Technologien für den modernen Fahrstuhlbau Klebstoffe erleichtern Fahrt in Richtung Himmel

Redakteur: Luca Meister

>> Die Aussichtsplattform von Londons neuem Wahrzeichen «The Shard» (Die Scherbe) bietet unvergessliche Aussicht. Nur schon die Fahrt auf das in 244 Metern Höhe gelegene 68. Stockwerk des Wolkenkratzers ist ein Erlebnis. Mit sechs Metern pro Sekunde saust der Lift dem Himmel entgegen. Dazu hört man das London Symphony Orchestra mit eigens für die Fahrt komponierten Klängen. Der Besuch ist ein Erlebnis, das erst durch moderne Kleb- und Dichtstoffe sowie Oberflächentechnologien möglich geworden ist.

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Seit vielen Jahren schon beweisen sich Klebstoffe bei der Fertigung von Ein- oder Mehrpersonen-, Lasten- oder Güteraufzügen – Tendenz steigend.
Seit vielen Jahren schon beweisen sich Klebstoffe bei der Fertigung von Ein- oder Mehrpersonen-, Lasten- oder Güteraufzügen – Tendenz steigend.
(Bild: Henkel)

mei. Schon seit Jahren treten Hochleistungsklebstoffe in vielen Industriezweigen immer öfter an die Stelle klassischer Fügetechnologien wie Nieten, Schweissen, Klammern und Schrauben, weil sie sich jeder Oberflächenbeschaffenheit anpassen, bei Raumtemperatur schnell aushärten und fast keinen Platz beanspruchen. In der Regel reicht schon ein dünner Klebstoffauftrag aus, um eine zuverlässige, saubere Verbindung zu erzeugen.

Unschlagbarer Eigenschaftsmix

Dieser Trend zeigt sich auch im Liftbau. Seit vielen Jahren schon beweisen sich Klebstoffe bei der Fertigung von Ein- oder Mehrpersonen-, Lasten- oder Güteraufzügen – Tendenz steigend. Denn Klebstoffe bieten einen unschlagbaren Eigenschaftsmix. Ingenieure z.B. schätzen die bessere Spannungsverteilung speziell auf grossen Flächen oder in Bereichen, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Betreiber profitieren ebenso von geringerem Wartungsaufwand wie von höherer Energieeffizienz und sinkenden Kosten. Fahrgäste wiederum erleben exklusiveren Fahrkomfort und attraktive Innenraumgestaltung. Und Hersteller sowie deren Zulieferer können häufig Prozesse in der Produktion optimieren und so Kosten und Energie einsparen.

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Strukturklebstoffe sind solche Multitalente, die vieles davon möglich machen. Mit dem im «The Shard» eingesetzten Strukturklebstoff wurden z.B. die Türkonstruktionen der in jeweils einem Schacht betriebenen Doppeldeck-Lift geklebt. Denn der Klebstoff ermöglicht leichtere Bauweisen und schont die Materialien.

Gewichtsverluste ohne Leistungseinbussen

Bis zu 20 Prozent Gewicht können z.B. Kabinen allein durch den Einsatz von Klebstoffen verlieren, ohne auch nur ansatzweise an Leistung einzubüssen. Der Grund: Klebstoffe machen den Einsatz dünnerer und leichterer Materialien möglich. Kabinen lassen sich etwa mit Metallplatten herstellen, die nur halb so dick sind wie sonst üblich. Analog zum Schweissen wird der Klebstoff dabei in nicht sichtbaren Bereichen auf das Paneel aufgetragen. Bereits der Klebstoff wirkt konstruktionsstabilisierend und -versteifend. Ihre eigentliche Festigkeit und Stabilität erhält die Wand allerdings durch ein Omega-Profil, das an der nach aussen gewandten Seite aufgeklebt wird. Ausgewählte Klebstoffe für solche Aufgaben zeichnen sich durch eine schnelle Anfangshaftung aus.

Keine Nacharbeiten

Da Klebstoffe die Oberfläche der verbundenen Materialien nicht verändern, entfallen kosmetische Nacharbeiten. Werden Paneele geschraubt oder geschweisst, so deckt man die Verbindungsstellen zumindest in Kabinen mit Besucherverkehr durch zusätzliche Verkleidungen ab. Damit erhöhen sich Kabinengewicht und Arbeitsaufwand abermals. Auch das Clinchen ist den Performance-Möglichkeiten von Klebstoffen unterlegen, denn das Material wird deformiert, wodurch unansehnliche Unebenheiten in der Oberfläche entstehen.

Das eingesparte Gewicht wirkt sich direkt positiv auf den Energiebedarf der Aufzüge aus. Dieser Aspekt macht Klebstoffe für Hochgeschwindigkeitsaufzüge überall auf der Welt interessant, denn im Streben um Superlative und Attraktivität für Besucher bieten sie neue Start- und Maximalgeschwindigkeiten. Die derzeitigen Rekordhalter katapultieren ihre Passagiere in Taiwan mit 60,6 Stundenkilometern nach oben. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 16,8 Metern pro Sekunde.

Gewichtsreduktion erwägt Einsatz kleinerer Motoren

Aber nicht nur beim Komfort wirkt sich eine leichtere Kabine positiv aus. Für den Schwerlastbereich, wo Lifte enorme Lasten befördern müssen, gilt das ebenso. Hier sorgen Klebstoffe z.B. für eine Erhöhung des maximalen Transportgewichts. In allen übrigen Leistungsbereichen wirkt sich die bessere Energie-Effizienz ressourcen- und kostenschonend aus. Da der Lift durch die Gewichtsreduzierung bei gleicher Leistung weniger Strom benötigt, kann sogar der Einsatz kleinerer, preiswerterer Motoren erwogen werden.

In Elektromotoren zeigt sich der Wandel der Fügetechnologien ebenso. Immer öfter ersetzen Magnetklebstoffe die bislang etablierten Befestigungsmethoden der Magnete, wie die Verwendung von Clipsen oder Klammern im Rotor bzw. Stator des Elektromotors. Geklebte Magnete versprechen verbesserte Laufleistungen durch ein geringeres Vibrationsverhalten und reduzierte Geräuschentwicklungen. Sie widerstehen jeglichen thermischen Einflüssen, sind schockresistent und korrosionsfrei. Speziell in diesem Segment bietet Henkel Klebstoffe, die in automatisierten Produktionsprozessen als Massstab in Bezug auf optimale Leistungsausbeute und Kosteneffizienz gelten.

Korrosionsschutz

Für alle Metallbauteile, die sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Fahrgastzelle installiert werden, lässt sich eine Zuwendung zu fortschrittlicheren Technologien bemerken. Ein Beispiel ist die nanokeramische Korrosionsschutztechnologie. Mit ihr bietet Henkel metallverarbeitenden Betrieben ein grosses Potenzial für effizientere und umweltfreundlichere Vorbehandlungsprozesse. Im Vergleich zu konventionellen Vorbehandlungen vermindert das nanokeramische Verfahren die Prozessdauer um bis zu 50 Prozent, wodurch Instandhaltungsaufwand, Wasserverbrauch und Abfall signifikant sinken. Da der Auftrag des Korrosionsschutzes bei Raumtemperatur abläuft, lassen sich zudem bis zu 30 Prozent Energiekosten einsparen.

Neue Innenraumkonzepte

Ihre Dominanz werden Metalle im Liftbau auf absehbare Zeit vermutlich nur wenig einbüssen. Immerhin gewinnen aber weitere Materialien an Attraktivität hinzu. Immer öfter halten z.B. Glas, Kunststoffe und LED-Installationen Einzug in die Kabinen und schaffen eine exklusive Atmosphäre. Zudem eröffnet die durch Klebstoffe mögliche Leichtbauweise neue Design-Spielräume. Mit Klebstoffen können Entwicklungsabteilungen z.B. Materialien verbinden, ohne diese bohren oder schweissen zu müssen. So werden Kombinationen von Materialien möglich, die sich traditionell nicht zusammenbringen liessen. Für sämtliche Dekormaterialien wie Glas (Spiegel), Kunststoffe, Marmor und auch für lackierte Oberflächen bietet Henkel Hochleistungsklebstoffe, die alle Werkstoffe dauerhaft verbinden, ohne sie mechanischem Stress auszusetzen.

Sprühbare Akustikmaterialien zur Schalldämpfung

Optimieren lässt sich auch die Dämmung von Geräuschen und Vibrationen durch moderne schalldämpfende Technologien. Sprühbare Akustikmaterialien von Henkel erweisen sich als hilfreich, weil sie sich punktgenau dort auftragen lassen, wo sie wirken sollen. Dabei kann ihre Schichtdicke exakt dosiert werden. Auf diese Weise wird nur genau so viel Material ohne Überschuss appliziert, wie faktisch benötigt wird.

Angesichts all dieser Vorteile wurden die High-Tech-Fahrstühle im The Shard einschliesslich der Doppeldeck-Aufzüge mit Technologien von Henkel gebaut. In Hunderten anderer öffentlicher Gebäude, Wohnhochhäuser und Bahnstationen bewähren sich Klebstoffe schon seit Jahren jeden Tag aufs Neue. Alleine in Europa werden in Neubauten oder der Renovierung und Sanierung alljährlich rund 100 000 Fahrstühle in Gebäuden installiert. In Asien liegt die Zahl noch höher. <<

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