Studer Motion Meeting 2018

Technologie als Ressource

| Redakteur: Anne Richter

Alles im Griff: Mit dem United Grinding Production Monitor.
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Alles im Griff: Mit dem United Grinding Production Monitor. (Bild: Studer)

Am jährlichen Motion Meeting präsentieren die Rundschleifunternehmen von United Grinding positive Zahlen. Ausserdem hat das Dreigespann Studer, Schaudt, Mikrosa Neuheiten und Taktiken vorgestellt, die die Unternehmen und deren Produktpalette noch wettbewerbsfähiger machen.

«Es ist uns gelungen, den Plan 2017 deutlich zu übertreffen», berichtet Jens Bleher, CEO von Studer, Schaudt und Mikrosa auf der jährlichen Pressekonferenz des Unternehmens am 2. Februar 2018 in Thun. Der Jahresstart ist geglückt, die Frühlingsmessen waren erfolgreich und der positive Trend setzte sich bis zum Jahresende fort. Bereits ab Juni erhielt Studer mehr Aufträge als geplant. Aus nahezu allen Branchen gingen mehr Aufträge ein. Die Rückgänge nach dem Dieselskandal konnten aufgefangen und in der Automobil­industrie eine weitgehende Normalisierung der Investitionstätigkeit festgestellt werden.

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Die Verteilung des Auftragseinganges von Studer über die geographischen Regionen zeigt Westeuropa als weiterhin grössten Absatzmarkt. Das Geschäft in Deutschland wurde wieder deutlich gesteigert, Nordamerika konnte seine Position behaupten. Den grössten Sprung machte China aufgrund der rasanten Entwicklung des letzten Jahres. Hier gewann Studer mehrere Grossprojekte in der Automobilindustrie. Verhaltener war die Entwicklung im übrigen Asien.

Schaudt Mikrosa legte nach einem schwächeren 2016 deutlich zu. Bereits im Frühjahr zog der Auftragseingang an und bis zum Jahresende konnte eine deutliche Steigerung erzielt werden. Vor allem im Automobilsektor stellte man eine verstärkte Nachfrage fest. «Die Stammkunden aus Deutschland meldeten sich eindrucksvoll zurück», freut sich Jens Bleher. Dies zeigt sich auch in der regionalen Verteilung. 50 % der Aufträge erhielt Schaudt Mikrosa aus Deutschland, 25 % aus China. Weiteres Potenzial erkennt man im übrigen Europa und den USA.

Priorität Kundenservice: höhere Effizienz und Termintreue

Eine hohe Priorität liegt beim Kundenservice, welche mit Rekordumsätzen untermauert wurde. Studer führt das auf die laufenden Verbesserungen der Organisation zurück, denn alle Planwerte wurden 2017 übertroffen. Die Steigerung der Effizienz im Service und die Erhöhung der Termintreue bei Wartungen bilden die Grundlage zum weiteren Ausbau des
Geschäfts.

Schaudt Mikrosa konnte im vergangenen Jahr die Chancen für Retoolingprojekte bei den grossen Automobilzulieferern erfolgreich nutzen. Der Bereich Customer Care wurde seiner Rolle als wichtige Säule neben dem Maschinenverkauf gerecht. Mit weltweit über 200 Mitarbeitern im Customer Care konnte der Bereich weiter gestärkt und ausgebaut werden. «Wir investieren viel in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter», so Sandro Bottazzo, CSO von Studer, und haben «unter anderem für unsere Servicetechniker eine Entwicklungs- und Karriere-Roadmap entwickelt». Mittels dieser werden bereits jungen potentiellen Kandidaten mögliche Entwicklungsfelder aufgezeigt. Studer zertifiziert unter anderem die Servicetechniker nach drei Hauptkategorien: Essential, Advanced und Expert.

Zwei Dienstleistungen wurden auf der Pressekonferenz im Speziellen hervorgehoben: die Wartung mit System sowie die Überholungsabteilung. Mit den spezifisch auf die Maschine zugeschnittenen Wartungsverträgen besitzt Studer eine Dienstleistung, die von mehr als 1500 Kunden jährlich genutzt wird. In der Überholungs- und Rebuild-Abteilung werden zudem von über 20 Mitarbeitern jährlich 500 Baugruppen und über 30 Maschinen revidiert.

Investition in die mechanische Bearbeitung

Präzise Schleifmaschinen erfordern präzise Komponenten. Darum bauen die Rundschleifer ihre Kernkompetenz in der mechanischen Bearbeitung aus. Das wird erreicht mit der Inbetriebnahme eines gros­sen 5-Achs-Fräsbearbeitungszentrums, zwei weitere 5-Achs-Zentren mit integrierter Drehfunktion sind für 2018 geplant. Das ist eine der grössten Investitionen in diesem Bereich. Diese Anlage bietet die ideale Voraussetzung, die Fabrikation nach den 4.0-Standards zu digitalisieren. Zusätzliche Investitionen in Messmaschinen unterstützen den Anspruch auf höchste Präzision.

Effizienz wird durch einige Projekte vorangetrieben. Zum Beispiel mit der Entwicklung der neuen Universalschleif­maschine von Studer. Auch setzt Studer, Schaudt und Mikrosa innerhalb der Industrie-4.0-Initiative der United Grinding Group einige Projekte um. Wie die «Digitale Montageanleitung», welche auf einer App über das Tablet gestartet wird. Diese führen die Rundschleifer 2018 flächendeckend ein. Die Montage wird dadurch papierlos. Damit wird zugleich sichergestellt, dass Prozesse und Messwerte lückenlos dokumentiert sind und bei einem allfälligen Service-Einsatz Daten rasch verfügbar sind.

Ein Rückblick auf die Produktion 2017 zeigt ein beeindruckendes Bild. Den Ansturm ab dem zweiten Quartal konnte man gut bewältigen, was nicht immer einfach war. Denn der weltweite Boom der Investitionsgüterindustrie führte zu Engpässen diverser Bauteile. Beschaffungszeiten, die von 12 auf 50 Wochen verlängert wurden, stellten eine besondere Herausforderung für die Produktion dar. Trotzdem ist es gelungen, die Lieferzeiten konstant zu halten und damit die Marktanteile auszubauen.

Software, Digitalisierung, Sensorik und Kühlmittel

«In der Schweiz haben wir weder Erdöl noch Goldminen. Dafür aber die genauesten Schleifmaschinen der Welt», verkündet Daniel Huber, CTO. Die Ressourcen, welche für die Herstellung angezapft werden, sind unter anderem: Software, Digitalisierung, Sensorik und Kühlmittel.

  • «Agile Software-Entwicklung»: Eine smarte Entwicklungsmethode, bei der nach jeweils 30 Tagen bereits ein nutzbares Resultat geliefert wird. Der Erfolg basiert auf der engen Zusammenarbeit im Team und erfolgt nach einer genau definierten Vorgehensweise.
  • «Digitalisierung»: Der OPC-UA-Standard wurde erfolgreich eingeführt. Mit der sicheren Verbindung zur Maschine werden Prozessinformationen einfach auf externe Systeme übertragen. Der Kunde kann eine grosse Auswahl an Signalen einfach abgreifen, diese in seine Applikation einbinden.
  • «Sensorik»: Intelligente Sensoren liefern Erkenntnisse für die Frühausfall­erken­nung von Maschinenkomponenten. Ein wichtiger Schritt in Richtung vorhersehbare Wartung. Speziell entwickelte Sensoren ermöglichen das prozesssichere Anfahren der Schleifscheibe am Abrichter und am Werkstück. Die Daten­aus­wertung stellt seit Jahren eine Herausforderung dar. Studer nimmt diese an und führt mit der Entwicklung des «Studer Sensitron 4.0» die Anfunkerkennung in eine neue Dimension. Die erste Stufe dieser Technologie ist auf der S11 und auf der neuen Universalschleifmaschine bereits im Einsatz.
  • «Kühlmittel»: Studer entwickelt gemeinsam mit der IRPD AG, welche in der 3D-Drucktechnologie tätig ist, Kühlmitteldüsen für laminare Strömungsverläufe. Diese erlauben es, das Schmiermittel zielgenau in den Schleifspalt zu richten und auf der gewünschten Stelle den optimalen Kühleffekt zu erreichen. Damit lassen sich Bearbeitungsqualität und Prozesszeiten signifikant verbessern.

Digital Solutions bei Studer, Schaudt, Mikrosa

Mussten Kunden bis vor kurzem umständlich die Betriebsanleitung bei einer Wartungsmassnahme konsultieren, geschieht dies heute bequem über den Service Monitor. Dieser Service zeigt in einer einfachen Grafik die Instandhaltungsfälligkeit aller angeschlossenen Maschinen an. Doch damit nicht genug. Die Bediener der Maschinen erhalten zu jeder Wartungsmassnahme Informationen über die benötigten Werkzeuge, Ersatzteile und Anleitungen. Der Kunde erhält eine strukturierte Wartungsplanung, und dies über seinen gesamten Maschinenpark. Wartungsmassnahmen können somit werkweit geplant und durchgeführt werden.

Der Production Monitor ist ein zuverlässiger 24/7-Überwachungsservice. Der Kunde hat immer und überall die Übersicht über seinen Maschinenpark. Laufzeiten, Nebenzeiten und Störungszeiten sind in Echtzeit abrufbar. Diese Daten erlauben es, die Produktion in puncto Auslastung und Verfügbarkeit zu optimieren, und unterstützen so die Arbeit von Produktionsleitern, Planern und Produktionsmitarbeitern. Das praktische Tool kann auf verschiedenen Oberflächen angezeigt werden, zum Beispiel auf einer App oder auf einem Webbrowser. Ein weiterer Vorteil: Der Kunde kann auf dem Production Monitor den Maschinenpark nach seinen Bedürfnissen strukturieren. Von der einzelnen Maschine mit detaillierter Information bis zur Übersicht über das gesamte Werk ist alles möglich.

Ein rascher Support ist für Kunden elementar. Darum bietet UGG den «Remote Service». Dieser ermöglicht auch während des Betriebs der Maschinen einen schnellen und qualifizierten Service. Per Knopfdruck wird ein Ticket eröffnet und in wenigen Schritten an Studer, Schaudt oder Mikrosa gesendet. Da beim Ausfüllen des Tickets bereits definierte Kriterien eingeschränkt werden, erhalten unsere Service-­Spezialisten rasch die Übersicht zum Servicefall. Es versteht sich von selbst, dass alle Tickets und Servicefälle in einem Log­buch dokumentiert sind. Ein direkter Zugriff auf die Maschine ist nur möglich, wenn dies der Bediener explizit zulässt. Steht diese Verbindung, kann über das Conference Center kommuniziert, Daten ausgetauscht oder auch direkt Einfluss in die Maschinensteuerung genommen werden. Mit dem Remote Service erhält man somit rasch, strukturiert und unkompliziert Unterstützung. -ari- SMM

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