Konjunktur

VDMA rechnet 2020 mit Produktionsrückgang von 2 %

| Redakteur: Melanie Krauß

Wachsender Protektionismus, Konjukturschwäche und der Brexit gehen nicht spurlos am Maschinenbau vorbei.
Wachsender Protektionismus, Konjukturschwäche und der Brexit gehen nicht spurlos am Maschinenbau vorbei. (Bild: © jozefmicic - stock.adobe.com)

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Die Maschinenbauindustrie in Deutschland muss sich laut VDMA weiterhin auf erhebliche Belastungen einstellen. Eine baldige Veränderung zum Positiven sei nicht absehbar.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China und ein wachsender Protektionismus rund um den Globus gehen laut VDMA nicht folgenlos am Exportweltmeister Maschinenbau vorbei. Hinzu kommen die weltweite Konjunkturschwäche, der Brexit sowie der Strukturwandel in wichtigen Kundengruppen.

„All diese Faktoren führen bereits zu konkreten Belastungen zahlreicher Abnehmer unserer Maschinen und Anlagen weltweit und verunsichern generell Investoren, die sich deshalb mit Investitionen zurückhalten“, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Eine baldige, nachhaltige Änderung zum Positiven ist nicht absehbar. Daher rechnen wir für das Jahr 2020 mit einem realen Produktionsrückgang von 2 % im Maschinenbau.“ Die Produktionsprognose für das laufende Jahr – ebenfalls minus 2 % zum Vorjahr – wird von den VDMA-Volkswirten bestätigt.

Zollkrieg wirkt sich nicht nur in China und den USA aus

Im Inland haben sich Lage und Aussicht in der Industrie zuletzt weiter eingetrübt, das Investitionsklima – vor allem in der Automobilindustrie - hat laut VDMA spürbar gelitten. Und auch im Ausland gibt es auf wichtigen Absatzmärkten des Maschinenbaus keine expansiven Impulse. Selbst in den USA hat die Investitionsdynamik deutlich nachgelassen, und es mehren sich die Zeichen, dass auch die amerikanische Industrie unter dem Handelsstreit mit China leidet. In der Volksrepublik wiederum sind die Auswirkungen des Zollkriegs immer deutlicher spürbar, was neben einem sich ohnehin abschwächenden Wachstum zu stagnierenden, teilweise sogar rückläufigen Umsätzen der nennenswerten Industriesektoren führt.

Für die Maschinenlieferungen in die EU, dem grössten Absatzmarkt, sind die Aussichten ebenfalls durchwachsen. Viele Länder sind aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen Leidtragende des Handelsstreits zwischen den USA und China. Hinzu kommt die anhaltende Verunsicherung, wann und wie der EU-Austritt Grossbritanniens über die Bühne gehen soll. „Damit nicht genug, muss die Branche Einbussen in wichtigen Schwellenländern verkraften“, sagt Wiechers. „Ob in Russland, der Türkei, im Iran, in Mexiko oder Argentinien – das Geschäft in diesen ergiebigen Märkten wird uns immer öfter politisch erschwert.“

Aufträge reichen für 8,4 Monate

Gedämpft wird der Abschwung für die Maschinenbauunternehmen durch eine nach wie vor gute Auftragsreichweite von 8,4 Monaten (Juli 2019). Die Kapazitätsauslastung (86,6 %) konnte so bisher wenn auch knapp über dem langjährigen Durchschnitt gehalten werden. Der Beschäftigtenstand ist mit 1,064 Mio. Menschen im Inland (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) weiterhin hoch. Die reale Produktion bewegt sich inzwischen leicht im Minus; in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sank sie um 0,9 % zum Vorjahr. „Während das erste Quartal 2019 ein Plus von 0,3 % aufwies, ging die Produktion im zweiten Quartal um 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr zurück“, erläutert Wiechers.

„Bei allen Risiken sollten jedoch die Chancen nicht aus dem Blick geraten. Das weltweite Industriewachstum bewegt sich mittlerweile auf einem Niveau, das vorbehaltlich massiver Störungen kaum noch unterschritten werden dürfte. Und eine Lösung des einen oder anderen politischen Konflikts ist zwar schwer vorstellbar, aber nicht auszuschliessen“, ergänzt der VDMA-Chefvolkswirt.

Darüber hinaus bietet der Strukturwandel - Digitalisierung, neue Formen der Mobilität, CO2-neutrale Produktion - laut VDMA vielfältige Chancen für innovative, gut aufgestellte Unternehmen. Das müsse aber durch vernünftige politische Rahmenbedingungen flankiert werden. „Generell kann Innovation in Zeiten konjunktureller Schwäche und politischer Verirrungen und Verwirrungen einen Ausgleich der hierdurch verursachten Einbussen ermöglichen“, so Wiechers.

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