Schmalz im Wohnmobilbau

Schnelle Prozesse dank Vakuumtechnik

| Redakteur: Silvano Böni

Feinfühlig wird das Dach mit Hilfe eines VacuMasters auf den Seitenwänden platziert.
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Feinfühlig wird das Dach mit Hilfe eines VacuMasters auf den Seitenwänden platziert. (Bild: J. Schmalz GmbH / Juergen Loesel)

Qualifizierte Mitarbeiter, ein moderner Maschinenpark und eine effiziente Logistik sind das Erfolgsrezept der Capron GmbH, welche hochwertige Wohnmobile fertigt. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzt das Unternehmen dabei auf Vakuumtechnik von Schmalz.

Über den Alpenpass, die Küstenstrasse oder die Autobahn – ein komfortables Bett, Küche und Flachbildschirm immer mit dabei: Das Reisen mit dem Wohnmobil erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die spürt auch die Capron GmbH mit Sitz im sächsischen Neustadt. Das Mitglied der Erwin Hymer Group wächst kontinuierlich und bietet eine Modellpalette vom Kompakt-Fahrzeug bis zum üppig ausgestatteten Familienmobil mit sechs Schlafplätzen.

Die Reisemobile der Marken Carado und Sunlight werden in über 30 Ländern vertrieben, Hauptabsatzmarkt ist Europa. Im aktuellen Geschäftsjahr verlassen über 8500 Fahrzeuge das Werk. Capron fertigt die Modelle unter anderem auf der mit 450 Metern längsten Produktionslinie der Branche in Europa. Täglich entstehen über 40 Fahrzeuge in den 37 000 Quadratmeter grossen Hallen. Mehr als 600 Mitarbeiter erfüllen die verschiedenen Kundenwünsche und sorgen so für Mobilität mit individueller Note.

Von Anfang an setzte Capron auf schlanke Produktionsprozesse, qualifizierte Mitarbeiter und hohe Flexibilität. Seit das erste Fahrzeug 2006 die Fabrikhalle in Neustadt verliess, spielt Handhabung und Spanntechnik mittels Vakuum aus dem Hause Schmalz in der Fertigungsstrategie eine tragende Rolle.

So entsteht ein Wohnmobil mit Hilfe von Vakuum­technik

Begonnen hat alles mit Aufspannsystemen für verschiedene Arbeitsschritte in der Vorfertigung. Capron setzt eine hohe Fertigungstiefe um und stellt das Interieur aus Holz selbst her – vom Bodenbelag bis zur Wandverkleidung. An sechs Bearbeitungsmaschinen kommen insgesamt rund 200 Block­sauger von Schmalz zum Einsatz. Bis die einzelnen Bauteile einbaufertig sind, müssen einige davon manuell nachbearbeitet werden. Auch dafür hat Schmalz das passende Hilfsmittel: einen Vakuum-­Spanntisch. «Er fixiert sicher und ermöglicht den freien Zugang zum Werkstück. Die Arbeiten erfolgen ohne zeitaufwändiges Umspannen», sagt Toni Pietsch, Leiter Projektmanagement bei Capron.

Regalböden, Schranktüren oder Tischplatten fräst Capron aus grossformatigen Holzplatten auf Nestingmaschinen heraus. Deren Beladung übernimmt ein Schlauchheber Jumbo. «Unsere Mitarbeiter schätzen die einfache und zuverlässige Handhabung sowie die ergonomische Konstruktion der Bedienelemente», weiss Toni Pietsch. Weil die Mitarbeiter Werkstücke unterschiedlicher Grösse und Beschaffenheit handhaben müssen, setzt Capron eine ganze Reihe von Sondergreifern an den Hebegeräten ein. Als Spezialist für Systemlösungen liefert Schmalz mehrere leichtgängige Säulenschwenkkrane, die in Kombination mit den Hebegeräten auf die jeweilige Anwendung ausgelegt worden sind. Auch bei der Ausstattung der Wohnmobile mit Elektrogeräten vertrauen die Sachsen auf Vakuumtechnik von Schmalz. So hilft ein Schlauchheber JumboErgo, Kühlschränke schonend und passgenau einzubauen.

Knifflige Dachmontage einfach gelöst

Zu den kniffligen Handhabungsaufgaben gehört, die bis zu 120 Kilogramm schweren Dächer auf die Fahrzeuge zu heben und einzusetzen. Für diesen Arbeitsschritt setzt Capron auf das Vakuum-Hebegerät VacuMaster. Es verfügt über eine robuste, etwa sieben Meter lange Lasttraverse aus Stahl mit sechs Saugpunkten. Trotz der enormen Grösse des Daches reicht ein Mitarbeiter am Boden aus, um den Greifer passgenau auf dem Bauteil zu platzieren. Mit Hilfe einer Fernsteuerung aktiviert der Mitarbeiter das Vakuum und richtet das Dach zunächst um 90 Grad auf, um die Oberlichter zu montieren. Nach der Montage schwenkt er das Dach erneut um 90 Grad und setzt es feinfühlig auf das Fahrzeug. Durch ein Handschiebeventil ist das von einer Pumpe erzeugte Vakuum schnell abgebaut, um den Greifer vom Dach zu lösen. Dach und Seitenwände müssen dann noch verklebt und abgedichtet werden. «Die Dachmontage stellt hohe Anforderungen an die Handhabungstechnik. Dank des VacuMasters läuft dieser Prozess schnell und zuverlässig ab. Darüber hinaus schont das System die Gesundheit unserer Mitarbeiter», weiss Pietsch zu schätzen.

Deutliche Prozessvorteile

Der Einsatz von Vakuumtechnik entlang der Wertschöpfungskette hat sich für Capron voll ausbezahlt. So sind insgesamt rund 30 Hebegeräte von Schmalz in der Produktion im Einsatz. «Wir erzielen damit deutliche Prozessvorteile. Vorher waren zwei Mitarbeiter erforderlich, um schwere Güter zu transportieren. Mit den Hebegeräten sparen wir Personal, verbessern die Arbeitsplatzergonomie und handhaben schneller», beschreibt Toni Pietsch, dessen Ziel es ist, möglichst viele Arbeitsgänge technisch zu unterstützen. «Vakuumtechnik sorgt für stabile Prozesse und wir erzielen höchste Qualität», meint er.

Capron setzt auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinem Projektpartner. «Vertrauen und fachliche Beratung sind bedeutende Faktoren. Die Kooperation mit Schmalz und der Service funktionieren vorbildlich», lobt Pietsch. Verschleissteile wie Blocksauger oder Saugplatten schickt Capron nach Glatten. Die Schwarzwälder sorgen dann für schnellen Ersatz oder reparieren, falls möglich. Auf der Suche nach weiteren Prozess-Optimierungen dürfte Vakuumtechnik auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Toni Pietsch fasst zusammen: «Wir gehen neue Herausforderungen gemeinsam an, und Schmalz sorgt dann für die adäquate Umsetzung.» SMM

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