Luftqualität «Luftqualität muss uns allen wichtig sein»

Redakteur: Anne Richter

Die Airfina AG widmet sich sauberer Luft für Fertigungsbetriebe und ist als Ausgründung aus der Helfina AG hervorgegangen. CEO Gustav Fricker zur Neugründung der Airfina AG, zu seinen Erfahrungen im Zerspanungsmarkt in der Schweiz und dem greifbaren Wert sauberer Luft.

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Airfina Geschäftsführer Gustav Fricker auf der EPHJ in Genf.
Airfina Geschäftsführer Gustav Fricker auf der EPHJ in Genf.
(Bild: Helfina)

SMM: Herr Fricker, Sie sind seit 20 Jahren in den Fertigungen und Produktionen der Schweiz aktiv, um für saubere Luft zu sorgen. Sie haben aus der Helfina AG den Bereich Luftfiltrierung herausgelöst und dafür mit der Airfina AG ein eigenständiges Unternehmen gegründet. Weshalb dieser Schritt?

Gustav Fricker: Wir haben schon länger geplant, uns noch stärker auf das Thema Luftfiltrierung zu konzentrieren. Über die Jahre haben wir uns auf dem Schweizer Markt eine umfassende Expertise aufgebaut, was saubere Luft in Fertigungsbetrieben angeht. Stand heute haben wir gut 1000 High-​End-Filtergeräte installiert. Mit dieser soliden Basis sind wir beim Thema Luftqualität gut gerüstet, und der Bedarf in den Schweizer Produktionen bietet definitiv das Potenzial für eine erfolgreiche Zukunft der Airfina.

Stichworte Ozon, Feinstaub, CO2 und NO2 – die Luftqualität draussen hat seit Jahrzehnten einen hohen Aufmerksamkeitsgrad. Ihrer Einschätzung nach: Bekommt das Thema in Produktionsbetrieben – wo dann Konzentration und Partikelgrösse von Ölrauch und Ölnebel die Kenngrössen sind – ebenso viel Beachtung?

G. Fricker: Die Luftqualität ist immer abhängig vom Grad der Luftverschmutzung. Draussen wie drinnen. In der allgemeinen Wahrnehmung bekommt das Draussen logischerweise mehr Aufmerksamkeit – Luftverschmutzung durch Feinstpartikel und klimaschädliche Gase ist eng mit dem allgegenwärtigen Thema Klimawandel verbunden. Und in den Städten ist die Sorge um die eigene Gesundheit auch noch mal grösser als auf dem Land. Als Reaktion auf die Covid-Pandemie machen wir uns um die saubere Luft drinnen, also in geschlossenen Räumen wie Büros und Schulen, natürlich viel mehr Gedanken als davor. In den Produktionsbetrieben sprechen wir gerade bei Ölrauch und Ölnebel von ebenso kleinen Partikeln wie Viren, die durchaus lungen- und blutgängig sind. Abgesehen von Klimawandel und Covid können wir aus der Erfahrung heraus Folgendes sagen: In den Produktionsbetrieben wird die Luftqualität drinnen dann zum Thema, wenn man die Verursacher der Verschmutzung und die Auswirkungen auf die Mitarbeitergesundheit kennt.

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Sie liefern Ihre Filtergeräte in die metallbe- und -verarbeitende Industrie, also Spanen, Schleifen, Pressen, Giessen … wenn Sie die Entwicklung auf dem Schweizer Markt betrachten, sind die Unternehmen heute aufgeschlossener, in saubere Luft zu investieren, als noch vor 10 Jahren?

G. Fricker: Es hat sich bei den Entscheidern mittlerweile herumgesprochen, dass die Investition in saubere Luft in der Fertigung bessere Arbeitsbedingungen schafft, die sich auch wirtschaftlich rechnen. Auch die Mitarbeiter sind besser informiert und lassen ihre Anforderungen an die Luftfiltrierung bereits bei der Projektentwicklung oder bei Prozess­umstellungen mit einfliessen. Definitiv ja, die Unternehmen sind heute beim Thema saubere Luft viel sensibler.

Nach Ihren eigenen Angaben haben Sie bis dato 150 Betriebe mit gut 1000 Filtergeräten ausgerüstet. Wie ist das Feedback Ihrer Kunden zum Vorher-Nachher-Effekt?

G. Fricker: Wir haben nicht einfach einen Standard-Filter. Unsere Lösungen basieren auf hocheffizienten Filtersystemen mit garantiertem Abscheidegrad. Die integrierte Regelung der abgesaugten Luftmenge wird stets überwacht und so gesteuert, dass wir eine konstante Absaugleistung bieten. Den Grossteil unserer Luftfilterlösungen haben wir in die Medizintechnik, die Präzisions- und Feinmechanik, die Uhren- und Schmuckindustrie und den allgemeinen Maschinenbau geliefert. So unterschiedlich die Anwendungen auch sind, profitieren tun sie alle. Der meistgenannte Effekt unserer Kunden ist die Einsparung von Öl- und Kühlschmierstoffen, was sich ja auch ganz konkret in Zahlen belegen lässt. Das zeigt sich auch in den minimalen Unterhaltskosten – die Filtermedien müssen erfahrungsgemäss erst nach 3–5 Jahren gewechselt werden. Wenn wir dann ein zweites Mal in die Firma kommen, hören wir von den Mitarbeitern in der Fertigung, dass sie sehr zufrieden sind, weil sie die Verbesserung der Luftqualität selber ganz direkt spüren.

Sie arbeiten, seitdem Sie sich der sauberen Luft verschrieben haben, mit dem schwedischen Unternehmen Absolent zusammen und setzen dessen Produkte für Ihre Lösungen ein. Warum gerade diese Filtergeräte?

G. Fricker: Die Filter von Absolent sind filtertechnisch einfach herausragend. Besonders für Ölrauch und Ölnebel. Das Produktprogramm ist innovativ und breit aufgestellt, so dass wir für alle Anwendungsfälle die passende Lösung ausarbeiten und liefern können. Der Abscheidegrad kleinster Partikelgrössen ist auch bei extrem hoher Luftbelastung absolut zuverlässig. Deshalb geben wir unseren Kunden auch aus voller Überzeugung eine Leistungsgarantie mit. Unsere Leistungsgarantie be­inhaltet den 99,95%igen Abscheidegrad von Partikeln bis 0,3 µm bei dauerhaft hoher Absaugleistung.

Folgende Argumente findet man bei so gut wie allen Herstellern von Luftfiltergeräten: Rohstoffeinsparung bei Kühl- und Ölschmierstoffen, Kostenvorteile und schliesslich die positiven Auswirkungen auf die Mitarbeitergesundheit. Haben Sie die gleichen Argumente?

G. Fricker: Im Grunde haben alle, die sich für saube­re Luft in Fertigung und Produktion starkmachen, die gleichen Argumente, also ja. Aber: Die Anforderungen bei den Kunden sind doch sehr unterschiedlich. Das beginnt beim Maschinentyp, beinhaltet fertigungstechnische Anforderungen und geht bis hin zu gebäudespezifischen Gegebenheiten. Aus der Erfahrung wissen wir, dass wir alle Faktoren von luftverschmutzenden Prozessen ganz genau unter die Lupe nehmen müssen, um die beste Lösung liefern zu können. Aus diesem Grund basieren unsere Angebote auf viel Erfahrung und zusätzlich auf den Messungen der Luftbelastung beim Anwender vor Ort.

Was würden Sie all denen sagen, die noch nicht bereit sind, in saubere Luft investieren zu wollen?

G. Fricker: Durch Covid ist uns allen doch sehr bewusst geworden, wie wichtig die Lufthygiene ist. Das gilt eben auch in der Fertigung. So gesehen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Verantwortlichen in saubere Luft investieren. Wichtig ist dabei, dass man es aus Überzeugung macht und eine nachhaltige Lösung für die saubere Luft drinnen auf den Weg bringt. Und genau dafür ist Airfina der richtige Ansprechpartner. -ari- SMM

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