Die Entwicklungen der Werkzeuge werden immer spezifischer. Wie können die Anwender heute noch den Überblick über die richtigen Werkzeuge behalten?

L. Grimm: Für einen kleinen KMU-Betrieb ist dies eine echte Herausforderung. Deshalb bieten wir diverse Kundenseminare an, bei welchen wir ein Thema ganzheitlich beleuchten. Dies machen wir nicht alleine, sondern arbeiten mit Maschinenherstellern, Anbietern von CAM-Systemen sowie Produktherstellern zusammen. Die letzten Beispiele sind Tieflochbohren, Trochoidales Fräsen TPC, High Speed Cutting HSC usw. SFS unimarket bietet aber auch individuelle Schulungen für Kunden an.

Solche Themen erklären wir unseren Kunden mit eigenen Broschüren, welche die Verfahren detailliert erklären, in Übersichtstabellen die unterschiedlichen Einsatzbereiche der Produkte aufzeigen und pro Dimension Einsatzrichtwerte aufführen.

Selbstverständlich gehört hier wieder die nutzenorientierte Beratung erwähnt, welche auch den Auftrag hat, dem Kunden einen Überblick über Neuentwicklungen und Trends zu geben.

Können Sie ein, zwei Produkte hervorheben, die man sich unbedingt an Ihrem Stand anschauen sollte?

L. Grimm: Lassen Sie sich überraschen – ein Besuch lohnt sich in jedem Falle.

Wie schätzen Sie die Zukunft des Werkplatzes Schweiz ein?

L. Grimm: Sehr gut – die Schweiz beweist immer wieder, wie schnell und gut sie auf Veränderungen reagieren kann. Der schwache Eurokurs hat den Schweizer Herstellern 25 Prozent Produktivität gekostet und trotzdem schaffen sie es, mit Innovation, Kreativität und höchster Qualität konkurrenzfähig zu bleiben. Daneben verfügen wir über ein hervorragendes duales Ausbildungssystem, Top-Universitäten und perfekte Rahmenbedingungen (z.B. die häufig vergessene Sicherheit in unserem Lande). Ich bin überzeugt, die Schweiz wird sich auch zukünftig behaupten. <<

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