Synergie für Präzisions-Bearbeitungszentren Präzision und Produktivität – eine geniale Verbindung

Redakteur: Anne Richter

Beim Besuch der Greyerzer Maschinenfabrik Bumotec zur Vorstellung der neusten Entwicklungen hatte unser MSM-Redaktor Jean-René Gonthier die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Jean-Daniel Isoz, Direktor der beiden Unternehmen SIP und Bumotec, und mit Guy Ballif, Verkaufsdirektor der Bumotec SA. Dabei wurde auch die Frage der geographischen Annäherung der beiden Westschweizer Unternehmen der Starrag Group angesprochen.

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Die S181 ist ein 5-achsiges Dreh-Fräs-Zentrum mit Rücknahme-Einheit zur Komplettbearbeitung komplexer und hochpräziser Werkstücke.
Die S181 ist ein 5-achsiges Dreh-Fräs-Zentrum mit Rücknahme-Einheit zur Komplettbearbeitung komplexer und hochpräziser Werkstücke.
(Bild: Bumotec)

SMM/MSM: Wie ist die Zusammenführung der beiden Firmen SIP und Bumotec vorgesehen, wenn das neue Gebäude fertiggestellt ist?

Jean-Daniel Isoz: Zunächst können wir uns über diese Annäherung nur freuen. Denn es geht ja darum, die Aktivitäten der Unternehmen an einem Standort, der künftigen Fabrik in Vuadens, zusammenzulegen. Dies ist die Realisierung der Wirtschaftseinheit «Precision Engineering» in der Starrag Group. Natürlich wollen wir alle Synergien ausnutzen, die sich bei dieser aussergewöhnlichen Gelegenheit bieten. Oberste Priorität hat die Kombination der Ultrapräzision SIP mit der hohen Produktivität von Bumotec. Praktisch haben wir uns von Anfang an in beiden Kompetenzbereichen intensiv ausgetauscht. Das hat unter anderem zur Auslagerung eines Teils der Fertigung von Gruyère nach Meyrin geführt. Dies auch darum, weil wir in Sâles ziemlich eingeengt waren und dazumal keine anderen Möglichkeiten hatten. Zum Beispiel findet die erste Phase des Zusammenbaus der S 191 bereits seit über eineinhalb Jahren bei SIP in Meyrin statt. Die Geometrie der Maschine wurde dadurch noch genauer, weil SIP einfach zweifellos die Referenz in Sachen Präzision ist.

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Wann werden die beiden Firmen auch geographisch zusammenkommen?

J.-D. Isoz: Die neue energieeffiziente Fabrik wird voraussichtlich auf Mitte 2016 bezugsbereit sein.

Wissen Sie bereits jetzt, ob ein Teil oder gar die ganze Belegschaft von Genf in den Kanton Freiburg mitkommt?

J.-D. Isoz: Ein Grossteil unserer Mitarbeiter wird auch weiterhin für die SIP arbeiten. Allerdings wird eine gewisse Anzahl unter ihnen nicht fortziehen, dies hauptsächlich aus familiären Gründen. Wir haben jedoch eine Lösung gefunden, indem wir einige Räumlichkeiten in Genf behalten werden. Dabei geht es nicht nur um die Erhaltung von Arbeitsplätzen von treuen Mitarbeitern, sondern natürlich auch um das Sichern von Wissen und Erfahrung innerhalb unseres Unternehmens. Es handelt sich um wichtige Funktionen, die gut dezentralisiert werden können. Das ist weiter eine gute Gelegenheit, den Kontakt zu unseren Kunden im Grossraum Frankreich–Waadt–Genf noch etwas enger zu gestalten. Dazu kommt, dass alle Kunden weltweit versuchen, immer raschere Reaktionszeiten im technischen Support zu verlangen und gleichzeitig die Interventionskosten zu limitieren. Für unsere lokalen Kunden ist ein eingespieltes Team in Genf mit Projektleitern, Entwicklungsingenieuren und Servicetechnikern ein gewichtiger Vorteil.

Glauben Sie, dass gegenüber Ihren ausländischen Kunden das Image von Genf mehr ins Gewicht fällt als dasjenige von Vuadens?

J.-D. Isoz: Die heutige Geschäftswelt ist längst globalisiert. Sowohl die Kunden von SIP als auch von Bumotec kommen aus der ganzen Welt. Für sie ist Vuadens ganz nahe bei Genf. In asiatischen, amerikanischen oder auch europäischen Massstäben gemessen, entspricht diese Distanz und die dafür benutzte Zeit etwa einem täglichen Arbeitsweg. Das Image von Genf bleibt also erhalten und wird immer untrennbar mit dem Namen SIP verbunden sein. Wird übrigens nicht auch der Begriff «Great Geneva Bern Area Switzerland (GGBA)» bereits allgemein verwendet? Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir anzumerken, dass sowohl die Schönheit des Greyerzerlandes als auch seine Lebensqualität denjenigen von Genf in nichts nachstehen. Unsere künftigen Kunden werden sicher positiv überrascht sein, wenn sie diese Region zum ersten Mal sehen.

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