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Wichtige Themen versus «Hype-Themen»
Beispiele von Einzelinnovationen an der Schwelle zur Industrialisierung, die der Fertigung fallweise einen erheblichen Produktivitätsschub verleihen können, sind u. a.: Schleifverfahren, bei denen auf Anhieb Gutteile produziert werden, wirtschaftliche Bearbeitungsverfahren für ZrO2-Implantate, Ausnutzung von Entwicklungen der Physik der Ultrakurzpulslasertechnik für den Materialabtrag, Schneidengeometrien für die geometrisch definierte Zerspanung von schwer zerspanbaren Materialien, Hartbearbeitung, praktisch verschleissfrei arbeitende Erosionstechniken, Kompensationstechniken im Werkzeugmaschinenbau etc.
Man tue gut daran, solche Innovationen hinter den «Hype-Themen» im Auge zu behalten, schliesst Prof. Dr. Konrad Wegener. Juan Franco (Eichenberger Futuretech AG) spricht in seinem Vortrag von einer industriellen Revolution im 3D-Bereich. Das Potenzial sei enorm. Die Denkweise, wie wir Produkte entwerfen, designen und produzieren werden, werde sich radikal ändern müssen.
Zurück am Werkplatz Schweiz
Diese neuen Produktionstools würden es ermöglichen, Produkte, welche heute zum Teil mit einem grossen Anteil an Handarbeit in Billiglohnländern produziert werden, in naher Zukunft wieder am Werkplatz Schweiz zu produzieren.
Digitalisierte Gussproduktion (DGP)
Am Beispiel der Giesserei Benninger Guss AG präsentierte Eric von Ballmoos (CEO), wie sie mit Sandformen, die direkt per 3D-Druckverfahren entstehen, massiv schneller sind als mit herkömmlichen Verfahren.
Als erstes Unternehmen der Giesserei-Zulieferindustrie in der Schweiz und dem angrenzenden Ausland, setzt Benninger Guss seit März 2013 die 3D-Fertigungstechnologie ein. Diese Fertigungsmethodik ist zu einem wichtigen integrierten Bestandteil der Produktion geworden.
Perfekt für Kleinserien
Für die schnelle Herstellung von Prototypen oder Kleinserien, aber auch für das Ersatzteilgeschäft eignet sich dieses digitale Fertigungsverfahren ausgezeichnet. Als Basis dienen bei diesem Verfahren lediglich die 3D-CAD-Daten des Kunden. Aufgrund dieser Daten und unter Berücksichtigung der Giesstechnologie werden die Sandformen maschinell hergestellt (geplottet, gedruckt). Der grosse Vorteil dieser Sandformherstellung liegt darin, dass keine Modelle oder Werkzeuge, wie bei der konventionellen Herstellmethodik mehr nötig sind. Vor allem bei komplexeren Bauteilen können diese Kosten erheblich sein.
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