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Kürze Rüstzeiten mit Werkzeugmanagement Schneller produzieren mit System

| Autor / Redakteur: Karin Steinmetzer / Anne Richter

Die Anfotec Antriebstechnologie GmbH ist Anbieter von hochwertigen industriellen und mechanischen Antriebselementen. Für die Werkzeugeinstellung arbeitet Anfotec schon lange mit Zoller. Neu soll ein transparentes Werkzeugmanagement etabliert und die Rüstzeiten verkürzt werden.

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Zwischen 10 und 15 Prozent mehr Zerspanleistung – der Facharbeiter bestückt heute nur noch den Wechsler, und die Maschine läuft.
Zwischen 10 und 15 Prozent mehr Zerspanleistung – der Facharbeiter bestückt heute nur noch den Wechsler, und die Maschine läuft.
(Bild: Zoller)

Vor Einführung eines systematischen Toolmanagement-Systems «machte jeder Facharbeiter sein eigenes Ding in Bezug auf Werkzeuge», so Christian Hast, Geschäftsführer der Anfotec. «Mit wachsender Anzahl an Maschinen wurde das ineffizient und vor allem teuer, insbesondere bei kostenintensiveren Werkzeugen, wie beispielsweise den Messerköpfen, die vielfach eingesetzt werden.» Die Motivation dafür, ein Toolmanagement-System einzuführen, war deshalb, Transparenz über den Bestand zu schaffen – konkret: «die Werkzeuge von den Maschinen wegzubekommen und die ‹Schwarz­lager› der einzelnen Facharbeiter aufzulösen», führt Michael Schnellen, Projektleiter bei Anfotec, aus. Denn der exakte Werkzeugbestand war unbekannt, und oft wurde mehrfach nachbestellt, weil der Überblick fehlte und keine effiziente Werkzeugverwaltung vorhanden war.

Nadelöhr Spankapazität

So bestand die Herausforderung darin, einen Prozess aufzusetzen, der die enormen Rüstzeiten verkürzt und gleichzeitig dafür sorgt, das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit zur Verfügung zu stellen. «Insbesondere bei den Grossmaschinen, die 6–7 Stunden Laufzeit haben und bei denen bis zu 60 Werkzeuge für ein Werkstück im Einsatz sind, summierten sich die Rüstzeiten; vor allem, wenn der Facharbeiter auch noch Zeit mit der Werkzeugsuche verbrachte», erklärt Arbeitsvorbereiter Florian Niggemeier die Ausgangslage. Der erste Schritt zur Rüstzeitverkürzung, eine externe Werkzeugeinstellung statt des «Antastens» in der Maschine, wurde im Jahr 2010 mit dem Zoller-Einstell- und Messgerät «venturion» umgesetzt. In einem zweiten Schritt kam 2013 die Zoller-Toolmanagement-Software hinzu.

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10 bis 15 Prozent mehr Zerspanleistung

Heute reduziert die optimierte Werkzeugorganisation die Rüstzeit erheblich. In der Folge erhöhte sich die Maschinenlaufzeit und damit die Zerspanleistung signifikant, bestätigt Geschäftsführer Hast. Maschinenstillstand aufgrund fehlender Werkzeuge gibt es nicht mehr, da alle Aufträge auf einem Werkzeugwagen vorgerüstet werden. «Heute ist die Organisation tipptopp, und der Erfolg ist da: Wir haben zwischen 10 und 15 Prozent mehr Zerspanleistung», so Hast.

«Der Facharbeiter bestückt den Werkzeugwechsler, kontrolliert nochmals alle technologisch relevanten Einstellungen, und die Maschine läuft», erklärt Hast weiter und ergänzt: «Früher haben unsere Facharbeiter alles an der Maschine selbst eingerichtet. Speziell für Wiederholteile sind die Einrichteblätter des Zoller-Systems ein grosser Vorteil.» So wird heute hauptzeitparallel gerüstet.

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