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IBM-Trendforscher: neue Generation
Keynote Speaker Moshe Rappoport (Trendforscher, IBM Research GmbH, Rüschlikon) sieht eine neue Generation (digital natives) von Leistungsträgern heranwachsen, die verstärkt in digitalen Kategorien denken. Die klassischen Denkmechanismen, wie produziert, wie vertrieben und wie kommuniziert wird, werden zunehmend hinterfragt und geändert.
Hier können seiner Meinung nach nicht unerhebliche Umwälzungen stattfinden, die die Industrie in neue Richtungen lenken können.
Peter Meier, USP Consulting GmbH
Peter Meier (Wirtschaftsanalytiker, USP Consulting GmbH) ging in seiner Wirtschaftsanalyse speziell auf die Entwicklung des Schweizer Werkzeugmaschinen-Marktes ein. Er resümierte, dass der Schweizer WZM-Absatz sich nicht kongruent zum japanischen oder deutschen WZM-Absatz verhält und in den letzten Jahren diesen gegenüber an Schubkraft verliere.
Der Grund sei folgender: Der wachstumsstärkste WZM-Markt liege in den Schwellenländern infolge der dort wachsenden Automotive-Industrie. Die Schweizer WZM-Unternehmen lieferten traditionsbedingt weniger stark in diesen Sektor, als es ihre deutschen und japanischen Mitbewerber tun. Deshalb könne die Schweizer WZM-Industrie nicht im gleichen Mass von diesem Aufwärtstrend profitieren.
Innovative Lösungen für die Fertigung
Neben wirtschaftlichen Entwicklungen ging es auch um technologische Trends. Die wurden von Prof. Dr. Konrad Wegener (Inspire AG, IWF, ETH Zürich) in seinem Übersichtsvortrag abgesteckt. Er ging u. a. auf das Thema 3D-Druck ein. Diese Technologien verfügen seiner Meinung nach über ein erhebliches Potential. Mittlerweile gibt es 3D-Druck-Verfahren die in der Lage sind einige kg/h zu verarbeiten, womit man in hoch produktive Bereiche vorstösst, die richtig interessant würden.
In Zukunft sei es seiner Meinung nach aber entscheidend, Materialien für diese Verfahren zu entwickeln, die die enormen Abkühlgeschwindigkeiten der additiven Verfahren problemlos vertragen, ohne dass es zu inneren Spannungen kommt.
Knochenstrukturen per 3D-Druck
3D-Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Mit den additiven 3D-Verfahren können beispielsweise Spongiosa-Strukturen (Knochenstrukturen) hergestellt werden. Warum braucht man das? Prof. K. Wegener sagt dazu: Wenn Leichtbau richtig ernst genommen würde, sind solche Strukturen per 3D-Verfahren perfekt auf die Beanspruchungen des Bauteils konfigurierbar. Hier komme man in Zukunft an additiver Fertigung nicht mehr vorbei.
1–2 Prozent Produktivitätsgewinn pro Jahr
Allgemein sagt er zur Fertigungstechnik: Es gebe nur wenige Industriebereiche, die sich in den letzten zwei Dekaden auf Grund von Materialentwicklung, Kostendruck und Veränderung der informationstechnischen Möglichkeiten so drastisch geändert hätten wie die Fertigungstechnik.
Niemand zweifle ernsthaft daran, dass eine Fertigung nur Bestand habe, wenn ständig an der Produktivitätssteigerung, Optimierung gearbeitet würde. Der allgemeine technische Fortschritt führe durchschnittlich zu Produktivitätssteigerungen von 1 bis 2 % pro Jahr.
Innovation verläuft in Schüben
Das lässt sich flächendeckend und kontinuierlich aber kaum realisieren, tatsächlich läuft die Innovation punktuell und in Schüben. Ein kontinuierlicher oder intermittierender Technologieradar, mit dem man neue Technologien identifiziert, die sich im Rahmen eines Reengineerings der Prozessketten anbieten neu umgesetzt zu werden, sei daher zwingend, führt Prof. Wegener weiter aus.
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