Anbieter zum Thema
Beunruhigende Margensituation
Ein anderes Bild zeigen die Ergebnisse einer zu Beginn dieses Jahres durchgeführten Swissmem-Umfrage zur Ertragslage in den Unternehmen: Fast ein Viertel (23%) der Firmen befanden sich 2016 auf Stufe EBIT in der Verlustzone. Ein Drittel (34%) der Betriebe erreichten 2016 wohl eine positive, aber letztlich unbefriedigende EBIT-Marge von weniger als fünf Prozent. Im Vergleich dazu befanden sich 2014 nur sieben Prozent der Unternehmen in der Verlustzone und 23 Prozent zwischen null und fünf Prozent EBIT-Marge. Kleinunternehmen sind im Vergleich etwas stärker betroffen, wobei der Unterschied zu den Mittel- und Grossfirmen nicht ausgeprägt ist. «Diese Zahlen sind beunruhigend», sagt Swissmem-Präsident Hans Hess. «Unter dem Strich konnten 57 Prozent der Unternehmen zwei Jahre nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses keine oder nur ungenügende Margen erwirtschaften, die sie in die Zukunft investieren könnten.» Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass der Frankenschock für sehr viele Unternehmen, insbesondere KMU, noch nicht überwunden ist. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Schweizer Franken in den letzten Monaten gegenüber dem Euro kontinuierlich aufgewertet hat.
Strukturwandel setzt sich fort
Die schwierige Lage der MEM-Firmen wirkt sich auch auf die Anzahl der Beschäftigten aus. Per Ende 2016 arbeiteten 317‘600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der MEM-Industrie. Somit gingen in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 12‘600 Stellen verloren. Immerhin steigt die Anzahl der publizierten Stellenangebote der Swissmem-Mitgliedfirmen seit Anfang 2016 wieder an.
Der beschleunigte Strukturwandel dürfte sich jedoch auch 2017 fortsetzen. Gemäss dem noch unveröffentlichten «Swiss Manufacturing Survey» des Instituts für Technologiemanagement der Universität St. Gallen erwägen 46 Prozent der Industriebetriebe, in den nächsten drei Jahren Verlagerungen ins Ausland durchzuführen. Der wichtigste Grund dafür ist die Reduktion von Produktionskosten. Neben Produkt- und Prozessinnovationen ist dies für die Firmen der einzige Weg, um die Profitabilität in der Schweiz zu erhöhen. Das deckt sich mit der Einschätzung der Befragten, welche Jobs betroffen sein werden. Sie rechnen damit, dass Stellen in der Produktion ab- und jene in den Bereichen Forschung, Entwicklung sowie im Projektmanagement zunehmen werden. SMM
(ID:44546812)
