Energieeffizienz In Maschinen «schlummern» enorme Energiereserven

Redakteur: Matthias Vogel

Der Verbrauch einer Werkzeugmaschine lässt sich signifikant senken. Das zeigt die Optimierung einer Werkzeugmaschine der Emag Salach Maschinenfabrik GmbH, deren Verbrauch im Vergleich zum Vorgängermodell von 150 000 kWh pro Jahr um mehr als 30 Prozent (minus 49 100 kWh) abnahm. Ein wichtiger Punkt war die Standby-Funktion.

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Elektromechanik spart Watt: Der Wechsel bei einer Verzahnungsmaschine von Hydraulik zur elektrome-chanischen Antriebsachse senkt den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent.
Elektromechanik spart Watt: Der Wechsel bei einer Verzahnungsmaschine von Hydraulik zur elektrome-chanischen Antriebsachse senkt den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent.
(Bild: Profiroll Technologies GmbH, Bad Düben)

In Werkzeugmaschinen schlummern enorme Energiereserven. Das zeigt die Optimierung einer Werkzeugmaschine der Emag Salach Maschinenfabrik GmbH, deren Verbrauch im Vergleich zum Vorgängermodell von 150 000 kWh pro Jahr um mehr als 30 Prozent (minus 49 100 kWh) abnahm. Ein wichtiger Punkt war die Standby-Funktion. «Wir können leider nicht alles an einer Maschine abschalten, wenn wir es nicht brauchen», sagt Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Rummel, Leiter Steuerungstechnik. «Es geht nämlich darum, die Maschine thermostabil zu halten und zu steuern.»

Emag setzt daher auf intelligentes Standby, dank dem der Energieverbrauch pro Jahr um maximal 10 000 kWh (-6 Prozent) sinkt. Mehrkosten: maximal 50 Euro. Um fast ein Zehntel nahm der Verbrauch (-14 400 kWh, -9,6 Prozent) dank der Verbesserung der Kühlaggregate (Umstieg von Zwei- auf Einkreis-System) ab. Rummel: «Wir regeln ausserdem die Kühlung in Abhängigkeit vom tatsächlichen Bedarf.»

Verbessern einer optimierten Maschine

Auch der Verbrauch einer bereits optimierten Maschine lässt sich noch weiter senken. Rummel geht von einem Einsparpotenzial von weiteren 8,5 Prozent (12 900 kWh) aus. Die Massnahmen: Einsatz von verlustarmen Getriebemotoren, frequenzgeregelten Hilfsantrieben, getakteten Abblasventilen und IE2/3-Motoren. Rummel: «Die Bereitschaft unserer Kunden für eine bessere energieeffiziente Werkzeugmaschine auch mehr zu bezahlen, wird immer grösser. Jedoch wird diese Bereitschaft für einen höheren Preis nur beim detaillierten Nachweis auf verbesserte Life-Cycle-Costs über zehn Jahre anerkannt.»

Doch Emag will das Thema Energiesparen noch strategischer angehen und beteiligt sich daher an dem Forschungsprojekt e-SimPro (Simulation und Optimierung des Energiebedarfs spanender Werkzeugmaschinen). «Das Ziel ist ein Simulationstool, mit dem wir den Kunden den Energieverbrauch unserer Maschinen transparent darstellen können», sagt der Fachmann.

Im Projekt nimmt Emag das Nutzungsprofil von Drehmaschinen unter die Lupe. Ein Ergebnis: 20 kW verbraucht eine Maschine bei einer kompletten Bearbeitung, aber immer noch erstaunliche 13 kW im Stand-by-Betrieb. Das Ergebnis deckt sich mit anderen Untersuchungen. «Nur 2300 Watt, also etwas mehr als ein Zehntel, gehen dagegen als Schnittkräfte in die Bearbeitung», berichtet der Ingenieur.

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