Mobiler Laser entschärft Blindgänger

Scharfer Strahl entschärft Bomben

| Redakteur: Konrad Mücke

Kerben, um zu entschärfen: Ein robotergeführter Laser bearbeitet den Mantel bisher nicht gezündeter Bomben, sogenannter Blindgänger.
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Kerben, um zu entschärfen: Ein robotergeführter Laser bearbeitet den Mantel bisher nicht gezündeter Bomben, sogenannter Blindgänger. (Bild: LZH eV.)

Nicht detonierte Bomben (Blindgänger) bedrohen weltweit Anwohner und Umgebung. Mit einem Laser in die Bombenhüllen eingebrachte Kerben minimieren die Sprengwirkung und verhindern Schäden. Ein geeignetes Verfahren und mobile Lasersysteme entwickelt das Laser Zentrum Hannover e.V.

Blindgänger mit üblichen Verfahren zu entschärfen birgt erhebliche Risiken. Insbesondere komplexe Zündsysteme können trotz sorgfältiger und vorsichtiger Vorgehensweise die Bomben unbeabsichtigt detonieren lassen. Häufig lassen sich deshalb solche Bomben nur sprengen. Das verursacht allerdings erheblichen Aufwand. In grösserem Umkreis sind die Anwohner zu evakuieren. Gebäude und Infrastruktur sind zu schützen. Wie unter anderem der deutsche Kampfmittelräumdienst schätzt, gibt es aber allein in Deutschland noch bis zu 60 000 to bisher unentdeckte, im Boden verborgene Kampfmittel. Deshalb suchen Experten nach geeigneten, sicheren Verfahren, um diese zu beseitigen.

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Hülle schwächen verringert Sprengkraft

Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat nun in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Laser on Demand ein spezielles Verfahren verwirklicht und erstmals auf der Hannover Messe im April 2018 vorgestellt. Dabei werden die Bomben mit einer sogenannten Deflagration entschärft. Im Unterschied zur Detonation entsteht bei der Deflagration eine deutlich schwächere Druckwelle. Der Sprengstoff kann wegen einer verringerten Geschwindigkeit der Flammenfront seine Explosivkraft nicht entwickeln. Dies gelingt durch das Schwächen der Hülle der Bomben. Damit wird die zur Detonation erforderliche sogenannte Verdämmung deutlich reduziert.

Beim aktuellen Verfahren bringt ein Laserstrahl Kerben in die Bombenhülle ein. Anschliessend zündet man kontrolliert den Sprengstoff, der langsamer als bei der üblichen Detonation abbrennt. Somit lassen sich gefährliche Blindgänger deutlich einfacher, sicherer und bei weniger Aufwand als bisher entschärfen. Dafür entwickeln das Laser Zentrum Hannover und der Kampfmittelräumdienst inzwischen ein für den Einsatz geeignetes Lasersystem.

Mobil, sicher und zuverlässig

Beim Bearbeiten der Bomben ist es unbedingt zu vermeiden, Wärme ins Innere einzutragen. Der Laser darf deshalb beim Kerben den Mantel nicht durchdringen. Er muss zuverlässig den abgetragenen Werkstoff aus der Kerbe austragen. Zudem muss das gesamte dafür benötigte Lasersystem in nahezu jedem Gelände mobil sein. Nur dann kann man es an den jeweiligen Einsatzort bringen.

Mit einem von einem Roboter geführten Lasersystem ist es bisher gelungen, bis zu 25 mm dicke Stahlbleche entsprechend zu kerben. Dabei wird Werkstoff geschmolzen und ausgetragen. Zugeführtes Gas sorgt dafür, dass der Laser bis zu 16 mm tief Werkstoff abträgt und aus der Kerbe ausbringt. SMM

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