Erowa: Spannsystem Heavy PowerChuck bewährt sich Schwere Werkstücke sicher spannen

Redakteur: Konrad Mücke

Die auf grosse Maschinenbauteile spezialisierte Bunorm AG in Aarwangen spannt erstmals grosse Werkstücke mit dem Spannsystem Heavy PowerChuck (HPC) von Erowa. Magnetisch gespannte Wechselpaletten und Spannstöcke bewähren sich.

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Einfacher Wechsel: Ein Bediener kann allein die gesamte Palette mit extern gerüsteten Werkstücken wechseln.
Einfacher Wechsel: Ein Bediener kann allein die gesamte Palette mit extern gerüsteten Werkstücken wechseln.
(Bild: Erowa AG)

Seit einigen Jahren beabsichtigt der Spanntechnikhersteller Erowa, ein Spannsystem für grosse und schwere Werkstücke herzustellen. Um ein vertieftes Verständnis für die Anforderungen und Merkmale solcher Systeme zu erlangen, wandte man sich bereits im Jahr 2015 an den Auftragsfertiger Bunorm. Man wollte klären, was beim Bearbeiten schwerer Bauteile wichtig ist und wie man sehr grosse Werkstücke spannt. «In der Folge hat sich Bunorm mit wichtigen und wertvollen Inputs an der Entwicklung des HPC beteiligt», erzählt Benjamin Wagner, Product Manager beim Spanntechnikhersteller. «Und das gilt erst recht, seit man im Jahr 2016 beschlossen hat, ein auf die spezifischen Anforderungen des Anwenders abgestimmtes System zu konfigurieren und zu testen.»

Durchdachte Lösung

Seit nunmehr zwei Jahren arbeitet der Fertigungsbetrieb in Aarwangen mit dem Spannsystem. Auf einer Grundplatte sind vier HPC-Spannmodule montiert. Darauf wird mit einem Kran eine Magnetspannpalette gespannt. Auf dieser ist wiederum ein grosses Werkstück mit Magnetkraft fixiert. Dazu ist die Platte mit über 132 beweglichen Polverlängerungen ausgestattet. Diese sorgen für eine ebene Auflage. Das so gespannte Bauteil wird dann auf einer Portalbearbeitungsmaschine an bis zu fünf Seiten gleichzeitig bearbeitet.

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«Wir verfügen über zwei solcher Paletten für die Portalbearbeitungsmaschine», erklärt Projektleiter Stefan Gygax von Bunorm. «Das erhöht die Flexibilität und das Tempo beträchtlich. Wenn sich eine Palette in der Maschine befindet, kann bereits die nächste vorbereitet werden.» Wichtig sei auch, dass das System über eine Offenkontrolle verfügt. Die Bedienbox zeigt an, ob die Spannmodule offen oder geschlossen sind. Das verhindert, dass irrtümlich versucht wird, die Palette bei geschlossenem Zustand hochzuheben. So vermeidet man Schäden an der Palette und am Bauteil. Bunorm verfügt zusätzlich über eine zweite HPC-Aufspannvorrichtung. Sie befindet sich auf einem Dreh- und Fräszentrum und trägt bis zu 1600 mm lange und breite Werkstücke.

Vereinfachtes Handling

Stefan Gygax zählt zahlreiche weitere Vorteile auf: «Das gesamte Handling ist markant vereinfacht worden. Dank der Vorzentrierzapfen ist die Palette von Anfang an sauber ausgerichtet, Fehler sind fast nicht mehr möglich. Der Nullpunkt bleibt bestehen, ebenso die Ausrichtung der Spannmodule untereinander. Das dient natürlich der Repetiergenauigkeit», erzählt er. Eine Person allein kann die Paletten wechseln. Die Einrichtungs- und Umrüstzeiten sind deutlich kürzer. «Ehemals dauerte auf den Magnetplatten das Umrüsten ein bis zwei Stunden, heute gelingt das in vielleicht gut fünf Minuten», ist Stefan Gygax begeistert. Eingesetzt wird das Spannsystem beim Bearbeiten bis zu 1500 kg schwerer, mit dem Brennschneider vorbearbeiteter Stahlplatten. «Auch bei derart schweren Bauteilen bewährt sich das Spannsystem», erläutert Stefan Gygax weiter. «Die Belastbarkeit des Spannsystems unterscheidet sich in keiner Weise von einer Aufspannung direkt auf dem Maschinentisch», ist er überzeugt.

Erfolgreich zusammengearbeitet

Stefan Gygax ist von der Kooperation mit Erowa begeis­tert. «Wir konnten das Heavy-Power­Chuck-­Spannsystem in enger und unkomplizierter Zu­sammen­arbeit mit dem Hersteller auf unsere
Produkte hin konfigurieren und haben dazu bei­getragen, es zu entwickeln», sagt er. Die Philosophien beider Unternehmen seien sehr ähnlich, Erowa sehe er als innovativ und lösungsorientiert. - kmu - SMM

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