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Die Gefahr der Gratismentalität – ohne Wert keine Wertschätzung
Wer für ein Produkt nichts bezahlt, der kennt auch nicht dessen Wert. Folglich können auch keine Wertschätzung und kein Respekt für die hinter dem Produkt steckende Leistung entstehen. Wenn Firmen die Verbraucher als Mitstreiter im Kampf gegen Nachahmungen gewinnen wollen, müssen sie sie davon überzeugen, dass der vermeintlich hohe Preis des Originals weder Willkür noch Wucher darstellt, sondern den Wert für tatsächlich erbrachte Leistungen und Investitionen. Angesichts der Tatsache, dass jedoch nicht nur Fälschungen, sondern vielfach auch (Teile der) Markenprodukte in Niedriglohnländern hergestellt werden, sind die Verbraucher irritiert über die grossen Preisunterschiede. Original und Fälschung sind aber nur auf den ersten Blick täuschend ähnlich. Die Herausforderung besteht folglich darin, Qualitätsunterschiede und den Mehrwert des Originals erkennbar zu machen und klarer zu kommunizieren. Denn von einer ersten guten Idee bis zum marktreifen Endprodukt ist es oftmals ein langwieriger und kostenintensiver Prozess. Hersteller gehen oft monatelang, teils Jahre, finanziell in Vorleistung.
Im Original stecken viel Zeit, Know-how, Kreativität, Herzblut und Risikobereitschaft
Produktentwicklung ist ein dynamischer Prozess. In interdisziplinären Teams (Design, Konstruktion, Prototypenbau, Qualitätssicherung, Marketing etc.) bringt jeder Mitarbeiter seine Erfahrungen und sein fachspezifisches Wissen ein: vom treffsicheren Gespür für Märkte und Trends über die Begabung, bildhaft denken zu können bis hin zum Wissen über Ergonomie, technische Verfahrensweisen, unterschiedliche Materialeigenschaften, intuitive Benutzerführung etc. Dabei erfolgen die einzelnen Entwicklungsschritte nicht nacheinander, sondern in einem permanenten Austausch miteinander. Gemeinsam lässt man sich von bereits bestehenden Produktlösungen inspirieren, denkt über Grenzen hinaus, sammelt Ideen und evaluiert am Ende alles auf wirtschaftliche Machbarkeit. Design ist dabei weit mehr als blosse Produktkosmetik. Es ist die Schnittstelle zwischen Produkt und Mensch, die die Qualität eines Produktes visualisiert und Technik für jedermann begreifbar macht.
Praxisnahe Sensibilisierung im Museum Plagiarius in Solingen
Das Museum Plagiarius präsentiert die Sammlung der Plagiarius-Preisträger von 1977 bis heute. Die Ausstellung umfasst mehr als 350 Produkte der unterschiedlichsten Branchen und zeigt jeweils Original und Plagiat im direkten Vergleich. Die vielen Praxis-Beispiele verdeutlichen anschaulich Ausmass, Schäden und Gefahren von Plagiaten und tragen massgeblich zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit bei. Ergänzt wird die Sammlung durch vom Zoll beschlagnahmte Fälschungen. Aktuelle Termine (Gala-Dinner, Vernichtung gefälschter Waren uvm.): www.museum-plagiarius.de.
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