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Redesign schafft variable Getriebeanbindung

| Redakteur: Silvano Böni

>> Bei den weiterentwickelten «Power Line»-Druckluftmotoren von Deprag ist der Name Programm. Die kraftvollen Luftmotoren trumpfen mit einem niedrigen Leistungsgewicht auf und erreichen dabei sofort nach dem Start das gewünschte hohe Drehmoment. Die Motorgrössen 54, 55 und 65 wurden komplett überarbeitet. Ihr konstruktiver Aufbau wurde mit dem Ziel vereinheitlicht, die Antriebe noch effektiver herstellen zu können.

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Die «Power Line»-Druckluftmotoren sind nach einem kompletten Redesign noch leistungsfähiger.
Die «Power Line»-Druckluftmotoren sind nach einem kompletten Redesign noch leistungsfähiger.
(Bild: Deprag)

sbo. Aufgrund der hohen Drehzahlen von Luftmotoren werden oftmals diverse Getriebe zur Drehmoment- und Drehzahlanpassung benötigt. Auch an diesem Punkt setzten die Deprag-Konstrukteure bei der Überarbeitung der Power-Line-Lamellenmotoren an. Die Antriebe wurden mit einer standardisierten IEC-Flanschanbindung ausgestattet, wie sie auch für Elektromotoren und handelsübliche Getriebeanbindungen verwendet wird. Durch den IEC-Flansch lassen sich nun unterschiedliche Getriebearten einfacher anbinden. Das können Planetengetriebe, Stirnradgetriebe, Schneckengetriebe, Kegelradgetriebe oder andere Getriebearten sein.

Leistungsdaten

Die Leistungsdaten der neuen Motorentypen lassen sich folgendermassen zusammenfassen: Typ 68-0054/IEC112A stellt eine Motorleistung von 5,1 kW zur Verfügung. Bei einer Nenndrehzahl von 3000 1/min beträgt das Nenndrehmoment 16,2 Nm. Typ 68-0055/IEC112A leistet 9 kW und erreicht ein Nenndrehmoment von 28,6 Nm bei einer Nenndrehzahl von 3000 1/min. Typ 68-0065/IEC112A hat eine Motorleistung von 18 kW und verfügt über ein Nenndrehmoment von 57 Nm bei ebenfalls 3000 1/min Nenndrehzahl. Die Motorspindel dieser neuen Druckluftantriebe aus der Power-Line-Serie ist auf hohe Kräfte ausgerichtet. Die maximale Radialkraft an der Spindel beträgt 7500 N und die maximale Axialkraft 1100 N.

Das aktuelle Power-Line-Sortiment zeichnet sich durch eine besonders grosse Motorenvielfalt aus. Die leistungsstarken Fuss- und Flanschmotoren mit robustem Graugussgehäuse gibt es in Leistungsklassen von 1,6 kW bis 18 kW. Neben den neuen Druckluftantrieben ohne Getriebe mit IEC-Flansch enthält der Katalog ohnehin schon viele standardmässige Baugrössen, die mit diversen Getrieben wie Planeten-, Stirnrad- oder Schneckengetriebe ausgestattet sind. Alle Antriebe aus dem Katalog sind umsteuerbar, das heisst, sie können in beiden Drehrichtungen arbeiten. Dabei lassen sich die Luftmotoren mit einem externen Wegeventil ansteuern. Alternativ finden sich im Programm Druckluftmotoren, die mit einem Handhebel manuell gesteuert werden können.

Geeigneter Antrieb

Bei der Auswahl des geeigneten Antriebs für eine Anwendung stehen viele Attribute im Fokus. Ein grosser Vorteil des Pneumatikmotors gegenüber jedem Elektroantrieb ist das hohe Startmoment bei niedrigem Leistungsgewicht. Aufgrund der Konstruktion hat der mit komprimierter Luft angetriebene Motor ausserdem deutlich weniger Gewicht und ist etwa ein Drittel so gross wie ein Elektromotor mit gleicher Leistung. Bei handgeführten Maschinen spielt das Leistungsgewicht eine grosse Rolle. Aber auch für Robotersysteme oder NC-Maschinen ist eine hohe Leistungsdichte ausschlaggebend für die Wahl der Antriebsart.

Auch folgende Eigenschaften sprechen für Luftmotoren: Die abgegebene Leistung bleibt über weite Drehzahlbereiche weitgehend konstant. So kann er auch in einem breiten Feld wechselnder Lasten optimal betrieben werden. Durch Änderung des Betriebsdruckes lässt sich die Motorleistung bequem variieren und die gewünschte Drehzahl durch eine Drosselung der Abluft oder Luftzufuhr stufenlos steuern. Die Belastbarkeit des Druckluftmotors ist sprichwörtlich, ohne Schaden zu nehmen, kann er bis zum Stillstand belastet werden. Nach Reduzierung der Last läuft er sofort wieder an und das beliebig oft hintereinander.

Gefahrenlose Antriebsquelle

Auch Temperaturverhalten und Betriebssicherheit sprechen für Luftmotoren. Durch seine Funktionsweise – expandierende Druckluft setzt den Rotor mit Hilfe von Lamellen in Bewegung – ist eine Überhitzung durch Überlastung praktisch nicht möglich. Denn die sich ausdehnende Luft kühlt den Druckluftmotor bei zunehmender Belastung ab. Lediglich im Leerlauf kann es zu einer Erwärmung kommen. Grundsätzlich ist Druckluft eine völlig unproblematische Antriebsquelle. Es entstehen keinerlei Gefahren durch Elektrizität oder unerwünschte Temperaturentwicklung. Der Druckluftmotor ist so auch prädestiniert für den Einsatz im explosionsgeschützten Bereich.

Druckluftantriebe sind zudem sehr robust und zuverlässig. Der innere Überdruck, der entsteht, wenn der Lamellenmotor läuft, verhindert das Eindringen von Staub und Schmutz. Lediglich die Lamellen, welche die Arbeitskammern für die expandierende Druckluft bilden, müssen in regelmässigen Abständen als Verschleissteile ausgetauscht werden. <<

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