Reiden Kundentage 2019

Qualitätszerspanung für hochpräzise Bauteile

| Redakteur: Anne Richter

Während der Reiden Kundentagen 2019 konnten die Besucher alle Abteilungen besichtigen, auch die Grossmaschinenmontage.
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Während der Reiden Kundentagen 2019 konnten die Besucher alle Abteilungen besichtigen, auch die Grossmaschinenmontage. (Bild: Anne Richter)

Am 11. und 12. April hat die Reiden Technik AG ihre Türen geöffnet zu den jährlichen Kundentagen und die Besucher zu einem Rundgang eingeladen durch die Produktions- und Montagehallen der hochwertigen Bearbeitungszentren für die Präzisionsbearbeitung grosser und mittelgrosser Bauteile.

Die Reiden Technik AG ist eines der wenigen eigenständigen mittelständigen Schweizer Traditionsunternehmen im Werkzeugmaschinenbau. Der Hersteller von hochwertigen 5-Achsen-Bearbeitungszentren für die Präzisionszerspanung grosser und mittelgrosser Bauteile setzt dabei voll auf Schweizer Qualität aus Tradition und Innovation. Am 11. und 12. hat das Unternehmen zu den jährlichen Reiden Kundentagen 2019 an seinen Standort nach Reiden eingeladen, um seine neuesten Entwicklungen und Maschinen präsentieren zu können. Dort konnten die Besucher in einem geführten Rundgang alle Abteilungen kennenlernen und sich über die Reiden Fertigungsphilosophie in der Praxis informieren. Verschiedene Automationslösungen, Sonderkonstruktionen, Fräsvorführungen, CAM-Demonstrationen und neuen Softwarelösungen für den anspruchsvollen Maschinenbau konnten angeschaut und besprochen werden.

Inhouse-Fertigung wichtiger Bauteile auf Reiden-Maschinen

Schlüssel-Bauteile mit besonderen Qualitäts- und und Präzisionsanforderungen werden bei Reiden inhouse in der hauseigenen Fertigung zerspant, zum Grossteil sogar auf verschiedenen Reiden-Maschinen. Konkret war auf der Reiden RX18 die Bearbeitung eines Fräskopfgehäuses für die RX12 zu sehen. «Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dass Fertigungs-Know-how im Haus zu halten. Die dadurch erzielte Flexibilität kommt uns vor allem während der Hochkonjunktur zu Gute», erklärt Daniel Lustenberger, Marketing- und Verkaufsleiter bei Reiden. Die RX18 ist das grösste Bearbeitungszentrum RX-Baureihe von Reiden. Besonderheit des 5-Achs-Bearbeitungszentrum ist eine kombinierte Fräs- und Drehbearbeitung, was einer Spindelklemmung und einem optionalen Drehtisch möglich ist. Der Triagonalfräskopf ermöglicht durch eine spezielle Anordnung der A-Achse die Bearbeitung von Raumwinkeln von -15° bis +105°.

Spezialanpassungen nach ​Kundenanforderungen

In der Montage war eine grosse Vielfalt an Maschinen zu sehen, welche in den verschiedenen Aufbauphasen betrachtet werden konnten. «Bei uns gleicht kaum eine Maschine der anderen. Es handelt sich zwar jeweils immer um die gleiche Grundmaschine, aber immer mit Spezialanpassungen für konkrete Kundenanforderungen», berichtet D. Lustenberger. Reiden geht dabei so weit, dass für eine Kunden die RX14 und die RX18 auf die Bearbeitung von Glas angepasst wurden. Die Firma Schott schleift auf den Maschinen die Linsen für ihre Weltraumteleskope. Da Glas ein extrem abrasiver Werkstoff ist und die Qualitätsanforderungen entsprechend hoch sind, ist der gesamte Bearbeitungsprozess sehr aufwändig. Hinzu kommt, dass ein grosser Teil der Bearbeitungszentren mit einer Automationslösung versehen sind. «Rund 80 Prozent unserer Maschinen werden mittlerweile mit Palettenwechsler verkauft», berichtet D. Lustenberger.

Lehrwerkstatt für die Ausbildung

Für viele Unternehmen in der Schweiz ist es nicht so einfach, gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter zu finden. Deshalb ist für Reiden die Ausbildung eine wichtige Quelle um Fachkräfte zu gewinnen. Auf rund 150 Mitarbeiter kommen zur Zeit 13 Lehrlinge. Um eine gute Ausbildung zu gewährleisten zu können, legt Reiden grossen Wert auf eine gut ausgerüstete Lehrwerkstatt. Hier lernen die Auszubildenden wichtige Bearbeitungsprozesse wie Sägen, Bohren, Feilen sowie konventionelles und CNC-gesteuertes Fräsen und Drehen. Nach einer fundierte 2-jährigen Grundausbildung erfolgt die Fachausbildung in verschiedenen Abteilungen. Zur Wahl steht die Fertigung, die Montage der RX- und BFR2 Baureihen sowie die Fräskopfmontage.

Maschinengenauigkeit oberste Priorität bei der Maschinenmontage

Alle Reiden-Maschinen werden in Standplatzmontage zusammengebaut. Normalerweise findet die Montage der kleineren Maschinen RX10 und RX12 mit höherem Mengenumsatz in einer eigenen Halle statt. Die Montage der beiden Maschinen erfolgt in vielen einzelnen Schritten, wobei die Maschinengenauigkeit an oberster Stelle steht. Jede Maschine wird von einem Montageteam mit einem Maschinenverantwortlichen gebaut. Das gesamte Know-how der Mitarbeiter fliesst in den Bau jeder einzelnen Maschine ein. Der Aufbau einer RX10 dauert durchschnittlich 1100 Stunden, der einer RX12 dauert 1600 Stunden. Über 8000 Komponenten werden verbaut. Vor der Lieferung wird jede Maschine mittels Messlaser vermessen und durch ein Abnahmeteil auf ihre Genauigkeit überprüft. Die Grossmaschinen RX14, RX18 und BFR2 werden in einer zweiten Halle montiert. Hier kann es sein, dass die Fläche einer Anlage mit Palettenwechselsystem deren eines Einfamilienhauses gleicht. Die grössten Maschinen weisen eine Aufstellungsfläche von 132m2 und ein Gesamtgewicht von 55 Tonnen auf. Es braucht teilweise bis zu fünf LKWs, um die Maschinen zum Kunden transportieren zu können.

Nicht nur während der Montage hat die Maschinengenauigkeit einen sehr hohen Stellenwert, auch in der Entwicklung und Konstruktion sowie in jeder anderen Phase des Herstellungsprozesses. Beispielsweise investieren pro Maschine Fachspezialisten bis zu 200 Stunden für die geforderte Genauigkeit, welche in Form von Präzisionsschaben erreicht wird. Die Maschinengenauigkeit wird mit einer entsprechenden Qualitätskontrolle gewährleistet. In der Fabrikation gefertigte Werkstücke können auf der Koordinatenmessmaschine in einer Genauigkeit von 0,005 mm vermessen werden.

«Im Moment haben wir aufgrund der Konjunkturlage eine sehr hohe Auslastung», beschreibt D. Lustenberger die gegenwärtige Situation und ergänzt vor allem in Bezug auf die Schweiz: «Erfreulicherweise haben wir zur Zeit auch einen überproportionalen Anteil an Schweizer Kunden. Nach einer längeren Durststrecke schauen viele Schweizer Unternehmen wieder zuversichtlich in die Zukunft und investieren auch.» SMM

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