EMO-Nachschau: Horn präsentierte Weiterentwicklungen im Werkzeugbereich Drei Neuentwicklungen: Wirbeln – Fräsen – Feinst-Micro-Drehen

Von Matthias Böhm Lesedauer: 4 min |

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Horn präsentierte eine neu konzipierte VHM-Fräserserie für rostfreie Stähle, darüber hinaus zeigt das Unternehmen eine Erweiterung für das System Supermini im Bereich der Innen-Feinstbearbeitung um eine Variante mit einer feinstgeschliffenen Spanfläche. Last but not least bringt eine neu entwickelte Hochleistungssorte dem Gewinde-­Wirbeln von Medizinalschrauben eine grössere Performance und Standzeit. Mit den neuen Werkzeugentwicklungen zeigt das Unternehmen seine hohe Kompetenz im Bereich der anspruchsvollen Präzisionsbearbeitung von Hochleistungswerkstoffen.

Die neue Sorte SG3P ist für alle gängigen Horn-­Gewindewirbelsysteme verfügbar. Im Einsatz bei schwer zerspanbaren Werkstoffen und in der allgemeinen Gewindeherstellung ermöglicht die neue Sorte von Horn kürzere Zyklus­zeiten durch höhere Schnittwerte.
Die neue Sorte SG3P ist für alle gängigen Horn-­Gewindewirbelsysteme verfügbar. Im Einsatz bei schwer zerspanbaren Werkstoffen und in der allgemeinen Gewindeherstellung ermöglicht die neue Sorte von Horn kürzere Zyklus­zeiten durch höhere Schnittwerte.
(Bild: Horn / Sauermann)

Zum Start ein Blick auf die neu entwickelte Vollhart­metall-Fräser-Linie DSHPR von D = 2–20 mm, die speziell für die Bearbeitung von rostfreien Stählen entwickelt wurde.

VHM-Fräser: Hohe Performance in rostfreien Stählen

Die Werkzeuge sind ausgelegt für rostfreie Werkstoffe aus der Lebensmittel-, chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie der Feinwerktechnik und der Uhrenindustrie.

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Darüber hinaus eignen sich die Fräswerkzeuge durch die spezielle Geometrie und die gute Spanformung auch zum Zerspanen von zahlreichen anderen Werkstoffen. Durch die genaue Abstimmung von Substrat, der Makro- und Mikrogeometrie sowie der Schicht «IG3» zeigt das Frässystem eine optimale Performance und hohe Standzeiten im Fräsprozess. Insbesondere die Beschichtung bietet eine hohe Temperaturbeständigkeit für die Bearbeitung von Stählen mit den Legierungsbestandteilen Chrom, Nickel und Molybdän.

Für Trochoidalbearbeitung und Eintauchen geeignet

Horn bietet die VHM-Fräswerkzeuge lagerhaltig in zwei Varianten an. Die Variante DSHPR eignet sich sowohl als Schlicht- als auch als Schruppwerkzeug. Die Geometrie ist ebenso für die Trochoidalbearbeitung und für das Eintauchen abgestimmt.

Die Bauart DSR eignet sich mit der sehr scharfen Schneidengeometrie und kurzen Bauweise für Kleinstteile und labile Spannsituationen sowie für die Medizinal- und Uhrenindustrie. In der Linie DSHPR sind alle Werkzeuge mit vier Zähnen und in den Durchmessern von 2 mm bis 20 mm verfügbar. Die Variante DSR bietet Horn mit drei Zähnen und einem Durchmesser von 1 mm bis 10 mm an.

Innendrehen: Feinstbearbeitung von Bohrungen

Horn erweitert das bekannte Innenausdrehsystem «Supermini» im Bereich der Feinstbearbeitung vor. Horn ergänzt das System um eine Variante mit einer feinstgeschliffenen Spanfläche. In Kombination mit dem Präzisionsschliff des Schneidenprofils zeigt sich die Werkzeugschneide nahezu schartenfrei.

Ab Innendurchmesser von D = 0,3 mm

Das Werkzeugsystem ist ab einem zu bearbeitenden Innendurchmesser von 0,3 mm einsetzbar. Die scharfe Schneidengeometrie ermöglicht einen prozesssicheren Schnitt auch bei sehr kleinen Zustellungen und Vorschubgeschwindigkeiten. Die speziell entwickelte Beschichtung eignet sich für rostfreie Stähle, Nichteisenmetalle und andere metallische Werkstoffe.

Supermini: ein Werkzeughalter für 1 000 unterschiedliche Schneideinsätze

Die Schneidplatte des Systems Supermini Typ 105 benötigt nur einen Werkzeugträger für weit über 1000 Varianten an Schneideinsätzen. Das gilt gleichermassen für linke wie rechte Ausführungen. Die Hartmetall-Schneideinsätze sind in beschichteter und unbeschichteter Ausführung in unterschiedlichen Sorten auf jeden Anwendungsfall bis zur Hartbearbeitung bis 66 HRC verfügbar.

Die patentierte Tropfenform des Querschnitts wirkt schwingungsdämpfend und ermöglicht eine hohe Wiederholgenauigkeit beim Wechsel der Schneidplatte. Innere Kühlmittelzufuhr bis an die Schneide erhöht Standzeiten, verbessert Schnittbedingungen und Späneabfuhr. Horn bietet die Werkzeuge mit Stirnspannelementen für die stirnseitige Klemmung. Das ermöglicht beispielsweise das einfache Wechseln der Schneidplatte, ohne den Halter ausbauen zu müssen.

Supermini seit 1989 kontinuierlich erweitert und perfektioniert

1989 stellte Horn erstmals das System Supermini auf der weltgrössten Messe für Metallbearbeitung EMO in Hannover vor. Mit beträchtlichem Entwicklungsaufwand gelang es, Einstechwerkzeuge für die Innenbearbeitung von Bohrungen bis 5 Millimeter Durchmesser zu entwickeln. Das System Super­mini war geboren und wurde zu einem der erfolgreichsten Produkte des Herstellers. Darüber hinaus war das System Supermini das erste Präzisionswerkzeug, das eine firmeneigene Beschichtung erhalten hat.

Neue VHM-Hochleistungssorte für das Gewindewirbeln

Die dritte Neuentwicklung des Werkzeugspezialisten liegt im Bereich des Gewindewirbelns. SG3P – so lautet die neu entwickelte Hochleistungssorte, die dem Anwender beim Wirbeln von Medizinalschrauben neue Möglichkeiten in der Performance und Standzeit bietet.

Im Einsatz bei schwer zerspanbaren Werkstoffen und in der allgemeinen Gewindeherstellung ermöglicht die neue Sorte von Horn kürzere Zykluszeiten durch höhere Schnittwerte. Darüber hinaus zeigt sich die Kombination aus einem Ultrafeinstkorn-­Hartmetallpulver und der hochwarmfesten Schicht in Form einer hohen Prozesssicherheit und besseren Bauteilqualitäten.

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Das neue Hartmetallsubstrat ist für alle gängigen Horn-Gewindewirbelsysteme verfügbar. Des Weiteren ermöglicht die Inhouse-Beschichtung schnelle Lieferzeiten.

Hintergrund: Gewindewirbeln bei Knochen- schrauben

Die Herstellung von Knochenschrauben muss zwangsläufig über ein zerspanendes Verfahren erfolgen, da der Werkstoff für diese Art von Schrauben nicht verdichtet werden darf, wie es beispielsweise beim Gewinderollen geschieht.

Gerade der Werkstoff Titan, welcher wegen seiner hohen Biokompatibilität hauptsächlich im menschlichen Körper zum Einsatz kommt, neigt bei zu hoher Materialverdichtung zum Verbrennen. Als spanabhebendes Verfahren hat sich der Prozess Gewindewirbeln seit Jahren etabliert. Das konventionelle Gewindewirbeln ist ein Verfahren, das vorwiegend auf Langdrehmaschinen zur Fertigung von Knochenschrauben, aber auch in grösserer Dimension für die Herstellung von Gewindespindeln eingesetzt wird.

Im Prozess wird der schnell rotierende Wirbelkopf exzentrisch zur Werkstückachse vor der Führungsbuchse des Langdrehers angestellt und das langsam rotierende Werkstück wird mit einer axialen Vorschubbewegung in den Wirbelkopf geführt.

Mit den neuen Schneidplatten, die aus dem Ultrafeinstkorn-­Hartmetallpulver hergestellt wurden, kann dieser Gewindewirbelprozess beschleunigt werden. (böh) SMM

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