Trumpf: Industrie 4.0 schafft autonome Fabrik Schritte zur autonomen Blechbearbeitung

Redakteur: Konrad Mücke

Eine vernetzte Produktionsumgebung (Industrie 4.0) trägt dazu bei, die als intelligent bezeichnete Fabrik zu verwirklichen. Davon sind die Spezialisten bei Trumpf überzeugt und stellen zur Messe Euroblech ihre Strategien vor.

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Aus den Daten eines Laserautomaten abgeleitete Prozessverbesserungen können für weitere Maschinen in aller Welt genutzt werden.
Aus den Daten eines Laserautomaten abgeleitete Prozessverbesserungen können für weitere Maschinen in aller Welt genutzt werden.
(Bild: Trumpf)

Trumpf präsentiert in Hannover zahlreiche Lösungen für eine autonom arbeitende Fabrik. Das Unternehmen zeigt digital vernetzte Anwendungen für die Blechbearbeitung. Diese tragen dazu bei, Fertigungsprozesse zu vereinfachen und effizienter zu machen. Dazu erläutert Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen beim Ditzinger Maschinenhersteller: «Unsere Maschinen agieren immer eigenständiger und entlasten die Mitarbeiter bei vielen Tätigkeiten. Das gelingt nur mit einer vernetzten, intelligenten Produktionsumgebung. Mit ihrer Hilfe gelingt es uns, die Produktivität zu steigern und so die Wettbewerbsposition unserer Kunden zu sichern. Künstliche Intelligenz ist dafür der Schlüssel.» Wie er weiter berichtet, schaffe beispielsweise eine höhere Laserleistung kaum noch Vorteile, Effizienz- und Produktivitätssteigerungen. Es gehe vielmehr um den vernetzten Maschinenpark und die der eigentlichen Produktion vor- und nachgelagerten Prozesse. Dort und durch intelligente Datenauswertung liessen sich die grössten Produktivitätsgewinne verwirklichen.

Assistenzsysteme für sichere Prozesse

Bisher schon haben die Ditzinger Spezialisten für Blechbearbeitung zahlreiche Assistenzsysteme in ihre Maschinen integriert. Damit haben sie die Basis für eine autonome Fabrik geschaffen. Ein Beispiel ist die Funktion Smart Collision Prevention, die zu prozesssicherem Schneiden wesentlich beiträgt. Sie kalkuliert bereits beim Programmieren kippende Blechteile ein. Sie entwirft eine Abarbeitungsstrategie, die Kollisionen mit dem Schneidkopf vermeidet. Zudem steuert eine zunehmende Anzahl an Maschinenfunktionen Bearbeitungsprozesse selbst. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Smart Nozzle Automation. Sie inspiziert regelmässig die Düse und wechselt diese bei Beschädigungen automatisch.

Maschinen lernen selbst

Beim Laservollautomaten TruLaser Center 7030 läuft von der Programmierung bis hin zum Sortieren der Teile sogar alles automatisiert. «Durch intelligente Datenanalyse verbessern wir bei dieser Maschine bereits heute die Prozesse. Mithilfe von Rückmeldungen unserer Kunden in Form von Daten perfektionieren wir die Anlage kontinuierlich. Künstliche Intelligenz ist die nächste Stufe im Konzept Industrie 4.0», sagt Thomas Schneider, Geschäftsführer Entwicklung Werkzeugmaschinen bei Trumpf. Als Beispiel dafür führt er die Entladeeinheit der Maschine an. Pins heben das Blech aus dem Restgitter nach oben, damit Sauger die geschnittenen Blechteile prozesssicher entnehmen können. Gelingt das den Pins nicht auf Anhieb, leitet die Maschine selbstständig einen neuen Entnahmezyklus ein. Diesen wiederholt sie bis zu einer zuverlässigen Funktion der Blechteileaufnahme. Die sogenannten Retry-Versuche speichert und analysiert die Maschine und lernt daraus für künftige Prozessschritte.

Intelligente Logistik für Smart Factory

Auch bei der betriebsinternen Logistik lassen sich die Abläufe mit Künstlicher Intelligenz deutlich verbessern. Dies zeigt der Ditzinger Maschinenhersteller anhand einer vernetzten Intralogistik-Lösung, die er bereits im eigenen Unternehmen und bei ausgewählten Anwendern getestet hat. Mit diesem System werden die internen logistischen Prozesse optimiert. Dies betrifft beispielsweise den Transport der Bauteile von einer Bearbeitungsstation zur nächsten. Dazu sagt Thomas Schneider: «Testkunden reduzieren die Kosten erheblich durch den Einsatz unserer Indoor-Lokalisierung. Denn sie verkürzen Suchzeiten und können durchdacht Prioritäten für abzuarbeitende Aufträge bestimmen. Dies ist für Fertigungsbetriebe zunehmend entscheidend, da kleinere Losgrössen zu bearbeiten sind. Dabei wird es zunehmend schwieriger, jeweils aktuell den Stand einzelner Aufträge zu kennen. Letzteres fordern aber Kunden der Blechfertiger, da sie es bereits aus dem Online-Handel gewohnt sind. Mit der Indoor-Lokalisierung von Trumpf lassen sich die benötigten Informationen jederzeit aktuell generieren. SMM

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