UV-Strahler

Intensives UV-Licht zerstört Bakterien auf Packstoffen

| Redakteur: Luca Meister

«Premium»-UV-Lampe (12 000 Betriebsstunden), Edelstahlgehäuse (IP67) und Quarzglasscheibe mit Bruchdetektor sorgen für effiziente Entkeimung.
Bildergalerie: 2 Bilder
«Premium»-UV-Lampe (12 000 Betriebsstunden), Edelstahlgehäuse (IP67) und Quarzglasscheibe mit Bruchdetektor sorgen für effiziente Entkeimung. (Bild: Wisag)

>> Damit ein Joghurt möglichst lange geniessbar bleibt, müssen neben der Qualität des Joghurts bereits beim Abfüllprozess hohe hygienische Bedingungen erfüllt werden. Gerade für mikrobiologisch anspruchsvolle Füllgüter wie Lebensmittel sind keimarme Packstoffe eine Grundvoraussetzung und damit unerlässlich. Mit Hilfe vielfältiger Methoden können deren Oberflächen behandelt werden. Die Bestrahlung mit UV-Licht ist, im Vergleich zu chemischen und thermischen Verfahren, eine zuverlässigere und wirtschaftlichere Methode.

mei. Generell handelt es sich bei der Entkeimung mit ultraviolettem Licht um eine Desinfektion (keine Sterilisation) von Packstoffen. Ultraviolettes Licht, im Wellenlängenbereich von 254 Nanometer, ist energiereicher als das UV-Licht der Sonne. Dieses besonders kurzwellige UV-Licht zerstört die DNS von Mikroorganismen: Viren werden binnen Sekunden inaktiviert und Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Pilze ohne Zugabe von Chemikalien auf umwelt- und gesundheitsfreundliche Weise abgetötet.

Für eine ganze Reihe von Mikroorganismen ist die tödliche (fachsprachlich: «letale») Dosis an UV-Strahlung bekannt, nach der die Zelle ihren Stoffwechsel nicht mehr aufrecht erhalten und sich auch nicht mehr vermehren kann. Aufgrund der Zellwandstrukturen ist die letale Dosis für die verschiedenen Erreger unterschiedlich hoch. Bakterien wie Salmonellen und Coli-Bakterien haben eine vergleichsweise dünne Zellwand. Sie sind deshalb äusserst UV-empfindlich, können das UV-Licht kaum abschirmen und werden sehr schnell inaktiviert. Schimmelpilzsporen schützen sich dagegen vor der UV-Strahlung mit einer dickeren Zellwand, die auch pigmentiert sein kann. Für ihre Abtötung ist eine um zehn- bis hundertfach höhere UV-Dosis, im Vergleich zu den Bakterien, erforderlich.

Wirkungsvolle UV-Entkeimung

Die notwendige letale UV-Dosis ist ein entscheidender Parameter bei der Auslegung und Auswahl der geeigneten UV-Lichtquelle. Geschwindigkeit der Maschine, Geometrie und Form des Packstoffes (z.B. Becher oder Siegelfolie) sind weitere Kriterien für die Auslegung einer wirkungsvollen UV-Entkeimung. Die erforderliche UV-Dosis errechnet sich aus der Bestrahlungsstärke (Intensität) der Lampe multipliziert mit der Bestrahlungsdauer. Die Intensität der UV-Bestrahlung ist wiederum vom Abstand zwischen UV-Modul und Packstoff abhängig. Darüber hinaus nimmt die UV-Intensität der Lampe mit zunehmender Anzahl der Betriebsstunden ab. Am Ende der Lampenlebensdauer muss noch eine ausreichend hohe UV-Intensität vorhanden sein, um in der definierten Bestrahlungszeit eine entsprechende Entkeimungsleistung sowie die notwendige letale UV-Dosis sicherzustellen.

Erfahrungswerte bei der Joghurt-Abfüllung haben beispielsweise gezeigt, dass Becher mit einer Tiefe von 150 Millimeter innerhalb von vier Sekunden und Siegelfolien innerhalb von zwei Sekunden bei gleicher Intensität wirkungsvoll entkeimt werden können. Die UV-Entkeimung wird vor allem bei Oberflächen von Packstoffen, aber auch für die Haltbarkeitssteigerung von kühlkettenabhängigen, sauren Frischmilchprodukten wie z.B. Joghurt oder Kefir genutzt. Molkereien profitieren von deutlich weniger Rückläufen verdorbener Ware, was sich letztlich in einer Kosten- und Aufwandreduzierung widerspiegelt.

Keimreduzierung bis zu 99,9 Prozent

Äusserst intensiv und sicher werden die Anzahl der Keime auf der Oberfläche mit Heraeus-Premium-UV-Modulen reduziert. Die neuen, leistungsstarken Module wurden speziell zur UV-Entkeimung in der Lebensmittelindustrie entwickelt. Sie reduzieren bis zu 99,9 Prozent der Keime. Das bestätigt auch der Prüfbericht des Fraunhofer-Institutes für Verfahrenstechnik und Verpackungen in Freising bei München. Fraunhofer hat in Anlehnung an die Empfehlung des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.) die Entkeimungseffizienz von Premium-UV-Modulen bei bestimmten Mikroorganismen (Konidiosporen von Aspergillus niger, Endosporen von Bacillus subtilis) ermittelt. In diesen Keimreduktionstests wurden bei einem Bestrahlungsabstand von 20 Millimeter drei bzw. fünf Logstufen innerhalb von zwei Sekunden erreicht.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 38816880 / Werkstofftechnik)