Miniatur-Datenlogger erfassen Schwingungsfingerabdrücke aller Art

Maschinen-Probleme präzise aufspüren

| Redakteur: Silvano Böni

Der daumengrosse Logger MSR165 ist prädestiniert für lange Aufzeichnungen von Schwingungs- oder Vibrationsmuster.
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Der daumengrosse Logger MSR165 ist prädestiniert für lange Aufzeichnungen von Schwingungs- oder Vibrationsmuster. (Bild: MSR)

Maschinen aller Art nutzen heute eine aufwendig geregelte Antriebstechnik, um Bewegungen präzise und mit hohem Wirkungsgrad zu erzeugen. Die dabei entstehenden Schwingungs- oder Vibrationsmuster lassen sich nutzen, um die Antriebstechnik bezüglich der mechanisch-elektrischen Parameter zu überwachen und zu optimieren. Miniatur-Datenlogger können dabei eine wesentliche und vor allem zeit- und kostensparende Hilfestellung leisten.

Seit langer Zeit versucht man schon, auf zeitsparende, kostengünstige und einfach anzuwendende Art die charakteristischen Schwingungs-, Stoss- und Vibrationsparameter von Maschinen und Antrieben aller Art zu erfassen, zu speichern und auszuwerten. Dies hilft dabei, den Wirkungsgrad der mechanischen Antriebsstränge zu optimieren und geeignete Soll- beziehungsweise Mittelwerte für diese Parameter festzulegen. Dies dient einerseits der Qualitätsdokumentation und der Darstellung der Leistungsparameter, andererseits lassen sich bei Abweichungen von als «gut» bekannten Vibrations- und Schwingungsmustern auch anbahnende Schäden frühzeitig erkennen.

Die Schwingungsfingerabdrücke sicherstellen

Ein derartiger «mechanischer Schwingungsfingerabdruck» dient sehr gut als idealer Vergleichswert in einem sich anbahnenden Fehlerfall, wenn zum Beispiel ein Kugellager in einem Getriebe fehlerhaft ist und dadurch zu einer Abweichung der normalen Schwingungsamplituden oder -frequenzen führt. Das Erfassen mechanischer Fehler über charakteristische Schwingungsmuster trägt – in einem möglichst frühen Stadium realisiert – in jedem Fall dazu bei, teure Ausfallzeiten «im Feld» oder Produktionsstillstände zu vermeiden. Das Erfassen charakteristischer Schwingungsparameter an allen bewegten Maschinenelementen und Antriebssystemen ist letztlich heutzutage ein absolutes «Muss».

Die charakteristischen Schwingungs- beziehungsweise Vibrations- oder Stossparameter werden idealerweise ohne relevante mechanische Zusatz-Belastung erfasst. Das bedeutet, dass der Sensor beziehungsweise das die mechanischen Parameter aufzeichnende und speichernde Element sehr klein und leicht sein sollte, um eine Verfälschung der erfassten Schwingungsparameter (sogenannte Artefakte) zu vermeiden. Gleichermassen bedeutsam ist aber auch eine entsprechende Auswertesoftware, die rasch und übersichtlich dem Fachmann die gewünschten Fehlerdiagnosen liefert und damit die Grundlage für eine präzise und zeitgerechte Korrektur von Problemen darstellt.

Mini-Datenlogger als Langzeit-Messlabor

Seit längerer Zeit schon haben sich in vielen Anwendungsbereichen der Automatisierungs- und Maschinenbaubranche sowie in der Elektrotechnik, in der Transport-, Automobil- und Fahrzeugindustrie oder in der Luft- und Raumfahrtbranche in diesem Zusammenhang die Miniatur-Datenlogger MSR165 der Seuzacher Technologiefirma MSR Electronics GmbH bewährt. Auf Anwendungen in der Schwingungs-, Stoss- und Vibrationserfassung ist dabei der gerade einmal daumengrosse Logger MSR165 spezialisiert. Sein Sensorik-Kernelement ist ein hochauflösendes 3-Achsen-Digital-Accelerometer. Mit diesem und der nachgeschalteten Auswerteelektronik ist der robuste Datenlogger in der Lage, bis zu fünf Jahre lang 1600 Stoss- und Vibrationsmessungen pro Sekunde in allen drei Raumachsen (x, y, z) durchzuführen. Parallel dazu lassen sich Temperatur, Feuchte, Druck und Lichtstärke messen und aufzeichnen.

Die Speicherkapazität dieses kleinen Sensor- und Aufzeichnungsmoduls liegt bei entsprechender Ausrüstung mit einer Speicherkarte bei über 1 Milliarde Messwerten. Die Auswertung erfolgt an einem PC mit einer unkompliziert zu bedienenden, aber dennoch detaillierte Analysen liefernden Software.

Um die optimale Nutzung von teuren Produktionsmaschinen sicherzustellen, können mit dem MSR165 beispielsweise Vibrationen von Servo-Achsen überwacht oder Schwingungen an einem Werkzeugrevolver einer Fertigungsmaschine gemessen werden. Durch diese Aufzeichnungen kann der Anwender Rückschlüsse darüber gewinnen, ob ein Werkzeug defekt ist, eine Maschine überlastet wird, der Antrieb nicht optimal läuft, ein Service nötig ist oder ob sich Schwingungen auf andere Maschinenelemente übertragen. Letzteres ist zum Beispiel für industrielle Werkzeuge von höchster Relevanz, denn durch das Eliminieren von Vibrationen aller Art lässt sich die Standzeit massiv erhöhen.

Mit seinen Sensorik-Elementen ausgestattet ist dieser Logger in der Lage, in den drei Raumachsen Schockbelastungen beziehungsweise Vibrationen von ±15 g zu erfassen, verfügbar ist aber auch ein erweiterter Messbereich von ±200 g. Letztgenannter Messbereich ist immer dann von Nutzen, wenn es darum geht, Belastungen aufzuzeichnen, in denen plötzlich sehr grosse Kräfte auftreten. Auch die charakteristischen «guten» Schwingungsmuster lassen sich natürlich aufzeichnen und zum Vergleich im Fehlerfall heranziehen.

Die Datenaufzeichnung des digitalen 3-Achsen-Beschleunigungssensors beginnt wahlweise dann, wenn ein Beschleunigungsschwellwert überschritten wird oder zu einem vom Anwender bestimmten Zeitpunkt. Bereits vor dem Schockereignis werden 32 Messdatensätze aufgezeichnet, damit bei einer g-Analyse auch die Vorgeschichte des Schocks betrachtet werden kann. Der Anwender weiss also nicht nur, dass ein harter Stoss erfolgte, sondern er erkennt auch den genauen Verlauf und die Ursache dieser mechanischen Schad-Einwirkung.

Monatelang Daten aufzeichnen

Der autark im Langzeit-Betrieb arbeitende Datenlogger MSR165 weist durch den leistungsfähigen 3-Achsen-Beschleunigungssensor (150 Mikroampere Stromaufnahme, 13 bit Messwert-Auflösung) einen sehr geringen Stromverbrauch auf. Durch den wiederaufladbaren Lithium-Polymer-Akku mit 800 mAh Kapazität lassen sich standardmässig bereits bis zu sechs Monate Schocküberwachungen durchführen. Um die Nachfrage nach einer noch längeren Aufzeichnungsdauer zu befriedigen, bietet das Unternehmen zusätzlich auch zwei Optionen zur Langzeit-Stromversorgung des Datenloggers an: Für eine längere Aufzeichnungsdauer lässt sich der MSR165 mit wechselbaren Batterien ausstatten. Untergebracht sind die Batterien in einem industrietauglichen, wasserdichten Aluminiumgehäuse. Eine andere Möglichkeit, die Aufzeichnungsdauer des MSR165 bis zu sechsmal zu verlängern, besteht darin, das «MSR Powerpack» einzusetzen. Dabei handelt es sich um eine autonome Ladestation mit einer Kapazität von 5000 mAh, welche den internen Akku des Datenloggers während des Betriebs nachladen kann. Das Lade-Intervall des Gerätes ist individuell einstellbar: 24 Stunden, 7 Tage oder 30 Tage. <<

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