Hermle auf der AMB 2026 Hermle erweitert Automationsportfolio

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Mit zwei vollautomatisierten Anlagen und einem Bearbeitungszentrum in Mill-Turn-Ausführung präsentiert sich Hermle auf der AMB 2026 in Stuttgart. Zu den zentralen Neuheiten auf dem Messestand (Halle 7, Stand C 31) zählt das Robotersystem «RS 1», das nun in der überarbeiteten «GEN2»-Ausführung gezeigt wird.

Robotersystem «RS 1 GEN2» mit zwei adaptierten 5-Achs-Bearbeitungszentren «C 32».(Bild:  Hermle)
Robotersystem «RS 1 GEN2» mit zwei adaptierten 5-Achs-Bearbeitungszentren «C 32».
(Bild: Hermle)

Mit der Überführung des Robotersystems «RS 1» in die «GEN2»-Plattform baut die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG ihr Automationsportfolio aus. Nach dem «RS 2» ist damit nun auch das kompakte «RS 1» technologisch auf den neuesten Stand gebracht worden. Das System richtet sich insbesondere an Anwender mit variantenreicher Fertigung und steigenden Anforderungen an mannlose Laufzeiten, Flexibilität und Prozesssicherheit.

Hohe Flexibilität auf minimaler Fläche

Mit dem «RS 1 GEN2» präsentiert Hermle eine kompakte und hochmodulare Automationslösung für anspruchsvolle Fertigungsumgebungen. Besonders hervorzuheben sind:

  • hohe Flexibilität bei wechselnden Bauteilen
  • skalierbare Maschinenanbindung
  • intelligentes Lager- und Steuerungskonzept
  • kompakte Bauweise bei voller Funktionalität

Damit adressiert das System gezielt Unternehmen, die ihre Fertigung wirtschaftlich automatisieren und gleichzeitig flexibel auf wechselnde Anforderungen reagieren müssen.

Weitere Informationen

Kombizelle für Paletten- und Werkstückautomation

Das «RS 1 GEN2» ist als integrierte Automationszelle für das Handling von Paletten, Werkstückträgern und Einzelteilen ausgelegt. Im Fokus steht die flexible Nutzung in unterschiedlichen Fertigungsszenarien – von Einzelteilfertigung bis hin zu Klein- und Mittelserien. Kennzeichnend ist dabei die Kombination aus automatisiertem Palettenhandling, integriertem Teilehandling und hauptzeitparallelem Rüsten. Durch automatische Greifer- und Spannmittelwechsel sowie die Möglichkeit, verschiedene Bearbeitungsstrategien parallel umzusetzen, wird eine hohe Anlagenverfügbarkeit erreicht.

Skalierbare Systemarchitektur

Ein zentrales Merkmal des «RS 1 GEN2» ist die modulare und skalierbare Architektur. Das System kann mit einer oder zwei Maschinen betrieben werden und nachträglich von Einzel- auf Doppelmaschinenbetrieb erweitert werden. Darüber hinaus lässt es sich flexibel um zusätzliche Peripherie wie Regalmodule, Messmaschinen, Waschanlagen oder FTS-Systeme ergänzen. Die Anbindung ist an unterschiedliche Hermle-Bearbeitungszentren möglich, wodurch sich flexible Zellkonfigurationen realisieren lassen.

Kompakte Bauweise bei hoher Zugänglichkeit

Mit einer Grundfläche von ca. 12 m² (4,25 x 3,00 m) zählt das «RS 1 GEN2» laut Hersteller zu den kompaktesten Lösungen seiner Klasse. Trotz der geringen Stellfläche bleibt der Zugang zu den Maschinenarbeitsräumen vollständig erhalten – sowohl im Ein- als auch im Zweimaschinenbetrieb.

Die nahezu vollverglaste Umhausung verbessert die Prozesseinsicht und unterstützt gleichzeitig das Sicherheitskonzept bei manuellen Eingriffen.

Zentrales Handlingsystem mit hoher Traglast

Den Kern der Anlage bildet ein zentral angeordneter 6-Achs-Roboter mit einer maximalen Traglast von 60 kg. Durch die Positionierung auf der Systemplattform erreicht er alle relevanten Stationen: die bis zu zwei Maschinenarbeitsräume ebenso wie Regalmodule, Rüstplätze und Übergabestationen. Dies ermöglicht kurze Wege, hohe Dynamik und stabile Taktzeiten.

Intelligentes Regalsystem mit dynamischer Belegung

Das Regalsystem basiert auf einer softwaregestützten, adaptiven Ablagestrategie. Werkstücke und Paletten werden ohne feste Zuordnung («chaotisches Lager») automatisch und platzoptimiert einsortiert. Die Vorteile liegen in der maximalen Nutzung des verfügbaren Speicherraums, in reduziertem Rüstaufwand sowie dem Wegfall einer manuellen Regalkonfiguration. Die Anzahl der verfügbaren Regalmodule passt sich an die jeweilige Anlagenkonfiguration an.

Integrierte Messtechnik für prozesssichere Beladung

Das Rüstplatzsystem ist mit einer Laserüberwachung ausgestattet, die Werkstückhöhen und -breiten vor der Einlagerung prüft. Dadurch wird sichergestellt, dass nur validierte Bauteile in den automatisierten Materialfluss gelangen.

Gleichzeitig erkennt die Steuerung freie Platzkapazitäten und optimiert bei jedem aktiven Transport, ob es nicht einen besseren Ablageplatz gibt.

Greifer- und Spannsysteme

Für die Anpassung an unterschiedliche Bauteilgeometrien und Fertigungsstrategien steht ein umfangreiches Portfolio zur Verfügung. Dieses reicht von Elektrogreifern (ELRG) sowie Standard- und Hybridgreifern über Einzel- und Doppelgreifer bis hin zu NSR-Greifern für Paletten bis 60 kg. Auch automatische Spannbackenwechsel für Schraubstöcke sind möglich. Damit lassen sich sowohl Paletten- als auch Einzelteilprozesse innerhalb einer Zelle kombinieren – auch parallel auf getrennten Maschinen.

Adaptive Steuerungssoftware

Die Steuerung übernimmt die vollständige Koordination der Prozesse, einschliesslich Auftragsmanagement, Materialflusssteuerung, Zustandsüberwachung und dynamischer Priorisierung. Bei Störungen, beispielsweise durch Werkzeugbruch, wendet das System automatische Ausweichstrategien an und setzt alternative Bearbeitungsaufträge fort. Eine integrierte Vorschau unterstützt den Bediener bei der Planung über mehrere Tage hinweg.

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Mehr aus der «High-Performance»-Baureihe

Auf der AMB in Stuttgart wird das Robotersystem «RS 1 GEN2» am 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 32 GEN2» aus der «High-Performance»-Baureihe präsentiert – flankiert von zwei weiteren Exponaten aus derselben Baureihe:

Auf der AMB in Stuttgart wird am 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 12 GEN2» ein Schaukelpferd aus Aluminium bearbeitet.(Bild:  Hermle)
Auf der AMB in Stuttgart wird am 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 12 GEN2» ein Schaukelpferd aus Aluminium bearbeitet.
(Bild: Hermle)

  • Das 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 12 GEN2» mit «RS 05-2»: Das Robotersystem «RS 05-2» handhabt Werkstücke bis 10 kg bei gleichzeitig hoher und individueller Teilebevorratung in unterschiedlichen Speichermodulen.
  • Das 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 22 MT GEN2» in Mill-Turn-Ausführung. Erstmals ausgestattet mit der «Siemens Sinumerik One»-Steuerung, wird auf der «C 22 MT» ein Technologiebauteil aus der Luft- und Raumfahrtbranche bearbeitet, in welches unterschiedlichste Zerspanungstechnologien integriert wurden.

Am Sonderstand «Technologieentwicklung» werden zudem Hard- und Softwarekomponenten, Digitalisierungsprojekte, Fräs-/Bearbeitungszyklen sowie das Schulungsangebot von Hermle vorgestellt.

Hermle wächst in den ersten fünf Monaten 2026

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG hat sich in den ersten fünf Monaten 2026 gut entwickelt. Der Auftragseingang des schwäbischen Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialisten erhöhte sich im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum konzernweit um 22,6 Prozent auf 236,9 Mio. Euro (Vj. 193,3 Mio. Euro). Wie der Vorstand auf der Hauptversammlung Anfang Juli berichtete, verzeichnete Hermle neben der wachsenden Nachfrage aus der Chipindustrie, der Luft- und Raumfahrt und dem Verteidigungsbereich ein anhaltend starkes US-Geschäft und erhielt grössere Einzelprojekte. Die neuen Auslandsbestellungen stiegen von Anfang Januar bis Ende Mai um 25,4 Prozent auf 176,1 Mio. Euro (Vj. 140,4 Mio. Euro). Im Inland gab es ein Plus von 14,9 Prozent auf 60,8 Mio. Euro (Vj. 52,9 Mio. Euro). Der Auftragsbestand lag am 31. Mai 2026 konzernweit bei 133,2 Mio. Euro nach 113,4 Mio. Euro am Vorjahresstichtag und 90,6 Mio. Euro am Jahresende 2025.

Der Konzernumsatz nahm in den ersten fünf Monaten 2026 um 8,9 Prozent auf 194,4 Mio. Euro zu (Vj. 178,6 Mio. Euro). Dabei vergrösserte sich der Inlandsumsatz um 19,0 Prozent auf 56,5 Mio. Euro (Vj. 47,5 Mio. Euro) und das Auslandsvolumen um 5,2 Prozent auf 137,9 Mio. Euro (Vj. 131,1 Mio. Euro). Der Mehrumsatz und die dadurch verbesserte Kapazitätsauslastung hätten ergebnisbelastende Faktoren wie höhere Personalkosten und Abschreibungen überkompensiert, sodass sich das Betriebsergebnis ebenfalls verbessert habe.

Auf Basis des bislang guten Geschäftsverlaufs könne Hermle die Kurzarbeit im dritten Quartal 2026 aussetzen. Wegen der weltpolitischen und konjunkturellen Situation und der daraus resultierenden extremen Unsicherheit halte das Unternehmen trotzdem an der bestehenden Prognose für das Gesamtjahr fest. Durch den guten Jahresstart sei aus heutiger Sicht eher das obere Ende der Prognosespanne erreichbar. Es verblieben aber grosse externe Risikofaktoren.

Per Ende Mai 2026 beschäftigte Hermle konzernweit 1638 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vj. 1605, 31.12.2025: 1639).

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