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Big Kaiser: Stabil und genau feinbohren Knapp 1000 Bohrungen ohne Werkzeugwechsel

| Redakteur: Konrad Mücke

Beim Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen Martin im Allgäu sorgen Feinbohrköpfe und Werkzeugaufnahmen mit automatischem Längenausgleich von Big Kaiser für exakte Passungen und Gewindebohrungen in Spanntürmen.

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Passbohrungen mit Durchmesser 18F7 und konzentrische Gewinde M12 erfordern zuverlässige, stabile und genaue Feinbohrwerkzeuge und Werkzeugaufnahmen.
Passbohrungen mit Durchmesser 18F7 und konzentrische Gewinde M12 erfordern zuverlässige, stabile und genaue Feinbohrwerkzeuge und Werkzeugaufnahmen.
(Bild: Big Kaiser)

Holzbearbeitungsmaschinen des Herstellers Martin im Allgäu überzeugen mit ihren vielfältigen Funktionen und Ausstattungsmerkmalen. Wie Fertigungsleiter Tobias Hauff erläutert, arbeiten sie auf Hunderts­telmillimeter genau. Sie sind mit modernen Touchscreen-Steuerungen ausgestattet, die den Bediener in allen Belangen unterstützen. Formatkreissägen, Tischfräsen und Hobelmaschinen des Allgäuer Herstellers gelten wegen ihrer Präzision und Lang­lebigkeit zum Premiumsegment bei Holzbearbeitungsmaschinen.

Hochwertige Werkzeuge benötigt

Um bis zu 1100 Maschinen jährlich zu produzieren, benötigt der Hersteller eine Vielzahl an Werkzeugen und eine ausgereifte Werkstattausstattung. Vor einiger Zeit stellte man im Allgäu fest, dass die Werkzeuge zum Spindeln von Passungen nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen. «Mit dieser Tatsache konfrontiert, erinnerte ich mich an eine Begebenheit während meiner Ausbildung. Wir mussten eine grosse Passung auf extreme Tiefen aufspindeln. Mein Lehrmeister sagte damals nur, ich solle gleich den Kaiser nehmen, der funktioniere immer», berichtet Tobias Hauff.

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Bedienerlos dank langer Werkzeugstandzeiten

Beim Maschinenhersteller beabsichtigte man, einen grossen Spannturm zu bauen. In ihm sind 987 Passbohrungen auf Durchmesser 18F7 und konzentrisch dazu Gewinde M12 zu fertigen. Wie Alexander Hartl, Anwendungstechniker bei Big Kaiser, berichtet, erfordert das natürlich sehr lange Standzeiten von den Werkzeugen. Eine weitere Hürde ist, dass der Spannturm als grosser Quader aus geschweissten Platten besteht. Konstruktionsbedingt müssen also mehrere Passungen und Gewinde durch Schweissnähte hindurch gefertigt werden. Einhergehend testeten die Maschinenhersteller einige Werkzeuge unterschiedlicher Hersteller. Die Werkzeuge von Big Kaiser erwiesen sich als überlegen. Dazu sagt Maschinenbediener Andreas Schindler: «Ich war am Anfang skeptisch. Aber inzwischen bin ich beeindruckt. Die Leistung der Werkzeuge überzeugt. Einfach einstellen und die Bearbeitung des gesamten Spannturms läuft durch.» Dazu sind lediglich die Parameter nach den Vorgaben von Big Kaiser richtig einzustellen.

Wie Tobias Hauff sagt, halten die Werkzeuge nicht nur ein wenig länger. «Wir reden hier über erhebliche Unterschiede. Die Werkzeuge überzeugen mit mehr als doppelten Standzeiten verglichen mit Werkzeugen von Wettbewerbern. Insbesondere bei unseren Spanntürmen macht sich das bemerkbar. Die Bearbeitung kann in einem Ablauf durchlaufen, ohne die Werkzeuge manuell nachstellen zu müssen. Nun können wir einen ganzen Spannturm unterbrechungsfrei herstellen. Ohne den Feinbohrkopf nachzustellen oder gar die Wendeschneidplatte zu wechseln. So fertigen wir inzwischen die Spanntürme prozesssicher sogar mannlos.»

Gewinde prozesssicher fertigen

Beim Bearbeiten des Spannturms kommt es darauf an, die Gewinde prozesssicher zu schneiden. Beim maschinellen Schneiden von Gewinden muss die Rotation des Gewindeschneiders genau zum Vorschub passen. Bei Systemen ohne Längenausgleich kommt es häufig vor, dass der Gewindeschneider durch die hohen Schnittkräfte abbricht. Der Bediener muss nach dem abgebrochenen Stück suchen. Bei nahezu 1000 Gewinden am Spannturm erweist sich das als langwierig und uneffizient. Es stört den Fertigungsprozess erheblich. Deutlich besser arbeiten die Maschinenhersteller mit der Werkzeugaufnahme Mega Synchro mit automatischem Längenausgleich. Sie kompensiert Synchronisationsfehler beim Gewindeschneiden. Das verringert die auftretenden Schnittkräfte bis zu 90 Prozent.

Maschinenbediener Andreas Schindler betont, dass bei diesen Bearbeitungen vor allem das Vertrauen in die Werkzeuge und in den Prozess im Fokus steht. «Um einen Spannturm durchlaufen zu lassen, muss ich mich als Mitarbeiter auf das Werkzeug verlassen können», fügt er an. Auch in der regulären Produktion ist Zuverlässigkeit wichtig. Häufig fertigt der Maschinenhersteller in kleinen Serien. «Gelingt das prozesssicher und zuverlässig, kann der Mitarbeiter sich bereits auf das nächste zu fertigende Bauteil konzentrieren. Er muss nicht bangen, ob das aktuelle Werkstück richtig durchläuft», sagt dazu Tobias Hauff. Um Nebenzeiten zu minimieren, bearbeiten die Fertigungstechniker im Allgäu Bauteile mit gleichen Bohrungsdurchmessern direkt aufeinanderfolgend. So kann der Feinbohrkopf in der Maschine verbleiben.

Einfach zu bedienen

Beim Maschinenhersteller Martin reichen drei unterschiedliche Sorten Wendeplatten für die Feinbohrköpfe aus. Die Werkzeuge arbeiten zuverlässig und genau. Sie lassen sich zudem einfach zusammenbauen. Verlängerungen werden seitlich mit einer Schraube fixiert. Wie Lukas Ertl in der Werkzeugausgabe und -voreinstellung bestätigt, gelingt es besonders einfach und schnell, die Werkzeuge einzustellen und vorzubereiten. Demnächst wird der Werkzeughersteller ein Feinbohrwerkzeug vorstellen, das sich elektronisch einstellen lässt. Das vereinfacht zusätzlich die Werkzeugvorbereitung. Wegen dieser herausragenden Eigenschaften der Werkzeuge des Schweizer Herstellers beabsichtigen die Fertigungstechniker im Allgäu, demnächst sämtliche Werkzeuge zum Ausspindeln von dort zu beschaffen. Sie sind auch von der langen Lebensdauer dieser Werkzeuge überzeugt. Wie Tobias Hauff bestätigt, bleibt durch Pflegen, Warten und Ölen ihre Präzision über mehrere Jahrzehnte erhalten. Wie er weiter anfügt, lohnt sich deshalb die Investition in diese hochwertigen Werkzeuge. -kmu- SMM

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