Interview, Thomas Nägelin / Fraisa Holding AG

«Schweiz perfekt für Hochleistungswerkzeuge»

| Redakteur: Matthias Böhm

«Ob die Zukunft des Werkplatzes Schweiz weiterhin erfolgreich sein kann, wird massgebend vom Zugang der Schweizer Industrie auf den Europäischen Arbeitsmarkt abhängen.» Thomas Nägelin, Director Sales and Marketing/Member of the Executive Board
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«Ob die Zukunft des Werkplatzes Schweiz weiterhin erfolgreich sein kann, wird massgebend vom Zugang der Schweizer Industrie auf den Europäischen Arbeitsmarkt abhängen.» Thomas Nägelin, Director Sales and Marketing/Member of the Executive Board (Bild: Fraisa)

Die Fraisa SA ist einer der grössten europäischen Vollhartmetall-Werkzeughersteller. Laut Aussage von Thomas Nägelin (Member oft the Board) liegt das an den ausgezeichneten Rahmenbedingungen, die sich jedoch mit der Einwanderungsinitiative massiv verschlechtert haben. Gleichwohl sieht er für den Werkplatz gute Chancen für Hochleistungsprodukte. Fraisa wird zum Thema Hochleistungszerspanung am Swissmem Zerspanungsseminar 2015 referieren.

SMM: Ist die Schweiz ein idealer Standort für VHM-Werkzeughersteller?

Thomas Nägelin: Die Frage kann man mit einem deutlichen Ja beantworten. Für die Herstellung von Hartmetallwerkzeugen sind alle dafür wichtigen Technologien in der Schweiz vorhanden und das hochqualifizierte Personal für alle Unternehmensbereiche ist ebenfalls verfügbar. Zudem hat der Schweizer Markt eine grosse Nachfrage für technisch sehr anspruchsvolle Hochleistungswerkzeuge. Der Anspruch an Qualität und Leistungsfähigkeit ist also sehr hoch. Werkzeuge, die in der Schweiz ihren Anwender finden, werden auch weltweit erfolgreich sein.

Welche Bedeutung hat die F&E in Ihrem Bereich und wo müssen Sie besonders intensiv forschen?

Th. Nägelin: In einem Hochlohnland kann man nur bestehen, wenn man technisch hervorragende bis überlegene Produkte entwickelt und herstellt. Da versteht es sich von selbst, dass die Innovation der wesentliche Treiber ist. Um Innovativ zu sein, braucht es neben der entsprechenden Unternehmenskultur und den Fachkräften auch die stetige Entwicklung neuer Produkte mit höherem Leistungspotenzial.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, das massive Kühlung direkt an der Schneide einer der wichtigsten Faktoren ist, um die Produktivität und Standzeit zu erhöhen.

Th. Nägelin: Diese Aussage mag auf bestimmte Werkzeuge wie bspw. die Bohrer voll zutreffen. Beim Fräsen kommt es sehr stark auf die Bearbeitungsstrategie und den Werkstoff an, ob nun die massive Kühlung an der Schneide das Richtige ist. Ist das der Fall, so setzt man entweder Werkzeuge mit integrierter Kühlmittelzuführung ein oder löst diese Aufgabe mit der Zuführung der Kühlung durch Hochleistungskühlsysteme maschinenseitig. Beide Verfahren unterstützen wir mit unseren Produkten.

Wegen welcher Produkte sollte man zu Ihnen auf den Stand kommen?

Th. Nägelin: Wir haben soeben ein neues Programm bei den Fräswerkzeugen mit 30 neuen Produkten lanciert. Zusätzlich wurde das web-basierte Werkzeugmanagementsystem ToolCare 2.0 im Markt eingeführt. Es gibt also viele Gründe, um bei uns auf dem Stand vorbeizukommen.

Wie schätzen Sie die Zukunft des Werkplatzes Schweiz ein?

Th. Nägelin: Die Rahmenbedingungen stimmten für den Werkplatz Schweiz bis zum Abstimmungstag 'Massenzuwanderung' sehr gut. Wir hatten Zugang zu den wichtigen Forschungsprojekten in Europa und konnten die Fachkräfte nach Bedarf auch im Ausland rekrutieren. Wir hatten auch die demografische Entwicklung, die ja eine höhere Rate bei den altersbedingt aus dem Arbeitsprozess ausscheidenden Personen mit sich bringt, durch die Zuwanderung voll im Griff. Ob die Zukunft des Werkplatzes Schweiz weiterhin erfolgreich sein kann, wird massgebend vom Zugang der Schweizer Industrie auf den europäischen Arbeitsmarkt abhängen. Ich hoffe, dass wir dazu mit der EU gute Rahmenbedingungen aushandeln können. <<

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