Verlagerungstaktik Walter verlagert Standardprodukte nach China

Redakteur: Peter Königsreuther

Die Walter AG wird die Produktion in Tübingen verkleinern. Dort sollen nur noch Sonderwerkzeuge für die Zerspanung entstehen. Das Standardprogramm wird künftig von Wuxi aus bedient. Das hat Folgen.

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Der Zerspanungswerkzeug-Spezialist Walter AG will die Produktion in Tübingen auf Sonderwerkzeuge beschränken. Standardwerkzeuge werden künftig im chinesischen Wuxi „vom Band“ laufen.
Der Zerspanungswerkzeug-Spezialist Walter AG will die Produktion in Tübingen auf Sonderwerkzeuge beschränken. Standardwerkzeuge werden künftig im chinesischen Wuxi „vom Band“ laufen.
(Bild: Walter)

Die Walter AG hat heute angekündigt, dass sie die Produktion am Standort Tübingen auf massgeschneiderte Sonderwerkzeuge konzentrieren wird, die viel Engineering-Know-how erfordern. Die Fertigung von herkömmlichen Werkzeugen soll an den Standort Wuxi in China verlagert werden. Dieser Schritt soll dem Unternehmen seine Position im hart umkämpften internationalen Wettbewerb sichern. „Die geplante Verlagerung unseres Standardsortiments nach Wuxi ist kein Vorhaben, das uns leicht fällt“, betont Richard Harris, Vorstandsvorsitzender von Walter, zu dieser Entscheidung. Man komme jedoch nicht umhin, ein nachhaltiges Kostenniveau zu erreichen und näher an den Abnehmern in den Wachstumsmärkten zu agieren.

Laufende Internationalisierungsstrategie

Mit diesem Schritt zur Neustrukturierung der Produktion setze Walter die bereits im Rollen befindliche Internationalisierungsstrategie fort und passe sich weiter an die Veränderungen in den internationalen Märkten an. Denn das stärkste Wachstum für das Walter-Geschäft werde sich vor allem in Asien und den USA abspielen. Die Verlagerung betrifft im Übrigen diejenigen Produkte, die unter einem hohen Kosten- und Wettbewerbsdruck leiden, wie es weiter heisst. Tübingen werde aber seine herausragende Bedeutung als Hauptsitz von Walter behalten.

Bei Walter wackeln über 100 Arbeitsplätze

Die geplante Verlagerung soll bis spätestens Ende 2022 abgeschlossen sein. Die Walter AG beschäftigt am Stammsitz in Tübingen insgesamt etwa 550 Mitarbeiter. Rund 107 Arbeitsplätze in der Fertigung von Standardwerkzeug-Körpern für Zerspanungsprozesse, wie Bohren, Fräsen und Drehen, sind durch die Verlagerung nach Wuxi bedroht. Die Geschäftsleitung will in Kürze mit dem Betriebsrat in Beratungen und Verhandlungen über die geplante Verlagerung eintreten. Ein wichtiger Aspekt in den Gesprächen werde folglich der sein, bei dem es darum gehe, wie die durch die geplante Verlagerung verbundenen Belastungen für die Betroffenen so gering wie möglich gehalten werden könnten.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerporrtal maschinenmarkt.vogel.de

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