Anbieter zum Thema
Kann man es besser machen?
Dr. K. Wegener: Ich halte die Kontinuität für entscheidend. Innovation der Produktionsprozesse sollte man wie Fitness betreiben. Wenn Sie mit 50 Jahren sagen, so jetzt habe ich mich 50 Jahre ausgeruht, jetzt muss ich anfangen, Sport zu treiben, dann gibt das nichts als einen kräftigen Muskelkater. Innovation heisst, ich muss kontinuierlich dran arbeiten. Und Innovation in der unternehmerischen Leistungserbringung baut aufeinander auf. Das ist so banal, dass es immer wieder in Vergessenheit gerät. Wollten Sie heute entscheiden, sie wollen auf Papier in der Fertigung verzichten, mussten Sie vor 20 Jahren entschieden haben, CAD einzuführen, und vor 10 Jahren mussten Sie auf 3D-Modelling umgestiegen sein usw. Sie können nicht aus dem Stand 100 m hoch springen. Wenn Unternehmen ihre Produktion heute aufgeben müssen, liegen deren Fehler oft Dekaden zurück. Wenn man «kontinuierliche Innovation der Produktion» beherzigt, ist man sicher einen guten Schritt weiter.
Spielt das Thema in der Schweiz eine besondere Rolle, wenn ja, warum?
Dr. K. Wegener: Ja klar, Hochlohnland heisst, ich stehe vor einer enormen Wettbewerbsherausforderung. Es ist immer leichter, mit günstigen Randbedingungen gute Resultate zu erzeugen. Die Schweizer Rahmenbedingungen sind bezogen auf die Kosten sehr anspruchsvoll. In der Schweiz wirtschaftlich zu fertigen, ist eine starke Leistung. Ich steh auf folgendem Standpunkt: Firmen, die sagen, die Produktion in der Schweiz lohnt sich nicht mehr und deshalb auslagern, die haben vor diesen Herausforderungen kapituliert. Die sagen sich, ich kann das Geld im Ausland einfacher verdienen. Das geht so lang gut, bis in diesen Ländern die Lohnkosten steigen. Mit Innovation hat das nichts zu tun.
(ID:42824045)
