Swissmechanic Wirtschaftsbarometer 11/22 KMU der MEM-Branche stehen vor Härtetest

Von Anne Richter

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Der Swissmechanic Geschäftsklima-Index ist zum ersten Mal nach anderthalb Jahren ins Minus gerutscht. Demnach kommt es für die KMU der Schweizer MEM-Branche zu einem Härtetest. Die globale Konjunkturlage ist durch hohe Inflation und geopolitische Unsicherheiten angespannt.

Die KMU der Schweizer MEM-Branche stehen vor einem Härtetest: Lieferketten-Probleme, der Mangel an Arbeitskräften, der starke Franken und die Energiepreise und -sicherheit sind die grössten Herausforderungen.
Die KMU der Schweizer MEM-Branche stehen vor einem Härtetest: Lieferketten-Probleme, der Mangel an Arbeitskräften, der starke Franken und die Energiepreise und -sicherheit sind die grössten Herausforderungen.
(Bild: Adobe Stock)

Nach einem starken ersten Halbjahr 2022, unterstützt durch Aufholeffekte nach der Pandemie, sind die Auftragseingänge, Umsätze und Exporte im dritten Quartal weniger stark gewachsen, meldet Swissmechanic im Swissmechanic-Wirtschaftsbarometer November 2022. Demnach dämpfen die hohe geopolitische Unsicherheit, die Inflation und ihre Bekämpfung durch die Notenbanken die Nachfrage nach Investitionsgütern. Die Produktionsauslastung und die durch den Auftragsbestand mittelfristig gesicherte Produktion sind zwar noch hoch. Von den befragten KMU-MEM erwarten jedoch mehr Unternehmen, dass die Auftragseingänge und Umsätze im letzten Jahresviertel (gegenüber dem Vorjahresquartal) abnehmen, als dass sie steigen.

Zahlreiche Belastungsfaktoren: Lieferketten und Energieengpässe

Die Befragung zeigt, dass die Lieferketten-Probleme immer noch die grösste Herausforderung für die Unternehmen darstellen, obwohl sie zum zweiten Mal in Folge an Bedeutung verloren haben. Drohende Energieengpässe, der Wechselkurs und vor allem die Energiepreise sind in den Vordergrund gerückt. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Aufwertung des Franken-Euro-Kurses und die Energiepreissteigerungen nicht vollständig überwälzt werden können.

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Die zahlreichen Belastungsfaktoren haben zu einem Stimmungsumschwung geführt. Nur noch 42 Prozent der KMU bewerten das aktuelle Geschäftsklima als eher oder sehr günstig; im Juli waren es noch 67 Prozent. Der Swissmechanic Geschäftsklima-Index ist infolgedessen im Oktober in den negativen Bereich gefallen. Mit der Abnahme von 30 Punkten verzeichnete der Index sogar den grössten Dreimonatsrückgang seit Beginn der Pandemie.

Vorsichtig optimistisch: Kapazitäten ausweiten

Dennoch blicken die KMU der MEM-Branche optimistisch in die mittelfristige Zukunft. So geben mehr Unternehmen an, 2023 die Produktionskapazitäten auszuweiten als zu reduzieren. Auch BAK rechnet damit, dass die MEM-Branche nächstes Jahr eine Rezession vermeiden kann. Vorausgesetzt, dass die Energieknappheit im Winter nicht zu bedeutenden Produktionsstillständen in der Schweiz oder dem europäischen Ausland führt.

Empfehlung zur Lohnentwicklung im Jahr 2023

Ausserdem gibt Swissmechanic für 2023 eine Empfehlung zur Lohnentwicklung. Unter Berücksichtigung dieser ökonomischen Faktoren erachtet Swissmechanic eine Lohnentwicklung zwischen 1,5 und 2,25 Prozent als ausgewogen und gerechtfertigt. Dabei handelt es sich um eine «Durchschnittsbetrachtung» für die ganze Branche. Je nach Region und Unternehmenssituation können diese Richtwerte variieren.

Methodik des Swissmechanic Geschäftsklima-Index

An der Quartalsbefragung von Swissmechanic werden die Unternehmen nach dem aktuellen Geschäftsklima gefragt. Der Geschäftsklima-Index ist der Saldo der gewichteten positiven und negativen Antworten. Konkret wird der Indexwert so berechnet: Anteil Unternehmen mit Antwort «sehr günstig» * 100 + Anteil Unternehmen mit Antwort «eher günstig» * 50 – Anteil Unternehmen

mit Antwort «eher ungünstig» * 50 – Anteil Unternehmen mit Antwort «sehr ungünstig» * 100. Ein Indexwert 0 bedeutet, dass das Geschäftsklima im Durchschnitt neutral beurteilt wird – Pessimisten und Optimisten halten sich die Waage. Indexwerte kleiner 0 deuten auf ein pessimistisches, Indexwerte grösser 0 auf ein optimistisches Geschäftsklima. Der Maximalwert des Index beträgt 100 (das Geschäftsklima ist gemäss allen Umfrageteilnehmern «sehr günstig»), der Minimalwert -100 (das Geschäftsklima ist gemäss allen «sehr ungünstig»). Der Index wird jeweils im ersten Monat des Quartals erhoben. -ari- SMM

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