Trumpf: Automatisiert mit Elektrode schweissen Roboter schweisst effizient ab Einzelstück

Redakteur: Konrad Mücke

Automatisiert zu schweissen, lohnt meist erst bei mittleren Serien. Denn Roboter zu programmieren, ist zuvor langwierig und aufwendig. Bei der Zweifel Metall AG beweist die Roboterschweisszelle TruArc Weld 1000, dass Automation auch beim Fertigen von Einzelstücken lukrativ ist.

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Automatisieren ist profitabel: Auch beim Schweissen von Einzelstücken können Blechverarbeiter mit der Roboterzelle TruArc Weld 1000 von Trumpf wirtschaftlicher arbeiten als beim Handschweissen.
Automatisieren ist profitabel: Auch beim Schweissen von Einzelstücken können Blechverarbeiter mit der Roboterzelle TruArc Weld 1000 von Trumpf wirtschaftlicher arbeiten als beim Handschweissen.
(Bild: Ruben Sprich)

Zahlreiche Arbeitsbereiche in der Fertigung lassen sich nur komplex automatisieren. Zudem ist dafür umfangreiches Fachwissen erforderlich. Das betrifft auch das Schweis­sen. Allerdings sind auch befähigte Schweis­ser immer schwieriger zu finden, Automation ist also nahezu unabdingbar. Schweissroboter verursachen aber einigen Aufwand beim Programmieren. Deshalb ist diese Automation bei kleinen Losgrössen und bei Einzelstücken eher uninteressant. Wirklich überzeugende Automatisierungen, also automatisierte Schweisszellen mit einfach programmierbaren Schweissrobotern, die hohe Qualitätsansprüche erfüllen, aber nur wirtschaftliche, niedrige Investitionen erfordern, fehlten bisher.

Einfache Programmierung gefordert

Die Schlosserei Zweifel Metall AG in Amriswil fertigt für den Maschinen- und den Fahrzeugbau eine Vielzahl an Komponenten aus Blech. Schweissen ist dabei ein wesentlicher Arbeitsprozess. Für einen Lohnauftrag des Schienenfahrzeugherstellers Stadler Rail hatte man zusätzlich zu den 14 manuellen Schweissarbeitsplätzen im Jahr 2011 eine erste Automation installiert. Wie Andreas Zweifel, Geschäftsführer und Mitinhaber, erläutert, hätte man ohne diesen Schweissroboter und trotz motivierter Schweisser diesen Auftrag zum Fertigen in grösseren Serien allein nicht bewältigt. Mit der Investition in den Schweissroboter wurden auch die Mitarbeiter entsprechend geschult. Bis heute ist er täglich in Betrieb. Aufgrund wechselnder Entwicklungsphasen und erhöhter Nachfrage nach anderen Anwendungen gerieten dieser Schweissroboter und sein Einsatz etwas in den Hintergrund. Letzteres vor allem wegen der aufwendigen Programmierung. Um aber auch bei kleineren Serien von einer Automation profitieren zu können, begeisterte sich Andreas Zweifel für die Roboterschweisszelle TruArc Weld 1000 von Trumpf. «Bereits beim ersten Gespräch mit Patrick Kühne, unserem Kundenbetreuer bei Trumpf Schweiz, freute ich mich auf diese Maschine», erinnert sich Andreas Zweifel. Dieser hatte seinerzeit die Schweisszelle nur nebenbei erwähnen wollen. «Aber ich dachte mir, dass eine Schlosserei mit 14 Schweisstischen wohl Bedarf für eine automatisierte Lösung haben könnte, die ein derart gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist wie unsere Roboterzelle TruArc Weld 1000», berichtet Patrick Kühne.

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Wirtschaftlich, einfach, komplett ausgestattet

Die Schweisszelle TruArc Weld 1000 überzeugt durch niedrige Investitionskosten. Trumpf, ansonsten bekannt als Hersteller von Lasern und Werkzeugmaschinen, bietet ein umfassendes Portfolio an Laserschweissmaschinen. In der Roboterzelle TruArc Weld 1000 dagegen ist ein Lichtbogenschweissgerät des Herstellers Fronius integriert. In der Schweisszelle arbeitet ein kollaborativer 6-Achs-Roboter (Cobot). Die Schweisszelle verfügt zudem über einen 3D-Schweisstisch, eine selbstreinigende Absaugung, eine Umhausung mit Blendschutz, eine LED-Beleuchtung und eine ausgereifte Sicherheitstechnik, die dem beim Hersteller Trumpf üblichen Standard entspricht. Dazu erläutert Patrick Kühne: «Generell wurde bei der Roboterschweisszelle TruArc Weld 1000 darauf geachtet, dass unser gewohnt hoher Qualitätsanspruch eingehalten wird, verbunden mit einer durchgehenden Einfachheit.» Letztere zeigt sich unter anderem in der Programmierung. Eine Kombination aus intuitiver Bedieneinheit am Schweissbrenner und Einfachprogrammierung direkt an der Robotersteuerung sorgt für kürzeste Programmierzeiten. Zudem sind die Parameter für zahlreiche gängige Schweiss­programme bereits hinterlegt. Zum Konzept sagt Patrick Kühne: «Es ist eine Maschine, die für den einfachen Einstieg ins automatisierte Schweissen gedacht ist.»

Schon beim Einzelstück effizienter

Besonderer Vorteil für die Zweifel Metall AG ist, dass den Roboter nun auch Mitarbeiter ohne Vorkenntnisse bereits nach kürzesten Trainingszeiten programmieren können. Eigentlich wird nicht programmiert. Es geht eher um ein «Teachen», also um das «Vormachen» des Prozesses ohne Eingabe eines Programm-Codes. Durch diese Einfachheit gelingt es, bei einfachen Werkstücken auch bei Losgrösse 1 wirtschaftlicher zu schweissen als von Hand. Der Hersteller der Schweisszelle hat dies für einige Referenzbeispiele getestet. Unter anderem schweisste man dafür eine Konsole aus Baustahl. Um eine 25 mm dicke Platte mit 8 mm dicken, gebogenen Blechen zu verbinden, sind fünf Schweissnähte anzubringen. Bereits bei einem Einzelstück verkürzt die Automation die Zeit zum Schweissen dieses Bauteils um etwa 21 Prozent, verglichen mit manuellem Schweissen. Dabei ist die Programmierzeit berücksichtigt. Das Teststück zeigt eindeutig, dass auch der Lohnfertiger Zweifel Metall AG von der Effizienz des Roboters profitieren würde. Noch bevor die Roboterschweisszelle TruArc Weld 1000 in Betrieb genommen war, berechneten die Lohnfertiger für einen Auftrag die Kosten, die üblich beim Handschweissen anfallen. Den Auftrag konnte man dann bereits auf der Schweisszelle ausführen. Dabei ergab sich, dass die Schweissarbeiten inklusive der Programmierung innerhalb der halben Zeit verglichen mit Handschweissen ausgeführt werden konnten. Zur reduzierten Bearbeitungszeit trägt auch bei, dass die Schweisszelle dank einer ausfahrbaren Trennwand zwei Stationen bietet. So kann man hauptzeitparallel rüsten.

Einfach installieren und in Betrieb nehmen

Nicht nur das Programmieren der Maschine ist einfach, auch das Installieren und die Inbetriebnahme. Beides wird mit QR-Codes vereinfacht. Diese führen zu E-Learnings, die die Inbetriebnahme, das Roboterschweissen und die Programmierung erläutern. Nach deren Ansehen und Befolgen der Anweisungen kann das Personal bereits erste einfache Schweissarbeiten ausführen. Einfachheit ist der Grundgedanke, der sich durch das gesamte Konzept der Schweisszelle zieht. Ohne Servicetechniker soll es möglich sein, die Maschine selbst aufzustellen und in Betrieb zu nehmen. Dass dieses Konzept realistisch ist, konnte Patrick Kühne zusammen mit Andreas Zweifel verifizieren. Als ehemaliger Maschinenmonteur installierte er die Roboterzelle und nahm sie allein anhand der Videos in Betrieb. Der gesamte Ablauf dauerte nur etwa zwei Stunden. «Es gab keine Probleme. Da hat Trumpf wirklich nicht zu viel versprochen», freut sich Patrick Kühne.
- kmu - SMM

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