Medizintechnik bleibt stärkstes Technologiefeld Schweizer Patentanmeldungen stabil hoch

Quelle: Pressemitteilung 5 min Lesedauer

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Laut dem «EPO Technology Dashboard» (ehemals Patent Index) 2025 beläuft sich die Zahl der Patentanmeldungen aus der Schweiz beim Europäischen Patentamt (EPA) im Jahr 2025 auf 9914. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz damit weltweit auf Position sieben und in Europa auf dem dritten Platz, hinter Deutschland und Frankreich.

Entwicklung der Patentanmeldungen aus der Schweiz: Nach dem Rekordjahr 2024 bleibt die Zahl der Anmeldungen in 2025 nahezu stabil bei 9914 (-0,5 Prozent ggü. 2024).(Bild:  EPA)
Entwicklung der Patentanmeldungen aus der Schweiz: Nach dem Rekordjahr 2024 bleibt die Zahl der Anmeldungen in 2025 nahezu stabil bei 9914 (-0,5 Prozent ggü. 2024).
(Bild: EPA)

Im europäischen Vergleich gehören sechs Schweizer Kantone zu den 25 europäischen Regionen mit den meisten Patentanmeldungen, darunter Zürich auf Position 13, Waadt auf Platz 18 und Zug auf Rang 19. Nach dem Rekordjahr 2024 bleibt die Zahl der Anmeldungen in 2025 nahezu stabil bei 9914 (-0,5 Prozent gegenüber 2024). Mit 1096 Patentanmeldungen pro Million Einwohner in 2025 führt die Schweiz das weltweite Ranking der Patentanmeldungen pro Kopf an.

Spezialmaschinen[1] mit stärkstem Wachstum

Das grösste Wachstum bei den Patentanmeldungen aus der Schweiz verzeichnet das Technologiefeld «Sonstige Spezialmaschinen» (+32,1 Prozent), zu dem u. a. Werkzeugmaschinen sowie der 3D-Druck gehören.(Bild:  EPA)
Das grösste Wachstum bei den Patentanmeldungen aus der Schweiz verzeichnet das Technologiefeld «Sonstige Spezialmaschinen» (+32,1 Prozent), zu dem u. a. Werkzeugmaschinen sowie der 3D-Druck gehören.
(Bild: EPA)

Im Jahr 2025 entfallen die meisten Patentanmeldungen aus der Schweiz auf die Medizintechnik, die mit 965 Anmeldungen trotz eines Rückgangs von -7,7 Prozent weiterhin das führende Technologiefeld bleibt. Auf Platz zwei folgt das Technologiefeld sonstige Konsumgüter[2] mit einem Zuwachs von +12,7 Prozent (931 Anmeldungen), wodurch die Messtechnik mit 830 Anmeldungen (-8,6 Prozent) auf den dritten Platz zurückfällt. Das Feld Elektrische Maschinen, Geräte und Energie auf Platz vier verzeichnet ebenfalls einen leichten Rückgang (773, -4,9 Prozent), während der Bereich Handhabung[3] auf Platz fünf um -4,8 Prozent sinkt, nach einem Wachstum im Jahr 2024. Die Bereiche Pharmazeutika (-1,9 Prozent) und Biotechnologie (-1,6 Prozent) bleiben auf hohem Niveau stabil, während sie insgesamt beim EPA zurückgingen. Dies unterstreicht die Stärke des Landes im Bereich Life-Sciences. Das grösste Wachstum verzeichnen die Technologiefelder sonstige Spezialmaschinen (+32,1 Prozent) und Transportwesen (+14,2 Prozent).

EPA knackt erstmals die 200 000er-Marke

Das Europäische Patentamt (EPA) verzeichnete im Jahr 2025 eine Rekordzahl von 201 974 Patentanmeldungen. Damit steigen die Patentanmeldungen ggü. dem Vorjahr um +1,4 Prozent und überschreiten erstmals die Marke von 200 000. Die Anmeldungen aus Europa – einschliesslich aller EPA-39 Mitgliedsstaaten – steigen um +0,4 Prozent (EU-27: +0,7 Prozent), während die Anmeldungen aus Ländern ausserhalb Europas um +2,1 Prozent zunehmen. Patentanmeldungen sind ein Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung.

«Die Rekordzahl an Patentanmeldungen unterstreicht die Innovationskraft Europas und seine Attraktivität als globaler Technologiemarkt», sagt EPA-Präsident António Campinos. «Das Technology Dashboard 2025 zeigt auf, welche Industrien Fortschritte erzielt haben und wo noch Lücken bestehen. Es unterstützt politische Entscheidungsträger in Europa dabei, zentrale Themen zu identifizieren sowie gezielte Massnahmen und Investitionen zu planen, um technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Das Einheitspatent beseitigt zwar Hindernisse und beschleunigt den Übergang zu einem stärker integrierten europäischen Innovationsmarkt. Dennoch bleibt ein besonderer Fokus auf strategische Sektoren wie KI, Halbleiter, Gesundheit und Quantentechnologien notwendig.»

Spitzenreiter bei Patentanmeldungen pro Kopf

Im Jahr 2025 behauptet die Schweiz ihre internationale Spitzenposition bei den europäischen Patentanmeldungen pro Million Einwohner mit rund 1096 Anmeldungen. Damit bleibt sie klar führend. Es folgen Finnland (613), Schweden (446) und Dänemark (446), noch vor grösseren Ländern wie Deutschland (293), Japan (173) und den USA (135).

Drei Schweizer Unternehmen unter den Top 50

Im Jahr 2025 zeigen Schweizer Unternehmen im internationalen Vergleich erneut eine hohe Patentaktivität. Die drei führenden Unternehmen in der Schweiz (Hoffmann-La Roche, Philip Morris, ABB) gehören zu den Top 50 Patentanmeldern weltweit. Gemeinsam verzeichnen sie 18,4 Prozent (1824) der insgesamt 9914 Patentanmeldungen in der Schweiz.

Die 30 führenden Schweizer Unternehmen bei den Patentanmeldungen.(Bild:  EPA)
Die 30 führenden Schweizer Unternehmen bei den Patentanmeldungen.
(Bild: EPA)

Hoffmann-La Roche führt mit 681 Patentanmeldungen trotz eines leichten Rückgangs von 4,1 Prozent weiterhin die Innovationslandschaft der Schweiz an. Philip Morris International folgt dicht dahinter mit 680 Anmeldungen und verzeichnet einen Anstieg von +37,4 Prozent. ABB behauptet mit 463 Anmeldungen (-14,3 Prozent) die Position als zentraler Innovator in der Elektrotechnik und Automatisierung.

Schweizer Unternehmen glänzen beim EPA weiterhin in diversen führenden Technologiefeldern: Hoffmann-La Roche belegt Platz 1 in der Biotechnologie, Platz 2 im Bereich Pharmazeutika und Platz 4 in der Organischen Feinchemie. Novartis liegt auf Platz 8 im Segment Pharmazeutika, die Swatch Group auf Platz 8 in der Messtechnik. ABB rangiert auf Platz 14 bei Elektrischen Maschinen, Geräten und Energie. Das Schweizer Anmeldeportfolio bleibt somit über Life Sciences, industrielle Maschinen und Konsumgüter hinweg relativ diversifiziert.

Datenspeicherung neu gedacht

In jüngster Zeit konzentriert sich Eleftheriou bei der Arbeit in seinem Zürcher Unternehmen Axelera AI auf In-Memory-Computing (IMC). Mithilfe dieser Technologie können bestimmte Rechenoperationen direkt im Arbeitsspeicher durchgeführt werden, was sie schneller und effizienter macht.(Bild:  EPA)
In jüngster Zeit konzentriert sich Eleftheriou bei der Arbeit in seinem Zürcher Unternehmen Axelera AI auf In-Memory-Computing (IMC). Mithilfe dieser Technologie können bestimmte Rechenoperationen direkt im Arbeitsspeicher durchgeführt werden, was sie schneller und effizienter macht.
(Bild: EPA)

Das Europäische Patentamt hat den schweizerisch-griechischen Wissenschaftler und Unternehmer Evangelos Eleftheriou als Finalist des Europäischen Erfinderpreises 2026 in der Kategorie «Industrie» nominiert. Die Auszeichnung gilt seit 20 Jahren als einer der renommiertesten Innovationspreise Europas. Die Preisverleihung findet am 2. Juli in Berlin statt.

Evangelos Eleftheriou hat über 30 Jahre bei IBM Research in Zürich geforscht. Gemeinsam mit seinem Team hat er Schlüsseltechnologien zur Datenspeicherung und -verarbeitung entwickelt – von magnetischer Datenspeicherung über Flash-Speicher bis hin zu In-Memory-Computing, das KI-Anwendungen schneller und energieeffizienter machen soll.

Auf dieser Grundlage gründete er Axelera AI in Zürich. Das Startup entwickelt KI-Prozessoren, die Nvidias Edge-Produkte in Leistung und Energieeffizienz übertreffen sollen – und damit eine Antwort auf eine der drängendsten Fragen Europas liefern: technologische Souveränität im KI-Zeitalter. Die Chips finden z. B. Anwendung in Industrie-4.0-Szenarien, in der industriellen Bildverarbeitung, der Fertigung, der Echtzeit-Inspektion und Videoanalyse sowie in der Industrieautomation und im Maschinenbau.

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Schweizer Unis zählen zu den innovativsten in Europa

Schweizer Universitäten zeigen 2025 beim EPA eine starke Aktivität bei Patentanmeldungen. Unter den Institutionen der 39 EPA-Mitgliedstaaten belegt die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) mit 103 Anmeldungen den zweiten Platz (geteilt mit der KU Leuven aus Belgien), gefolgt von der ETH Zürich auf Platz vier mit 81 Anmeldungen. Die Universität Zürich erreichte mit 41 Anmeldungen den zehnten Platz. Somit gehören drei Schweizer Hochschulen zu den Top 10 in Europa.

Frauen weiterhin unterrepräsentiert

Im Jahr 2025 stammten lediglich 27 Prozent aller Patentanmeldungen in der Schweiz von Teams mit mindestens einer Erfinderin. Damit liegt die Schweiz auf Platz 17 der 39 EPA-Mitgliedstaaten und leicht über dem Durchschnitt der 39 EPA-Staaten (26 Prozent), jedoch deutlich hinter Ländern wie Spanien (42 Prozent), Finnland (34 Prozent) sowie Frankreich und Belgien (je 32 Prozent), den führenden europäischen Patentnationen mit mehr als 2000 Patentanmeldungen.

Kantone: Innovationszentren bleiben stabil

Die Top 5 der 26 Kantone erzielen über 50 Prozent aller Patentanmeldungen aus der Schweiz. Dies unterstreicht die starke Konzentration von Innovationsaktivitäten in forschungsintensiven Clustern mit einer hohen Dichte an multinationalen Unternehmen, spezialisierten KMU und international renommierten Universitäten.(Bild:  EPA)
Die Top 5 der 26 Kantone erzielen über 50 Prozent aller Patentanmeldungen aus der Schweiz. Dies unterstreicht die starke Konzentration von Innovationsaktivitäten in forschungsintensiven Clustern mit einer hohen Dichte an multinationalen Unternehmen, spezialisierten KMU und international renommierten Universitäten.
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Wie in den Vorjahren führt Zürich das Ranking der Kantone mit den meisten Patentanmeldungen an und erzielt einen Anteil von 13,7 Prozent aller Patentanmeldungen aus der Schweiz. Es folgen die innovationsstarken Kantone Waadt (11,9 Prozent) und Zug (10,6 Prozent), die sich weiterhin als wichtige Standorte für Forschung und Technologie behaupten. Zusammen mit Basel-Stadt (10 Prozent) und Genf (9,5 Prozent) erzielen die Top 5 der 26 Kantone über 50 Prozent aller Patentanmeldungen aus der Schweiz. Dies unterstreicht die starke Konzentration von Innovationsaktivitäten in forschungsintensiven Clustern mit einer hohen Dichte an multinationalen Unternehmen, spezialisierten KMU und international renommierten Universitäten. Unter den Kantonen mit über 100 Anmeldungen verzeichnet Bern (+48 Prozent) das stärkste Wachstum, nach bereits 18,6 Prozent Zuwachs im Jahr 2024.

[1] Eine Vielzahl von Technologien, u. a. Werkzeugmaschinen für verschiedene Industrien sowie 3D-Druck.

[2] Persönliche und Haushaltsgegenstände, die in keine der anderen spezifischen Kategorien fallen (wie z. B. «Möbel», «Spiele» oder «Medizintechnik»). Dazu zählen bspw. Kleidung, Schmuck, Musikinstrumente sowie tabakbezogene Technologien, einschliesslich E-Zigaretten.

[3] Verpackungstechnologien sowie Technologien, die mit der Handhabung von Gegenständen zu tun haben, etwa beim Verpacken, Fördern, Heben, Transportieren und Öffnen.

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