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Tornos Jahresbericht 2019 Tornos fokussiert sich neu

| Redakteur: lic.rer.publ. Susanne Reinshagen

Die Tornos Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2019 deutlich geringere Volumina als im Rekordjahr 2018. Die Gruppe litt vor allem unter der Verunsicherung in der Automobilindustrie. Zahlreiche Investitionsprojekte aus dieser Branche wurden gestoppt oder verschoben. Dies hinterliess deutliche Spuren im Jahresabschluss.Tornos wird sich daher stärker auf die Marktsegmenten Medizin- und Dentaltechnik sowie auf die Elektronik- und in der Uhrenindustrie fokussieren.

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Aufgrund der Strukturveränderungen in der Automobilbranche richtet Tornos seine Marktfokussierung neu aus.
Aufgrund der Strukturveränderungen in der Automobilbranche richtet Tornos seine Marktfokussierung neu aus.
(Bild: Tornos)

Insgesamt erzielte die Tornos Gruppe im Berichtsjahr einen Nettoumsatz von CHF 205,3 Mio. (2018: CHF 214,9 Mio.) und einen Auftragseingang von CHF 135,5 Mio. (2018: CHF 245,0 Mio.). Das operative Ergebnis (EBIT2) lag für 2019 bei CHF 6,4 Mio. (2018: CHF 15,5 Mio.), das Nettoergebnis bei CHF 5,9 Mio. (2018: CHF 15,3 Mio.).

Marktfokussierung anpassen

Mit dem Wandel der Automobilindustrie und den damit zusammenhängenden veränderten Bedürfnissen und Anforderungen an Bearbeitungsmaschinen sieht Tornos für ihre hochleistungsfähigen Langdrehautomaten und Mehrspindelmaschinen bessere Marktchancen und grössere Volumina in den Marktsegmenten Medizin- und Dentaltechnik sowie in der Elektronik- und in der Uhrenindustrie. Entsprechend verschiebt sich der Marktfokus der Gruppe.

Die Automobilindustrie trug 2019 nur noch 8,6 % zum gesamten Auftragseingang für Maschinen bei (Vorjahr: 42,9 %). Gleichzeitig stieg der Anteil der Medizin- und Dentaltechnik von 12,9 % auf 28,4 %. Der prozentuale Anteil des Marktsegments Elektronik stieg von 9,6 % auf 16,6 %. In absoluten Zahlen jedoch erreichte Tornos in diesem Segment den Auftragswert aus dem erfolgreichen 2018 nicht mehr ganz. Dies gilt in verstärktem Masse auch für das Marktsegment Uhrenindustrie. Zwar stieg dessen prozentualer Anteil von 9,3 % auf 9,6 %. In absoluten Zahlen aber halbierte sich der Auftragswert. Die restlichen 36,8 % (Vorjahr: 25,3 %) stammten von Unterlieferanten (sogenannten Job Shops), die Teile in die vier genannten Industrien liefern, sowie von kleineren Industrien, wie der Luftfahrt, oder aus dem Bereich Pneumatik und Hydraulik.

SwissNano 7 kommt gut an

Bei den in der Schweiz produzierten Langdrehautomaten und Mehrspindelmaschinen ist es Tornos 2019 gelungen, den Umsatz zu steigern. Sehr erfreulich war die Resonanz für die in der zweiten Jahreshälfte 2018 im Markt lancierte SwissNano 7. Sie hat insbesondere in der Medizin- und Dentaltechnik sowie in der Hightech-Elektronikindustrie überzeugte Abnehmer gefunden. Sie wird beispielsweise für die Produktion von Zahnimplantaten oder für die Herstellung von anspruchsvollen Verbindungssteckern in der Kommunikations- und Messtechnik eingesetzt.

Umsatz: USA überholt Asien

Im Vergleich zum Vorjahr sank der Nettoumsatz der Tornos Gruppe in Europa um 7 % und in Asien (inkl. Rest der Welt) um 21 %. In Amerika hingegen stieg er um 53 %. Erfreulich war auch der Nettoumsatz in der Schweiz, wo Tornos 13 % mehr fakturierte als 2018. Insgesamt verteilt sich der Nettoumsatz der Tornos Gruppe wie folgt auf die verschiedenen Regionen: Schweiz 22,8 % (Vorjahr: 19,2 %), Rest Europas 53,3 % (Vorjahr 59,4 %), Asien (inklusive restliche Regionen) 11,2 % (Vorjahr: 13,4 %), Amerika 12,7 % (Vorjahr: 8,0 %).

Forschung und Entwicklung

Mit CHF 10,1 Mio. bewegten sich die Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung 2019 auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (2018: CHF 10,1 Mio.).

Neue Kundenzentren in aller Welt

Während die Tornos Gruppe bereits im Mai 2019 je ein neues Kundenzentrum inChicago (USA) und in Bangkok (Thailand) eröffnet hat, wird im ersten Quartal 2020 ein weiteres in der Nähe von Mailand (Italien) folgen. Und im Jahr 2022 ist die Eröffnung eines Kundenzentrums in Pforzheim (Deutschland) geplant. Damit setzt Tornos weltweit konsequent auf maximale Kundennähe.

Weiterentwicklung der Standorte in Asien

Der Ausbau des Standortes Taichung, Taiwan, zu einem vollständig autonomen Werk, das sämtliche Maschinen der Swiss GT Baureihe fertig montieren kann, hat sich positiv auf die Qualität der Abläufe und auf die Flexibilität des Betriebes ausgewirkt. Das Werk war in der zweiten Jahreshälfte 2019 bereits voll ausgelastet.

Im April 2019 hat Tornos beschlossen, ihre Tochtergesellschaft in China, die Tornos (Xi’an) Machine Works Co., Ltd., unabhängig weiterzuentwickeln und die von der chinesischen Shaanxi Robot Automation Technology Co., Ltd. gehaltenen Minderheitsanteil von 30 % am Aktienkapital zurückzukaufen.

Auswirkungen Coronavirus

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus aus China sind zurzeit noch nicht vollumfänglich absehbar. Mit ihrem Produktionsstandort in Taiwan hat die Tornos Gruppe die Möglichkeit, Produktlinien aus China nach Taiwan zu verlagern.

Kurzarbeit beantragt

Aufgrund der aktuellen Auftragslage hat Tornos in Moutier auf Anfang März 2020 Kurzarbeit beantragt.<<

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