Langdrehen

Schweizer Präzision in Costa Rica

| Redakteur: Anne Richter

Mit der Swissnano konnte Okay Industries seine Bearbeitungskompetenz auf den Nanobereich ausweiten. Im Bild ist Machinentechniker José Ulate, bereit die brandneue Swissnano zu starten.
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Mit der Swissnano konnte Okay Industries seine Bearbeitungskompetenz auf den Nanobereich ausweiten. Im Bild ist Machinentechniker José Ulate, bereit die brandneue Swissnano zu starten. (Bild: Tornos)

Okay Industries ist führender Hersteller medizinischer Bauteile. Am Standort in Costa Rica ist die erste Swissnano in ganz Lateinamerika im Einsatz. Mit dem Langdrehautomaten von Tornos konnte Okay Industries Costa Rica seine Produktion auf ein neues Präzisionsniveau führen.

Mit 340 Mitarbeitern an den Standorten New Britain und Berlin, beide in Connecticut, USA, sowie Montecillos, Alajuela, Costa Rica, ist Okay Industries ein führender Hersteller von medizinischen Produkten und kann dabei auf eine unübertroffene Kompetenz auf dem Gebiet des Stanzens und der Zerspanung unterschiedlichster Metalle zurückgreifen. Zu diesen Metallen zählen unter anderem Edelstähle, für Implantate geeignetes Titan und Nitinol. Weitere wichtige Zielmärkte für Okay Industries sind die Automobilindustrie, die Rüstungs-/Waffenindustrie und industrielle Anwendungen, wobei stets Wert darauf gelegt wird, neue Wege zu beschreiten und aussergewöhnliche, auf die Fertigungs- und Geschäftsbedürfnisse des jeweiligen Kunden zugeschnittene Lösungen zu liefern – ganz im Sinne des Firmenmottos «Rethinking the Ordinary».

Führende Rolle in der Herstellung medizinischer Produkte

Der 2012 ins Leben gerufene Geschäftsbereich Costa Rica wurde von Okay Industries auf einem 1300 Quadratmeter grossen Grundstück in der Montecillos-Freihandelszone Z in der Gemeinde Alajuela angesiedelt. Dort fertigt Okay Industries medizinische Komponenten und andere Präzisionsteile mithilfe von Verfahren wie der CNC-gesteuerten Mehrachsen-Bearbeitung, dem Drehen auf Langdrehautomaten, dem Senk- und Drahterodieren (EDM) und anderen allgemeinen Bearbeitungsprozessen. Ganz gleich, ob es um Grossserienfertigung, Werkzeuge, besondere Produktionsprozesse, Ersatzteile oder Montagevorrichtungen geht, bei Okay Industries können die Kunden auf hochqualifizierte Arbeitskräfte, weltweit führende technische Kompetenz und technische Innovation vertrauen. «Unser Geschäftsbereich Costa Rica wächst seit seiner Gründung im Jahr 2012 stetig. Costa Rica verfügt über eine wachsende Medizintechnik-Branche mit einer grossen Zahl von hier ansässigen Erstausrüstern (OEMs). Der Standort Alajuela ermöglicht uns also eine enge Zusammenarbeit mit ihnen und die spezifische Ausrichtung auf ihre Anforderungen», so Mario Chaves, der selbst auf 30 Jahre Erfahrung in der Fertigung, insbesondere im Werkzeugbau und in der Arbeit für unterschiedlichste Branchen, sowie auf 17 Jahre Management-Erfahrung zurückblicken kann. «Darüber hinaus ist Costa Rica eine echte Talentschmiede und bildet an seinen zahlreichen guten technischen Hochschulen und Ausbildungsstätten hervorragende Fachleute aus – vom Ingenieur bis zum Mechaniker. Unser Standort ist nur zweieinhalb Flugstunden bzw. vier bis fünf Tage mit dem Schiff von den USA entfernt und ist damit für uns ein weiterer Pluspunkt.»

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Mit Swissnano zu ungeahnter Präzision

Mit der kürzlich erworbenen Swissnano ist Okay Industries der erste Hersteller Lateinamerikas, der eine solche Maschine besitzt. Die Anschaffung der Maschine ist Teil der Investitionsstrategie des Unternehmens, die darauf abzielt, zur Erfüllung der Kundenwünsche über das Übliche hinauszugehen. «Die Swissnano von Tornos wurde im Zuge unserer geplanten Expansion angeschafft. Vor Kurzem haben wir zwei neue, sehr vielversprechende Projekte an Land gezogen, für die wir verstärkt in neue Anlagen investieren müssen», erzählt Chaves. Für eines dieser Projekte – die Herstellung eines 1,5 mm x 1,5 mm grossen medizinischen Teils für die Brustkrebschirurgie – muss Okay Industries die eigene Kompetenz in der Präzisionsfertigung auf ein neues Niveau heben. «Die Swissnano hat bereits jetzt unsere Erwartungen übertroffen, zeigt sie doch im Hinblick auf die geforderten Teileabmessungen eine hervorragende Stabilität», erläutert Chaves, der bereits darüber nachdenkt, wie sich das Potenzial der Maschine auch für andere Anwendungen nutzen lässt. «Ideal wäre es, wenn wir noch über etwas zusätzliche Kapazität bei unserer Swissnano verfügen könnten, um weitere Präzisionsbearbeitungsprojekte für uns zu gewinnen, denn hierfür gibt es definitiv einen Markt.»

Darüber hinaus versetzt die Swissnano – die als genaueste Maschine dieses Typs auf dem Markt gilt – Okay Industries in die Lage, gegenüber potenziellen Kunden die eigene Kompetenz voll auszuspielen. Und das wiederum unterstützt die Vision des Unternehmens: «Basierend auf mehr als 100 Jahren Kompetenz in der Werkzeugherstellung, unserer Führungsrolle in Sachen Innovation sowie dem Engagement und dem Willen unserer Mitarbeiter, Spitzenerzeugnisse zu fertigen, wird sich Okay Industries so zum zuverlässigsten Partner für massgeschneiderte Präzisionsteile und -baugruppen entwickeln.»

Alles begann mit der Swiss GT 26

Aufgrund der sehr positiven – und beeindruckenden – Erfahrungen mit einer Tornos Swiss GT 26, inklusive Wälzfräsmodul, war es für Okay Industries nur logisch, sich bei der Suche nach einem auf hohe Präzision ausgelegten Langdrehautomaten an Tornos zu wenden. «Mit der Swiss GT 26 können wir ein Kunststoffzahnrad für ein medizinisches Gerät herstellen und konnten darüber hinaus die Zykluszeiten für bestimmte Teile um mehr als 50 % verkürzen», so Mario Chaves. «Es war die Leistung der Swiss GT 26, die uns dazu bewogen hat, uns die Swissnano anzuschauen.» Mit der Swissnano und ihren Funktionen zum Laden sehr dünner Stangen (mit einem Durchmesser von unter 3 mm) und zum Entladen von Kleinstteilen konnte Okay Industries laut Chaves seine Bearbeitungskompetenz auf Nanogenauigkeit ausweiten. Dank ihrer fortschrittlichen Ergonomie hat der Maschinenbediener die Führungsbuchse vor sich. Zudem teilt sie sich mit der Swiss GT 26 die gleiche Tisis-Schnittstelle. Aufgrund der vollständig numerisch gesteuerten Achsen ist die Einrichtung der Swissnano selbst bei extrem komplex geformten Teilen ganz einfach. Die hohe thermische Stabilität und Verwindungssteifigkeit der Swissnano versetzen Okay Industries in die Lage, die Anforderungen seiner Kunden mit kompromissloser Präzision zu erfüllen.

Mayprod hält Hersteller auf dem neuesten Stand der Technik

Wenn Hersteller in Mittelamerika auf der Suche nach Spitzenlösungen der Werkzeugmaschinentechnik sind, wenden sie sich an Mayprod, den exklusiven Tornos-Vertriebspartner für diesen Absatzmarkt. Das salvadorianische Unternehmen Mayprod mit Sitz in San Salvador ist stolz darauf, Mittelamerikas bevorzugter Lieferant zu sein, wenn es um erstklassige Werkzeugmaschinen samt Zubehör, Service und Support geht. Das 1987 von Carlos Huezo Sr. gegründete Unternehmen beschäftigt heute 30 Mitarbeiter und beliefert Kunden in El Salvador, Guatemala, Costa Rica und Nicaragua. Bis Ende 2017 plant Mayprod die Expansion nach Honduras. Die Vision des Firmengründers, moderne CNC-gesteuerte Technologie nach Mittelamerika zu bringen, hat nach Aussage seines Sohnes, Mayprods heutigem operativem Geschäftsführer Carlos A. Huezo, noch heute Bestand. «In Mittelamerika setzt man für die Metallzerspanung nach wie vor in erster Linie auf handbetriebene Maschinen, wobei Costa Rica – ein Land, in dem die Herstellung von medizintechnischen Produkten stark zulegt – eine Ausnahme darstellt», erläutert er. «Unsere meistverkauften Produkte sind herkömmliche Drehmaschinen. Unsere Kunden wissen, dass wir auf Werkzeugmaschinen spezialisiert sind, und kommen immer wieder zu uns. Gleichzeitig ist den Kunden heute natürlich die zunehmende Bedeutung der CNC-Technologie bewusst – und die können wir ihnen mit den innovativen Langdrehautomaten von Tornos bieten.»

Potenzial in Lateinamerika

Kürzlich hat Mayprod die bislang erste Tornos-Swissnano auf dem lateinamerikanischen Markt verkauft, und gerade mal ein Jahr seit Beginn der Partnerschaft mit Tornos konnte das Unternehmen bereits insgesamt drei Tornos-Maschinen an den Abnehmer bringen. Dieser Erfolg zeigt laut Carlos A. Huezo das enorme Potenzial des zentralamerikanischen Marktes im Allgemeinen und von Costa Rica im Besonderen. Vor dem Hintergrund der alternden Weltbevölkerung und der weiten Technologieverbreitung, die den Weg zur zunehmenden Miniaturisierung ebnet, floriert in Costa Rica die Herstellung von medizintechnischen Produkten. Dadurch steigt die Nachfrage nach leistungsfähigen Spitzenprodukten wie der Tornos-Swissnano. «Es handelt sich hierbei um ein Nischenprodukt, wie es niemand ausser Tornos zu bieten hat», so Carlos A. Huezo. Er lässt nicht unerwähnt, was die Kunden an Mayprod schätzen: den Zugang zu so einer Technologie – und nicht zuletzt Mayprods herausragende Fachkompetenz auf dem Gebiet der Werkzeugmaschinenindustrie sowie den Spitzenservice für alle verkauften Maschinen über ihre gesamte Lebensdauer. «Wir legen grossen Wert auf Kundendienst und technischen Support, und genau das ist es, was uns von den anderen Vertreibern von Werkzeugmaschinen in unserem Markt abhebt», erläutert Huezo. «Uns sind unsere Kunden wichtig. Sie wissen, dass bei einer Maschine, die sie bei uns gekauft haben, kaum Ausfallzeiten auftreten. Wir bei Mayprod erleben derzeit aufregende Zeiten, sind wir doch in der Lage, nicht einfach nur Langdrehautomaten anzubieten, sondern die originalen Langdrehautomaten, die tatsächlich in der Schweiz gefertigt werden: Tornos.»

Beeindruckende Ergebnisse

«Die Ergebnisse unserer ersten Teiledurchläufe auf der Swissnano waren beeindruckend. Es gab praktisch keine Abweichungen zwischen dem ersten und dem 200. Teil», erzählt Chaves. Er betont, dass die Tisis-Programmiersoftware – das Tornos-Portal zur Industrie 4.0 – den Maschinenbedienern ausgezeichnete Ergebnisse ermöglicht, und zwar sowohl mit der Swiss GT 26 als auch mit der Swissnano. Tisis, und das ist Chaves besonders wichtig, geht auf den Faktor Mensch in der Fertigung ein und zielt hier auf Verbesserungen ab. «Einer der wichtigsten Gründe dafür, dass ich damals zu Okay Industries gekommen bin, war die Einstellung von Firmenchef Jason Howey, dem die Menschen am Herzen lagen und der sich für ihre Belange interessierte», erzählt Chaves. «Die menschliche Seite ist das, was das Unternehmen ausmacht. Wir legen Wert auf die Einstellung und Ausbildung guter Bürger.» Tisis unterstützt Chaves’ Angestellte dabei, herausragende Ergebnisse für das Unternehmen – und seine Kunden – zu erzielen, genauso wie die Swissnano Okay Industries in die Lage versetzt, die Konkurrenz auszustechen. «Wir halten Schritt mit den wichtigen Trends, die Einfluss auf die Fertigung von medizinischen Komponenten haben. Die Teile werden immer kleiner und die Kunden verlangen immer neue Lösungen. Wir möchten für sie der Partner sein, der ihnen unter Einsatz der besten Technologien die besten Endergebnisse zum günstigsten Preis liefert», so Chaves.

Rosige Zukunftsaussichten

Chaves sieht für den Geschäftsbereich Okay Industries Costa Rica und für die Zusammenarbeit mit Tornos eine glänzende Zukunft. «Es gibt unzählige Möglichkeiten für Tornos und unser Unternehmen. Tornos bietet wirklich ausgezeichnete Maschinenausrüstung. Ich muss schon sagen, ich war sehr beeindruckt von der Tornos-Multiswiss, als wir Tornos anlässlich der Inbetriebnahme unserer Swissnano am Hauptsitz in Moutier in der Schweiz besuchten», erklärt Chaves. «Ich kann mir auch diese Maschine für unsere Werkstatt gut vorstellen. Noch gibt es zwar kein Projekt, das die Anschaffung einer Multiswiss rechtfertigen würde, aber wir halten die Augen offen.» In der Zwischenzeit unterstützen Tornos-Lösungen Okay Medical and Precision Components Manufacturing und seine 65-köpfige Belegschaft dabei, die ambitionierte Vision des Unternehmens umzusetzen. SMM

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