Suchen

Mannlose Fertigung Präzises Messen im Dreh-Fräs-Zentrum

| Autor / Redakteur: Theo Drechsel / Anne Richter

Hydraulikkomponenten sind häufig komplex geformt und erfordern eine hohe Präzision. Die Firma Tries will deshalb Fertigung und Montage selbst steuern. Eine zentrale Rolle spielen dabei Messsysteme von Blum-Novotest, auch als Basis für die mannlose Fräs- und Drehfertigung.

Firmen zum Thema

Tries stellt beispielsweise hochpräzise Komponenten für Pistenbullis und Bagger her.
Tries stellt beispielsweise hochpräzise Komponenten für Pistenbullis und Bagger her.
(Bild: Fotolia)

Komponenten wie die von Tries, Hersteller von hydraulischen Anlagen und Steuerungssystemen, entwickelten, hochkom­plexen Ventile und Steuerblöcke stellen höchste Ansprüche an die Bearbeitungsgenauigkeit der etwa 30 Werkzeugmaschinen am Standort in Ehingen. «Die Maschinen werden zunehmend komplexer und teurer, da wird es immer wichtiger, sie möglichst durchgehend produzieren zu lassen», erläutert Matthias Bachhofer, technischer Produktionsleiter bei Tries. «Eine mannarme oder gar mannlose Fertigung macht aber nur
Sinn, wenn die Teile laufend überprüft und kritische Masse gemessen werden.»

Eventtipp: SMM Kongress 2020 – Lean Manufacturing Mit dem immer grösser werdenden Konkurrenzdruck und Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld, brennt das Thema Produktivität und Prozessoptimierung jedem Unternehmen unter den Nägeln. Wie mit schlanken Prozessen effizienter produziert werden kann, wird am SMM-Kongress analysiert und diskutiert. Ziel ist es, Strategien für KMUs zu erörtern, Trends und Chancen zu analysieren und Lösungsansätze auszutauschen. Begleitet wird der Kongress von einer Fachausstellung und einem ansprechenden Kulturprogramm.
Wann: Mittwoch, 18. März 2020
Wo: Forum der Messe Luzern
Informationen: www.smm-kongress.ch

Deshalb wurde eine wachsende Anzahl an Maschinen mit Messsystemen ausgerüstet, die im Prozess messen und gegebenenfalls eine Bearbeitung abbrechen oder Parameter korrigieren können. Bereits seit mehreren Jahren vertraut Tries auf die Produkte von Blum-Novotest. Vor allem auf den Dreh­maschinen kommen Messtaster zum Vermessen der Werkstücke zum Einsatz, auf Fräsmaschinen neben Messtastern auch Lasermesssysteme oder Tastköpfe zur Werkzeugmessung und -überwachung.

Bildergalerie

Messtaster für den Einsatz in Drehmaschinen: robust und für extreme Bedingungen

Eine typische, automatisierte Maschine für die mannlose Bearbeitung kleiner, komplexer Teile ist die DMG Mori Sprint 65. Sie ist mit einem Stangenlader für 3-Meter-Stangenmaterial ausgerüstet und wird zur Fertigung von Ventilgehäusen genutzt. Der hier eingesetzte Blum-Messtaster ist ein TC54-10 T, wobei das T für Turning steht. Es handelt sich um eine spezielle Variante für den Einsatz in Dreh­maschinen, die besonders robust und für die extremen Geschwindigkeiten und Bedingungen in Dreh­maschinen ausgelegt ist. Ein weiteres Highlight des Messtasters ist das planverzahnte shark360-Messwerk. Dank der mit 2000 mm pro Minute sehr hohen Antastgeschwindigkeit werden kürzeste Messzeiten und ein hoher Durchsatz realisiert.

Für grössere Bauteile betreibt Tries eine DMG Mori CTX beta 1250 TC 4A, auf der beispielsweise Drehdurchführungen hergestellt werden. Bei der Werkstückmessung setzt Tries hier auf den Funkmesstaster TC60 von Blum. Dieser eignet sich aufgrund der eingesetzten BRC-Funktechnologie ideal für das kombinierte Dreh-Fräszentrum, da er trotz fehlender Sichtverbindung – verursacht durch den grossen Schwenkkopf – die Signale zuverlässig vom Messtaster zum Empfänger überträgt. Zudem ist er für höchste Messgeschwindigkeiten von bis zu 3000 mm pro Minute und raueste Bedingungen ausgelegt und eignet sich daher perfekt für die Serienfertigung.

Quickstart-Zyklen für Messungen an beiden Spindeln

Auf den Maschinen sind Standard-Messzyklen vorinstalliert, die der CNC-Programmierer aufrufen kann, um Messungen zu initiieren. Blum bietet alternativ mit den Quickstart-Zyklenpaketen eine erweiterte Sammlung an Messzyklen an, deren Funktionalität weit über die der eingebauten Standardprogramme hinausgeht und somit auch den hohen Anforderungen der Dreh-Fräszentren, wie sie bei Tries genutzt werden, gerecht wird. Die Quickstart-Zyklen erlauben u. a. Messungen an
beiden Spindeln der Maschinen, was sonst nicht möglich wäre. Dabei bieten die Blum-Zyklen sehr schnelle Messvorgänge – sehr wichtig, um den gewünschten Maschinendurchsatz zu erreichen. Die Messaufgaben der Tastsysteme sind vielfältig, so wird vor der Bearbeitung grosser Dreh- und Frästeile automatisch der Werkstück-Nullpunkt bestimmt und an die Maschine übertragen. Ob ganze Ventil­blöcke oder kleine Ventilhülsen – nach der Fertigung werden an nahezu allen Bauteilen regelmässig bestimmte Masse überprüft, um die gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.

Messsysteme für Fräszentren

Mit Lasercontrol-Messsystemen von Blum sind grösstenteils die Fräsmaschinen bei Tries ausgestattet. Beim Fertigen sind die Lasermessgeräte unverzichtbar, nach jeder Bearbeitung wird das Werkzeug gemessen, um eventuellen Werkzeugbruch zu entdecken. Ergänzt wird das Portfolio verschiedener Messtaster und Lasermesssysteme durch zwei Werkzeug-Messtaster Z-Nano, die an einem Matec-Bearbeitungszentrum mit zwei Arbeitstischen eingesetzt werden. So kann an einem Arbeitstisch bearbeitet werden, während auf der anderen Seite auf- und abgespannt wird. Auch der Z-Nano erlaubt sehr hohe Antastgeschwindigkeiten, um die Messzeiten kurz zu halten.

Aufgrund der guten Erfahrungen mit der Fertigungsmesstechnik von Blum hat Tries beschlossen, auf Neumaschinen nur noch Messsysteme von Blum-Novotest einzusetzen. «Schliesslich ermöglichen uns Messungen mit Blum-Produkten eine signifikante Zeiteinsparung. Das Messen ist in der Bearbeitung integriert und läuft ohne Eingriffe von aussen», unterstreicht Matthias Bachhofer. «Das bringt nicht nur Qualitätsvorteile, sondern macht die Fertigung auch sehr viel produktiver. Die Qualität der Blum-Produkte überzeugt uns!» SMM

(ID:46224335)