Hermle Haussausstellung 2019

Trends im Maschinenbau: Produktion, Automation, Digitalisierung

| Redakteur: Anne Richter

Hermle Vorstand Franz-Xaver Bernhard auf der Pressekonferenz am 9. Mai 2019.
Hermle Vorstand Franz-Xaver Bernhard auf der Pressekonferenz am 9. Mai 2019. (Bild: Anne Richter, SMM)

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG schaut auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. Auf seiner Hausausstellung im Mai 2019 hat das Unternehmen in die Zukunft geschaut und Lösungen für die aktuellen Trends im Maschinenbau wie Automation, Digitalisierung und Industrie 4.0 vorgestellt.

Das Geschäftsjahr 2018 war für die Maschinenfabrik Berthold Hermle sehr erfolgreich. Auf seiner jährlichen Pressekonferenz, die während der Hausausstellung am 9. Mai 2019 stattgefunden hat, hat das Unternehmen die Zahlen der Geschäftsentwicklung 2018 vorgestellt. Demnach konnte der schwäbische Werkzeugmaschinenhersteller 2018 spürbar wachsen. Der Auftragseingang stieg gegenüber Vorjahr konzernweit um fast zehn Prozent auf 475,9 Mio. Euro. Gefragt waren sowohl hochwertige Einstiegsmaschinen der Hermle-Performance-Line als auch die extrem dynamischen und präzisen Bearbeitungszentren der High-Performance-Line. Ausserdem spielten Automatisierungs- und Digitalisierungsbausteine eine zunehmend wichtige Rolle.

Der Hermle-Konzernumsatz wuchs 2018 um 12,7 % auf einen neuen Höchstwert von 452,9 Mio. Euro. Im Inland nahm das Geschäftsvolumen um reichlich elf Prozent zu und im Ausland um fast 14 Prozent. Damit vergrösserte sich die Exportquote leicht. Die Kapazitätsauslastung des Unternehmens bewegte sich das gesamte Jahr über am oberen Ende. Die gute Auslastung sowie ein günstiger Produktmix mit hochwertigen Anlagen wirkten sich zusammen mit Währungsgewinnen positiv auf die Ertragslage aus, sodass die steigenden Rohstoffkosten kompensiert werden konnten. Insgesamt erhöhte sich das Betriebsergebnis des Hermle-Konzerns 2018 um fast 13 Prozent auf 111,7 Mio. Euro. Bereinigt um einen positiven Einmaleffekt errechnet sich ein Vorsteuerergebnis von 111,6 Mio. Euro und eine im Vergleich zum Vorjahr etwa stabile Brutto-Umsatzmarge von knapp 25 Prozent.

Automatisierte Implantate-Fertigung im Just-in-time-Modus

Höchste Maschinen-Verfügbarkeit

Automatisierte Implantate-Fertigung im Just-in-time-Modus

12.12.18 - Für die auftragsgesteuerte Herstellung hochpräziser Implantate innerhalb von 24 Stunden setzt Medartis, Hersteller und Anbieter von medizinischen Produkten für die Osteosynthese mit Sitz in Basel, auf Bearbeitungszentren und Robotersysteme von Hermle. lesen

Am 31. Dezember 2018 beschäftigte der Hermle-Konzern 1251 Mitarbeiter. Es gab es Neueinstellungen vor allem bei den Auslandstochtergesellschaften und im Service. Durch die Übernahme von Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss und die Neubesetzung freigewordener Ausbildungsplätze vergrösserte sich die Belegschaft zudem insbesondere in der Produktion. Als Anerkennung ihres wichtigen Beitrags zum Unternehmenserfolg sollen die Hermle-Beschäftigten im Anschluss an die Dividendenausschüttung eine gegenüber Vorjahr leicht erhöhte Prämie erhalten.

Entwicklungsaktivitäten auf hohem Niveau

Um die führende technologische Stellung im Bereich 5-Achs-Bearbeitung zu festigen, setzte Hermle die Entwicklungsaktivitäten im vergangenen Jahr auf hohem Niveau fort. Die Schwerpunkte lagen neben der kontinuierlichen Optimierung der Maschinenbaureihen auf den Themen Automation und Digitalisierung. Hierfür wurden 2018 verschiedene Hard- und Software-Bausteine entwickelt und am Markt präsentiert. Auch im laufenden Jahr stellt Hermle entsprechende Komponenten vor. Darüber hinaus wurde die additive Fertigungstechnologie von Hermle (MPA-Verfahren), die das Unternehmen seinen Kunden als Dienstleistung anbietet, an ein neues Maschinenmodell adaptiert. Ein entsprechender Prototyp geht 2019 in Betrieb. Ziel ist es, dieses innovative Produktionsverfahren, das neue Freiräume und Dimensionen bei der Teileherstellung eröffnet, mehr Kunden als Dienstleistung zur Verfügung zu stellen.

Komplexe Frässtrategien präsentiert

Besucherrekord bei der Hermle-Hausausstellung 2018

Komplexe Frässtrategien präsentiert

31.05.18 - Hermle hat sich auf seiner Hausausstellung 2018 etwas Besonderes einfallen lassen: Aus einer Maschine tönte «Freude schöner Götterfunken». Ausserdem zeigte das Unternehmen viele weitere Bearbeitungslösungen auf seinen Bearbeitungszentren. Neu sind zwei Produktionsgebäude, davon eine Mineralgussgiesserei in Zimmern. lesen

Auch die Aktivitäten im Ausland baut Hermle systematisch aus. Ende 2018 wurde am zweiten russischen Standort Uljanovsk in einer Freihandelszone ein neues Gebäude bezogen. Neben der Ersatzteilversorgung der Kunden in der Region sollen dort ein Vorführzentrum und Kapazitäten zur Maschinenüberholung entstehen. 2019 ist unter anderem geplant, Service und Vertrieb in den USA zu erweitern. Darüber hinaus sollen zwei neue Tochtergesellschaften in Mexiko sowie im Asien-/Pazifikraum gegründet werden.

Mit den intensiven Entwicklungs- und Auslandsaktivitäten bereitet sich Hermle auch auf ein absehbar raueres Umfeld vor. Nachdem sich die Nachfrage 2018 nach einem überhitzten ersten Quartal im Jahresverlauf wie erwartet normalisierte, rechnet das Unternehmen 2019 mit einem Rückgang des Auftragseingangs um bis zu 20 Prozent. Angesichts der ausserordentlich grossen politischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten können auch grössere Einbussen nicht sicher ausgeschlossen werden. Dank des hohen Auftragsbestands aus 2018 hält es das Unternehmen aber für möglich, im laufenden Jahr eine noch stabile bis leicht positive Umsatzentwicklung – bestenfalls ein Plus von fünf Prozent – und ein Betriebsergebnis etwa auf Vorjahresniveau zu erreichen, sofern sich die Rahmenbedingungen erwartungsgemäss darstellen.

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Hausausstellung mit vielen Besuchern aus der Schweiz

Konkreter ging es auf der Hausausstellung vom 8. bis 11. Mai 2019 zu, bei der das Unternehmen Lösungen Lösungen für die aktuellen Trends im Maschinenbau präsentiert hat. Über 1000 Firmen und 2300 Besucher, darunter 900 internationale Gäste, konnten sich ein umfangreiches Bild über Produkte, Automationslösungen, Digitalisierung, Industrie 4.0 Lösungen und die Hermle Dienstleistungen wie die Servicekompetenz, der Bereich generativ fertigen und die Hermle-Anwenderschule machen. Die Besucher kamen aus über 30 Ländern in Europa und Übersee. Aus der Schweiz konnte das Unternehmen die höchsten Besucherzahlen verzeichnen, obwohl Hermle auch auf der Prodex eine Woche später ausgestellt hat.

Eines der Messe-Highlights war sicherlich das Robotersystem RS 05-2, welches mit einem Platzbedarf von nur 2 m2 und mit seiner Flexibilität und Modularität seines gleichen sucht. Mit einem Transportgewicht von 10 kg und seiner perfekten Zugänglichkeit ist das RS 05-2 bereits jetzt der Renner bei zahlreichen Interessenten. Über 20 speziell für die Hausaustellung programmierte und gefertigte Bearbeitungen verdeutlichten die hohe Präzision und Zuverlässigkeit der Hermle Produkte. So wurde ein vor kurzem aufgestellter, angeblicher Zerspan-Weltrekord mal kurzerhand um 20 Prozent überboten. Aber auch klassische Bauteile aus den Branchen Luft- und Raumfahrttechnik, Medizintechnik, Werkzeug- und Formenbau und zahlreiche anderen Branchen fanden Beachtung beim Fachpublikum. Zwei wirklich schöne Hingucker waren sicherlich „Fritz the Bull“ und „Ben the Bear“. Show-Bauteile die publikumswirksam in Szene gesetzt wurden und bei den Besuchern grosse Beachtung fanden. Auch ein Segelboot das die Hermle MPA-Technologie und die Kernkompetenz im Fräsen kombinierte, war ein allseits beachtetes Bauteil.

Sonderschau Spanntechnik

Eine Sonderschau mit über 50 Ausstellern aus den Bereichen Spanntechnik, Soft- und Hardware wurde ebenfalls stark frequentiert. Durch die zahlreichen, parallel zur Sonderschau durchgeführten Fachvorträge, erlangt die Sonderschau einen ganz eigenen Themenschwerpunkt. Die Prozesskette mit mehreren Partnerfirmen veranschaulichte den Prozess vom Rohling zum fertigen Werkstück.

Die Hermle Anwenderschule präsentierte ihr neues Schulungskonzept der «Modultage» und den Einsatz der digitalen Bausteine, welche einen immer grösser werdenden Stellenwert auch gerade in Anbetracht von Industrie 4.0 erhalten. Die Hermle Servicekompetenz und die Service-Schulungsabteilung wurden in einem separaten Bereich an zwei Bearbeitungszentren präsentiert. Mit umfangreichen Diagnose- und Servicetools wurde den Besuchern aufgezeigt, wie schnell der Hermle Service zur Stelle ist und kompetent mit den gestellten Problemen vor Ort umgeht. -ari- SMM

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