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Hohe Wertschöpfung mit hochwertigen Produkten
Das Prinzip der Wandlungsfähigkeit gilt nicht zwingend für die Massenproduktion. Im Fokus stehen eher Fabriken, die in Hochlohnländern nur dann überlebensfähig sind, wenn sie mit qualitativ hochwertigen Erzeugnissen eine hohe Wertschöpfung erzielen. Dazu zählen gemäss Typologie von M. Schenk und S. Wirth in erster Linie die so genannte «Hightech-Fabrik», die hochinnovative Produkte herstellt, die «variantenreiche Fabrik», die ein breites Produktspektrum anbietet, und insbesondere die «atmende Fabrik», die den Produktionsprozess konsequent auf die Nachfrageentwicklung ausrichtet.
Je höher die Wandlungsfähigkeit, desto höher die Produktivität
In welchem Ausmass die Schlüsselfaktoren der Wandlungsfähigkeit von Relevanz sind, hängt von der Branche ab. Das auf die Herstellung und den Vertrieb von Mehrwegprodukten für Lager und Transport spezialisierte Unternehmen Georg Utz AG legte beim Neubau seiner Produktionshalle grossen Wert auf eine einheitliche Nutzlast der Bodenplatte über die gesamte Produktionsfläche. So kann es seine Spritzgiessmaschinen unabhängig von deren Grösse und Gewicht jederzeit an jeden beliebigen Standort verschieben. Die Zufuhr von Strom, Wasser, Druckluft und Rohmaterial erfolgt über eine hoch gelegte Medienstrasse, deren Führung bei Bedarf modifiziert werden kann.
Beim Neubau des Produktionsgebäudes der auf die Herstellung von gepanzerten Radfahrzeugen für den militärischen Gebrauch spezialisierten Mowag GmbH in Kreuzlingen standen Flexibilität und Skalierbarkeit der Produktionsinfrastruktur im Zentrum des Anforderungskatalogs. Dies widerspiegelte sich im Masterplan, in dem beispielsweise die Verkehrswege und die Materialflüsse konsequent unter dem Aspekt der höchstmöglichen Flexibilität definiert wurden. Die Gebäudekonzentration brachte eine Verringerung des Flächenverbrauchs um rund 30 Prozent. Dabei wurde die Areal- und Gebäudestruktur so angelegt, dass das Unternehmen die Produktion jederzeit erweitern oder auf neue Marktbedürfnisse ausrichten kann.
Ein Beispiel aus der Lebensmittelbranche ist die Emmi Schweiz AG. Im Masterplan für die Überbauung des Produktionsareals in Emmen bildete die Etappierbarkeit bei der Realisation der Produktions- und Logistikgebäude einen wichtigen Schwerpunkt. Ein weiteres zentrales Anforderungskriterium war die Ausbaubarkeit der Produktionsanlagen bei minimalen Investitionen.
Diese und viele weitere Industrieunternehmen, die über den Tag hinaus denken, haben sich eine Erkenntnis zu eigen gemacht, die den Industriebau der Zukunft massgeblich prägen wird: Je höher die gebäudetechnische Wandlungsfähigkeit eines Produktionsunternehmens, desto höher ist dessen Produktivität. Das Erkennungszeichen der modernen Fabrik ist nicht der rauchende Schlot, sondern eine durch die Funktion definierte Hightech-Ästhetik, die die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an seine Märkte zum Ausdruck bringt. -sbo- SMM
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