Partnerschaft mit weitreichenden Synergien Präzise Kleinstbearbeitung

Redakteur: Silvano Böni

Die Fertigung von Präzisionsdrehteilen im Kleinstbereich ist ein anspruchsvolles Geschäft. Erst recht, wenn die Bearbeitung bei einem Durchmesser von 0,3 mm beginnt und dabei anspruchsvolle Materialien zu zerspanen sind.

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Laubscher ist ein Fertigungsunternehmen, welches spezialisiert ist auf die Kleinstbearbeitung. Hier im Bild zu sehen sind diverse Teile einer Uhr.
Laubscher ist ein Fertigungsunternehmen, welches spezialisiert ist auf die Kleinstbearbeitung. Hier im Bild zu sehen sind diverse Teile einer Uhr.
(Bild: Ben Zurbriggen)

Laubscher ist ein Fertigungsunternehmen für Präzisionsteile, die sich bis 42 mm Durchmesser erstrecken. Täglich produziert das Unternehmen zwei Millionen einbaufertige Drehteile bei Seriengrössen von 50 000 bis mehrere Millionen Stück pro Jahr. Gut die Hälfte der Drehteile, die Laubscher fertigt, geht in den Medizinbereich. Die andere Hälfte entfällt auf Branchen wie die Uhren- und Automobilindustrie, Elektro- und Gebäudetechnik. Dabei stellt sich das 280 Mitarbeiter zählende Unternehmen jeder Herausforderung, produziert im Prinzip alles, was seine Kunden weltweit wünschen.

Starker Partner benötigt

Gefertigt wird im schweizerischen Täuffelen mit rund 500 Maschinen, wovon allein 400 Drehmaschinen sind. Weil der Durchmesserbereich von 0,3 bis 42 mm und die wechselnde Teilekomplexität unterschiedliche Fertigungskonzepte erfordern, reicht die Bandbreite im Maschinenpark von Lang- und Kurzdrehern über Mehrspindler bis hin zu Rundtaktmaschinen und Bearbeitungszentren. «Für die Medizintechnik fertigen wir eine grosse Bandbreite von Produkten, die alle eines gemeinsam haben: Sie verbleiben nicht im Körper», erklärt Manfred Laubscher, Direktor Technik und Produktion bei Laubscher. Angefangen bei Komponenten für Hüft­operationsgeräte oder Gefässverschlusstechnik gehören dazu auch Teile von Operationsinstrumenten, die zum Einsetzen von Stents verwendet werden, oder Komponenten eines Soft-Inhalators für Asthmatiker. Die Tendenz zeigt hier zunehmend in Richtung filigrane Teile, wofür Materialien wie 1.4301 und 1.4305 bis hin zur 45er-Klasse zu verarbeiten sind. «Um solche Teile mit konstanter Qualität fertigen zu können, brauchen wir Werkzeuge in höchster Qualität», betont Alain Kiener, Leiter Werkzeugbeschaffung bei Laubscher. «Es gibt zwar eine riesige Bandbreite an Werkzeugherstellern, bei den Kleinstwerkzeugen reduziert sich dieses Spektrum aber schnell auf wenige Anbieter. Hinzu kommt, dass wir auch auf Partner angewiesen sind, die unsere Vorschläge aufnehmen und in hoher Qualität umsetzen. In Mitsubishi Materials haben wir einen starken Partner gefunden», so Kiener.

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Langfristige Zusammenarbeit geplant

Universell einsetzbare Werkzeuge, mit denen vorhandene Wendeschneidplatten in Standzeit, Preis und Qualität abgelöst werden können, sucht Laubscher zur Fertigung von Produkten für die Medizintechnik und andere Industrien regelmässig. Dabei soll die Reproduzierbarkeit der Fertigung nahtlos mit der Flexibilität und Wirtschaftlichkeit der Bearbeitung verbunden sein. Dass Mitsubishi Materials neue ISO-Drehplatten (DCMT11T304-MS MP9015 und DCMT11T302-LS MP9015) für schwer zerspanbare Materialien zum Test anbot, nahm der Fertigungsbetrieb daher dankend an. Schliesslich wollte man wieder einmal weiterkommen. «Als Erstes haben wir dann mit einer DCMT11-Platte ein Spezialteil für die Hydraulikindustrie geschlichtet, wobei Automatenstahl ohne Blei zu bearbeiten war», berichtet Kiener. «Der Erfolg war sofort da. Also haben wir die Platte auf weiteren Maschinen der Abteilung eingesetzt, was ebenfalls gut lief.» Nicht nur, dass sich mit der Al-Rich-beschichteten MP9015-Sorte die Standzeit verdoppeln liess, auch die Rauheitswerte und die optische Güte sowie das Spanverhalten waren über die gesamte Serie deutlich besser. Ausserdem konnte mit dem doppelten Vorschub gefahren werden. Kein Wunder also, dass Kiener begeistert war. «Einen solchen Sprung gibt es heute selten», so der Werkzeugspezialist. «Nach den vielversprechenden Tests der Platten werden wir sie im nächsten Schritt auch in anderen Abteilungen und auf anderen Maschinentypen einsetzen», denkt Kiener schon an den nächsten Schritt. Weil es sich um einen häufig verwendeten Plattentyp handelt, möchte er sie möglichst zum Universalwerkzeug für die gesamte Produktpalette machen.

Kleinstbearbeitung im Fokus

Der Fokus der weiteren Zusammenarbeit liegt jedoch klar auf der Kleinstbearbeitung. «Im Augenblick setzen wir die Werkzeuge im Durchmesserbereich 3 bis 6 mm zum Innendrehen ein», hält Kiener fest. «Wir suchen aber dringend Werkzeuge, die den Bereich von 0,3 bis 3 mm abdecken. Hier versprechen wir uns von der Zusammenarbeit mit Mitsubishi sehr viel.» Dass der Werkzeugspezialist derzeit sehr aktiv in der Weiterentwicklung von Kleinstwerkzeugen ist, bestätigen auch Kobi Tobler von Mitsubishi Materials und Daniel Dietsch, Handelsvertreter von Mitsubishi Materials in der Schweiz. Das Feedback einschliesslich der Wünsche und Verbesserungsvorschläge wird direkt nach Japan weitergegeben. Unter Berücksichtigung der Rückmeldungen startet dann die Entwicklung und Herstellung der gewünschten Werkzeuge. «Das ist für uns umso wichtiger, als sich die Bearbeitung immer mehr zu den Klein- und Kleinstteilen verlagert», betont Laubscher. «In einer langfristigen Partnerschaft mit Mitsubishi Materials wollen wir Synergien austauschen und attraktive Lösungen erarbeiten. Hochinteressant ist Mitsubishi Materials auch deshalb für uns, weil eine sehr grosse Produktpalette angeboten wird, die wir für die Bearbeitung von Teilen mehrerer Industrien einsetzen können», so Laubscher. SMM

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