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SMM InnovationsForum Fertigung Okuma vernetzt den Maschinenpark

Redakteur: Anne Richter

Im Vordergrund der Okuma-Technologien zur Vernetzung hochautomatisierter Fertigungsanlagen steht mit «Connect Plan» eine umfassende Komplettlösung. Das System wird bereits von einigen Produktionsunternehmen genutzt und bietet einige hochinteressante Features.

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Factory Monitor
Factory Monitor
(Bild: Okuma Europe GmbH)

Die jüngsten Technologien zur Vernetzung hochautomatisierter Fertigungsanlagen wird Jürgen Kläser, Okuma Senior Manager Application, auf dem 2. SMM InnovationsForum Fertigungstechnik vorstellen. Im Vorab-Interview verrät J. Kläser, was der Besucher erwarten kann.

SMM: Was kann der Nutzer von Connect Plan genau erwarten?

Jürgen Kläser: Die Anwendung ermöglicht die Visualisierung der gesamten Produktionsstätte sowie die Datenverarbeitung und -analyse im IoT. Anhand der in Echtzeit gesammelten und ausgewerteten Informationen können die Fertigungsprozesse mit jedem Lauf verbessert werden. Eine Künstliche Intelligenz in der CNC-Steuerung ermöglicht ferner die vorausschauende Instandhaltung.

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Welchen Nutzen bringt Connect Plan konkret?

J. Kläser: Um das Potenzial moderner Produktionsstätten voll auszuschöpfen und die Produktivität während des gesamten Planungs- und Herstellungsprozesses zu steigern, hat Okuma Connect Plan entwickelt. Die Technologie basiert auf dem Know-how, das Okuma durch die Entwicklung seiner eigenen, vollvernetzten Dream-Site-Fertigungsanlagen am Hauptfirmensitz in Japan erworben hat.

Sie sagen, man kann den Produktionsprozess visualisieren. Was heisst das konkret?

J. Kläser: Als integraler Bestandteil von Connect Plan ermöglicht die Applikation Factory Monitor die Visualisierung der gesamten Fertigungsanlage. Sie zeigt in Echtzeit den Status sämtlicher Maschinen an. Die webbasierte Anwendung ermöglicht es allen autorisierten Mitarbeitern, die Produktion von überall zu überwachen. Bei einem Alarm benachrichtigt das System den Bediener automatisch per E-Mail.

Eventtipp: SMM InnovationsFORUM FertigungstechnikDas SMM InnovationsFORUM ist der Treffpunkt der Schweizer Fertigungsindustrie, an dem ausgewiesene Fertigungsexperten über die aktuellsten Trends der Branche informieren. Nutzen Sie die Gelegenheit mit den Referenten zu diskutieren und sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen.
Wann: Mittwoch, 14. November 2018
Wo: Forum der Messe Luzern
Preis: 150.-- CHF (exkl. MwSt.)
Informationen: www.smm-innovationsforum-fertigung.ch

Zusätzlich zur Visualisierung sammelt und verarbeitet Factory Monitor grosse Mengen an Daten. Wie werden diese Daten verarbeitet?

J. Kläser: Die Auswertung dieser Informationen legt wertvolle Potenziale offen, um die Produktion mit jeder Anwendung zu verbessern. Die Bearbeitungshistorien, die im laufenden Betrieb in der CNC-Steuerung generiert und auf dem zentralen Server gespeichert werden, protokollieren exakt den Zeitpunkt, die Dauer und das Ergebnis jeder Anwendung. Sie vermerken zudem Stillstandzeiten und geben an, ob diese auf Umrüsten, Wartungsvorgänge oder unvorhergesehene Gründe zurückzuführen sind. Weitere Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung liefert die Alarmhistorie. Diese verzeichnet den Grund für jede Warnmeldung.

Okuma bietet eine 3D-Simulation im Vorfeld der Produktion an. Können Sie das näher erläutern?

J. Kläser: Um Zeit und Kosten zu sparen, bietet der 3D Virtual Monitor die Möglichkeit, Arbeitsschritte vor der tatsächlichen Produktion am Computer zu simulieren. Die Anwendung 3D Virtual Monitor erzeugt akkurate, dreidimensionale Bearbeitungssimulationen, die aus den CAM-Daten generiert werden. Da Okuma sowohl die Werkzeugmaschinen als auch die Steuerung sowie die Software herstellt, besticht die Simulation durch hohe Genauigkeit. Auf dieser Grundlage kann der Bediener Werkzeuge und Spannfutter, die auf der Maschine verfügbar sind, verwenden und somit die Rüstzeit minimieren. Das Collision-Avoidance-System stellt sicher, dass das Werkstück fehlerfrei und ohne Kollisionen produziert werden kann. Kostspielige Reparaturen und Stillstandzeiten werden so weitgehend vermieden. Der 3D Virtual Monitor antizipiert zudem die Bearbeitungszeit und ermöglicht so eine effektivere Produktionsplanung.

Was kann denn konkret die Applikation Machining Navi?

J. Kläser: Applikationen wie Machining Navi erhöhen die Leistung der Werkzeugmaschine zusätzlich. Diese Software unterdrückt Vibrationen, indem sie automatisch die richtige Geschwindigkeit für jede Anwendung wählt. Das Ergebnis ist eine hervorragende Oberflächenqualität. Ein weiteres Feature von Connect Plan ist die ID-Kontrolle zur Werkstückverfolgung. Selbst nach der Auslieferung kann jedes einzelne Teil bis zum genauen Maschinenlauf, Bediener etc. zurückverfolgt werden. Das ermöglicht eine lückenlose Qualitätskontrolle.

Inwieweit wird die vorausschauende Wartung unterstützt?

J. Kläser: Die neueste Steuerungsgeneration von Okuma verfügt über eine integrierte Künstliche Intelligenz mit einer Cloud-basierten Selbstlernfunktion. Basierend auf den in der Steuerung erfassten Daten kann die KI mögliche Störungen vorhersehen und die Wartung planen, ohne die Produktion zu unterbrechen. Dies erhöht die Maschinenauslastung zusätzlich, da teure Ausfallzeiten und Reparaturen vermieden werden.

Welche Okuma-Maschinen sind konkret für Connect Plan kompatibel?

J. Kläser: Die neuesten Okuma-Werkzeugmaschinen mit der OSP-P-Steuerung können bereits ohne zusätzliche Hardware in das Connect-Plan-Netzwerk integriert werden. Für betagtere Maschinen ohne Netzwerkfähigkeit bietet Okuma die NET BOX suite-C. Dieses Gerät verbindet sich mit älterer Ausstattung, indem es ihre E/A-Signale konvertiert. Wichtig: Auch Maschinen ohne OSP-Steuerung können einfach über NET BOX suite-C oder die MT-Connect-Schnittstelle verbunden werden.

Wie praxistauglich sind die neuen Technologien?

J. Kläser: An dieser Stelle möchten wir hervorheben, dass die Lösungen von Okuma seit geraumer Zeit in den eigenen Fabriken zur Anwendung kommen und somit intensiv getestet wurden. SMM

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