Home Office

Home Office: Covid-19 bringt Versäumnisse an den Tag

| Redakteur: Susanne Reinshagen

Covid-19 bringt es an den Tag: Die Umstellung auf Home Office funktioniert nicht so einfach, u.a. wegen mangelhafter Infrastruktur.
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Covid-19 bringt es an den Tag: Die Umstellung auf Home Office funktioniert nicht so einfach, u.a. wegen mangelhafter Infrastruktur. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Home Office, flexible Arbeitszeiten und Smart Working sollen durch die Covid-19 Krise helfen. Doch wie sieht die Realität aus? Eine aktuelle Oliver Wymann-Befragung zeigt, dass über die Hälfte der Befragten ihre Arbeit nicht oder nur teilweise von zu Hause aus erledigen können.

Seit Jahren wird die Flexibilisierung der Arbeitswelt diskutiert. Mit der Ausbreitung von Covid-19 bekommt die Diskussion neuen Schub. Weltweit ermutigen Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von zuhause zu arbeiten - auch in der Schweiz. Sind Berufstätige in der Schweiz auf das Arbeiten von zu Hause vorbereitet?

Mangelhafte Infrastruktur

Eine repräsentative Befragung der internationalen Strategieberatung Oliver Wyman unter 1000 Erwerbstätigen zeigt, dass 60 Prozent der Befragten ihre Arbeit nicht oder nur teilweise von zu Hause aus erledigen könnten. Und knapp die Hälfte der Befragten, die von zu Hause arbeiten könnten, findet die bestehende Infrastruktur verbesserungsfähig wenn nicht sogar unzureichend.

Hauptbarriere für Home Office ist die fehlende Infrastruktur.
Hauptbarriere für Home Office ist die fehlende Infrastruktur. (Bild: Oliver Wyman)

Die mangelnde Infrastruktur ist ein Versäumnis, finden doch die meisten Arbeiten, wofür Home Office eher in Frage kommt, am Computer statt", sagt Nordal Cavadini, Partner und Digitalexperte bei Oliver Wyman. Der Branchenvergleich zeigt demnach, dass in der Dienstleistungsbranche (85 Prozent), in der Informatik (76 Prozent) sowie in der Finanz- und Versicherungsbranche (51 Prozent) Arbeit von zu Hause in hohem Ausmass Einzug nehmen könnte. Schlusslicht in der möglichen Adoption von Home Office bilden Verkehr und Logistik (16 Prozent), Gastgewerbe (17 Prozent), Gesundheitswesen sowie Erziehung und Unterricht (je 30 Prozent). Unterschiede lassen sich auch im Einstellungsverhältnis feststellen: 66 Prozent der Selbständigen denken, dass Home Office für sie möglich wäre; bei Vollzeitangestellten sind es 41 Prozent und bei Teilzeitangestellten lediglich 25 Prozent.

Home Office: Die neue Realität in Zeiten von COVID-19

Durch die aktuelle Lage in Zusammenhang mit der Verbreitung von Covid-19 wird die Diskussion um das Thema Home Office beschleunigt. "Zugriff auf Daten von zuhause, Videokonferenzen und das Vorhandensein von Laptops gewinnen stark an Bedeutung, um sicherzustellen, dass das Geschäft nicht zum Erliegen kommt", sagt Cavadini. 41 Prozent der Befragten erleben auf Grund von Covid-19 bereits Veränderungen wenn es um Home Office-Angebote seitens ihrer Arbeitgeber geht. Davon wurden knapp ein Drittel von den Unternehmen bereits explizit ermuntert oder gar aufgefordert, davon Gebrauch zu machen. Perspektivisch gesehen, erwarten jedoch mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten, dass diese Veränderungen nicht langfristig greifen werden und sich der vorherige Zustand in absehbarer Zeit wieder einpendeln wird.

Für Kolja Dutkowski, Principal bei Oliver Wyman, ein überraschendes Ergebnis: "Die Schweizer stehen technologischen Innovationen sehr positiv gegenüber und sehen darin eine Erleichterung der eigenen Arbeit". Das zeigt die Studie zur digitalen DNA der Schweiz, die Oliver Wyman jährlich unter 2000 Schweizern erhebt. Unsere aktuelle Umfrage zeigt, dass 79 Prozent der Erwerbstätigen durch Internet und Technologie eine Erleichterung der eigenen Arbeit empfindet und 65 Prozent die Schaffung von neuen Jobs in der eigenen Branche erwartet. "Hiesige Arbeitgeber sollten die Affinität zu digitalen Themen der Schweizer nutzen und verstärkt Home Office-Lösungen und moderne Arbeitskonzepte anbieten, da sie helfen können, auch in schwierigen Zeiten wirtschaftliche und gesellschaftliche Konsequenzen möglichst gering zu halten", so das Fazit von Cavadini.

ÜBER DIE BEFRAGUNG

Für die Befragung wurden 1'00 Erwerbstätige in der Deutschschweiz und französischsprachigen Schweiz in der zweiten Märzwoche 2020 hinsichtlich ihrer Einschätzung aktueller und künftiger Home Office-Angebote ihres Arbeitgebers befragt. <<

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