SMM-Interview mit Eugen Da Pra, Managing Director, Prodex/Swisstech 2019 Prodex/Swisstech: «Schmelztiegel der MEM-Industrie»

Autor / Redakteur: Matthias Böhm / Matthias Böhm

Vom 14. bis 17. Mai finden die beiden wichtigsten Industriemessen der Schweiz – Prodex und Swisstech – in Basel statt. Eugen Da Pra, Messeleiter der Prodex/Swisstech, zeigt auf, welche Erwartungen er hat und was die Besucher und Aussteller erwarten können. Und vor allem: warum es sich in jedem Fall lohnt, die Messen zu besuchen.

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Eugen Da Pra: «Die Schweiz ist bekannt für ihre technologisch hochstehenden Zulieferunternehmen. Sie stehen weltweit an der Spitze, weshalb die Messe auch internationale Besucher anzieht.»
Eugen Da Pra: «Die Schweiz ist bekannt für ihre technologisch hochstehenden Zulieferunternehmen. Sie stehen weltweit an der Spitze, weshalb die Messe auch internationale Besucher anzieht.»
(Bild: Thomas Entzeroth)

SMM: Wo sehen Sie die Stärken und Alleinstellungsmerkmale des Messeduos Prodex/Swisstech?

Eugen Da Pra: Die beiden Industriemessen Prodex und Swisstech bündeln die Technologien der bedeutendsten Schweizer Unternehmen der Fertigungs- und Zulieferindustrie vom 14. bis 17. Mai in der Messe Basel. Das Messe-Duo ist die wichtigste Industrie-Plattform für den Werkplatz Schweiz. Alle Themenbereiche rund um die Fertigung inklusive Zulieferindustrie werden abgedeckt, von den Werkzeugmaschinen über die Werkzeuge und Spannmittel bis hin zur Fertigungsmesstechnik. Kurz: die Messen sind der Schmelztiegel der MEM-Industrie.

Welche Unternehmen/Technologien bündelt die Messe Swisstech?

Eugen Da Pra: Die Schweiz ist bekannt für ihre technologisch hochstehenden Zulieferunternehmen. Sie stehen weltweit an der Spitze, weshalb die Messe auch internationale Besucher anzieht. Denn die Schweizer Unternehmen bringen Lösungen, die oft einzigartig sind. Als internationale Netzwerkplattform bringt die Swisstech (Internationale Fachmesse für Werkstoffe, Komponenten und Systeme) technologisch herausragende Unternehmen der MEM-Industrie zusammen, fördert deren interdisziplinären Austausch und erweitert damit das Wissen der Branche. Dadurch trägt die Fachmesse wesentlich zur Qualität und Innovation der MEM-Industrie und somit zur Zukunft des Werkplatzes Schweiz bei.

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Wie viele Aussteller und wie viele Besucher erwarten Sie zur Prodex/Swisstech?

Eugen Da Pra: Wir erwarten gesamthaft rund 500 Aussteller in Basel, die ihre Produkte und Dienstleistungen ausstellen. Die Besucherzahl ist nicht nur aufgrund des neuen Messe-Datums im Mai schwierig einzuschätzen. Als wichtigste MEM-Plattform der Schweiz erwarten wir eine grosse Zahl von interessierten Besuchern.

Wie hoch ist der Anteil der ausländischen Besucher?

Eugen Da Pra: Erfahrungsgemäss kommen 15% der Besucher der beiden Messen aus dem Ausland. Die Hälfte aller ausländischen Besucher wiederum kommt aus Deutschland. Der hohe deutsche Besucheranteil ist insofern naheliegend, da Deutschland die wichtigste Exportnation und der bedeutendste Industrie-Handelspartner der Schweiz ist.

Sie lancieren gemeinsam mit dem SMM/MSM den Prodex-Award, welche Bedeutung hat er?

Eugen Da Pra: Der Prodex-Award hat sich mittlerweile zu einer bedeutenden Schweizer Industrie-Auszeichnung entwickelt. Wir durften 30 innovative Projekte für den Prodex-Award entgegennehmen. Davon hat sich die Jury für zehn Nominierte entschieden. Diese zehn Projekte sind während der vier Messetage für den Besucher auf der Smart Manufacturing Plattform sichtbar. Die Award-Verleihung wird am 15. Mai 2019 ab 17.00 Uhr auf der Smart Manufacturing Plattform stattfinden. Alle Nominierten sowie alle Besucher und Aussteller sind hiermit herzlich eingeladen, an der Preisverleihung teilzunehmen.

Welche Rolle wird die Berufsbildung spielen?

Eugen Da Pra: Einer der Schweizer Erfolgsfaktoren ist das duale Ausbildungssystem. Der Berufsnachwuchs liegt uns sehr am Herzen. Nicht zuletzt deshalb haben wir in den letzten Wochen alle Schweizer Berufsschüler im MEM-Umfeld zum Besuch der Prodex/Swisstech eingeladen. Die Zahl der bis jetzt eingegangenen Anmeldungen ist ausgezeichnet. Ausserdem beleuchten am Mittwoch, dem 15.5., ab 10.30 Uhr namhafte Referenten das Thema «Berufsbildung der Zukunft» aus verschiedenen Blickwinkeln. Dies findet auf der Smart Manufacturing Plattform statt.

Wie sehen Sie die Zukunft der Messen in der Schweiz? Der Genfer Automobilsalon und die Baselworld sind gegenüber den vorherigen Veranstaltungen kleiner geworden.

Eugen Da Pra: Ich glaube, dass das Marketing-Instrument «Messe» auch in der Zukunft einen wichtigen Platz in der Kommunikation eines Unternehmens einnehmen wird. Die traditionelle Messe wird sich allerdings verändern und der heutigen Zeit anpassen.

Das liegt nicht zuletzt in der Komplexität der Technologien begründet, die auf den Industriemessen ausgestellt werden. Ein ganz einfaches Beispiel: Sie können heute ein Gewinde mit vielen unterschiedlichen Methoden fertigen. Welche Methode sich am besten eignet, ist im Einzelfall alles andere als einfach zu eruieren. Es hängt von Ihrem Maschinenpark ab, von den Anforderungen an das Gewinde, welche Werkstoffe Sie bearbeiten, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung usw. Bei den Fertigungslösungen müssen unterschiedlichste Randbedingungen berücksichtigt werden. Bei einigen Bauteilen kann sowohl ein Fräs- als auch ein Drehfräszentrum erste Wahl sein. Über diese komplexen Zusammenhänge kann man auf der Messe mit Fachspezialisten diskutieren. Auf einer Messe können solche Gespräche mit unterschiedlichen Anbietern ausgezeichnet geführt werden. Ich denke, da gibt es nichts Vergleichbares, auch nicht im Internet.

Hingegen nimmt das Internet eine zusätzliche und enorm wichtige Funktion ein: Vor, während und nach der Messe kann sich der Besucher relevante Informationen beschaffen. Dieses Bedürfnis decken wir bei Prodex und Swisstech mit Industry+ ab.

Können Sie Industry+ in wenigen Worten erklären?

Eugen Da Pra: Industry+ bietet ein bewährtes Paket von Content-Live-Marketing-Instrumenten an. Diese bestehen aus einem neuartigen Messekonzept mit digitalen Sonderschauen (www.prodex.ch und www.swisstech-messe.ch), ergänzt mit einem digitalen MEM-Treffpunkt (www.memtec.plus), den wir am Dienstag, 14. Mai, ab 17.00 Uhr auf der Smart Manufacturing Plattform lancieren werden.

Inwieweit machen Ihnen Spezialveranstaltungen von Herstellern und Hausmessen Konkurrenz?

Eugen Da Pra: Hausmessen und Fachveranstaltungen sind unserer Meinung nach Schaufenster einzelner Marktteilnehmer, solche Ausstellungen sind sehr wichtig, gerade auch für die Unternehmen und deren Kunden. Sie beleben den Markt und sind eine wichtige Ergänzung zu Fachmessen. Ich hatte es in meiner Antwort bereits oben angedeutet. Auf einer Messe können Sie unterschiedlichste Fertigungsmöglichkeiten in kürzester Zeit auf engstem Raum miteinander vergleichen. Insofern ist eine Messe hochgradig effektiv und gleichzeitig extrem vielschichtig. Das ist das Alleinstellungsmerkmal einer Messe. Wir sind überzeugt, dass die Fachmesse auch langfristig einen wichtigen Platz in diesem breiten Spektrum von Marketing-Massnahmen einnehmen wird. Die B2B-Fachmesse bietet darüber hinaus die einmalige Gelegenheit, persönliche Kontakte, aktuelle Trends der Branche und die Markt­übersicht an einem Standort zu kombinieren.

Auf welche Themenbereiche konzentriert sich die neue «Smart Manufacturing Plattform»?

Eugen Da Pra: Die Smart Manufacturing Plattform ist ein neues Element auf der Prodex/Swisstech, das aus fünf verschiedenen Elementen besteht: einem Forum für themenspezifische Veranstaltungen, Vertretungen von Verbänden und Branchenvereinigungen, Präsenz von Hochschulen, Bildungsinstituten und Start-ups, Innovationen der Branche (Prodex-Award) und einer Netzwerkplattform, um Gespräche zu führen und/oder Partner und Lieferanten zu treffen.

Sie organisieren ein Forum, können Sie etwas zum geplanten Programm sagen?

Eugen Da Pra: Die Programmstruktur des Forums auf der Smart Manufacturing Plattform ist bereits im Internet verfügbar (www.prodex.ch und www.swisstech-messe.ch, Entdecken, Smart Manufacturing Plattform). Im Forum werden wir aktuelle Themen, die die Branche beschäftigen, präsentieren und diskutieren. Einige Beispiele aus dem Forumsprogramm: über Mittag präsentieren Technologie-Leader im SMM Innovationsmarktplatz ihre Neuheiten. In einem Industry Talk am Freitag diskutieren namhafte Vertreter der Industrie den Mega-Trend «Welche Fachleute brauchen wir morgen?». Das detaillierte Forumsprogramm wird regelmässig aktualisiert und ist online abrufbar.

Wie und ab wann kann ich ein Ticket für die Swisstech/Prodex erhalten?

Eugen Da Pra: Auch beim Ticketing haben wir zeitgemässe Instrumente integriert. Wie heute üblich registriert sich der Besucher online, druckt die Zutrittsberechtigung im Büro oder zu Hause aus oder übernimmt die Daten aufs Mobiltelefon und erhält dann beim Messeeingang seinen personalisierten Besucher-Badge. Seit Anfang März können Online-Tickets auf www.prodex.ch und www.swisstech-messe.ch kostenlos bezogen werden. Wir freuen uns auf hoffentlich zahlreiche Besucher. SMM

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