Brancheninsides

Was fehlt AM noch um sein disruptives Potenzial zu entfalten?

| Redakteur: Stefan Guggenberger

Auf der Formnext haben wir ausgewählte Experten gefragt, was der Am noch fehlt um sein disruptives Potzenzial in der Industrie zu entfalten.
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Auf der Formnext haben wir ausgewählte Experten gefragt, was der Am noch fehlt um sein disruptives Potzenzial in der Industrie zu entfalten. (Bild: VCG)

Auf der Formnext hatte unsere Partnerredaktion von Mission Additive Gelegenheit mit Brancheninsidern des 3D-Drucks zu sprechen. Wie Hersteller, Dienstleister und Anwender den aktuellen Stand des industriellen 3D-Drucks einschätzen, lesen Sie hier.

Auf der diesjährigen Formnext war (fast) die ganze additive Branche für vier Tage an einem Ort versammelt, wir haben die Gelegenheit genutzt, um Hersteller, Dienstleister, Händler und Anwender nach ihrer Einschätzung zum aktuellen Stand der Technik zu befragen. Konkret wollten wir wissen, was der Additiven Fertigung noch fehlt, um ihr disruptives Potenzial auf die industrielle Fertigung zu entfalten. Unsere persönlichen Highlights haben wir in einer Bildergalerie für Sie gesammelt:

Das disruptive Potenzial von AM teil die Branche in zwei Lager

Die von uns befragten Brancheninsider haben sich bei der Frage nach dem disruptiven Potenzial der Additiven Fertigung relativ konsequent in zwei Lager aufgeteilt. Die einen sehen Handlungsbedarf beim Prozessreifegrad und der damit verbundenen Kennzahlen. "Häufig sind es aber die Bauteilstückkosten, welche darüber entscheiden, ob eine Technologie disruptiv ist oder nicht. Daher werden hochproduktive Produktionsprozesse immer wichtiger", sagt Sebastian Becker von Eos.

Die anderen sind der Meinung, dass AM zunächst in den Köpfen ankommen muss, um sein volles Potenzial zu entfalten. "Um die disruptive additive Fertigung wirklich auszuschöpfen, muss der Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildung gesetzt werden, damit Unternehmen und Anwender das Potenzial von 3D-Druck vollkommen erkennen", meint Rohit Jhamb von Ultimaker. Wir glauben, dass sich die beiden Lager ergänzen werden. Wenn mehr Ingenieure, Designer und ganze Unternehmen additiv denken und entsprechend aktive werden, werden sich die Prozesse und Verfahren auch weiter verbessern. Sind dann erst einmal genug Anwender auf den 3D-Druck-Zug aufgesprungen, können sie der Lokomotive gemeinsam einheizen und erreichen ihr Ziel schneller.

Unsere Brancheninsider zum disruptiven Potenzial von AM

Was fehlt der Additiven Fertigung noch, um ihr disruptives Potenzial auf die industrielle Fertigung voll zu entfalten?

"Es ist wichtig eine Balance zwischen benötigter Produktivität und notwendiger Bauteilqualität zu finden, um das volle AM-Potential in der industriellen Fertigung zu entfalten. Ein Einstieg über die Möglichkeit komplexere Geometrien zu erzeugen ist sicherlich bei einigen Applikationen möglich und bietet einen Markteintritt. Häufig sind es aber die Bauteilstückkosten, welche darüber entscheiden, ob eine Technologie disruptiv ist oder nicht. Daher werden hochproduktive Produktionsprozesse immer wichtiger. Die Bauteilqualität muss dabei eine definierte und reproduzierbare Güte haben." - Sebastian Becker, Eos

"Neben der mangelnden Unterstützung der Infrastruktur in den Entwicklungsmärkten, fehlt es an Know-how und Fachkräften. Um die disruptive additive Fertigung wirklich auszuschöpfen, muss der Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildung gesetzt werden, damit Unternehmen und Anwender das Potenzial von 3D-Druck vollkommen erkennen." - Rohit Jhamb, Ultimaker

"Insbesondere in den „Beam Melting Verfahren“ Effizienz und Produktivität der Prozesskette sowie Prozessstabilität." - Alexander Jakschik, ULT

" Mut – viele Unternehmen sind noch nicht bereit, die bestehenden Pfade zu verlassen. Die Qualität der Drucke stimmt. Materialien stehen für eine Vielzahl an Anwendungen zur Verfügung. Die Wirtschaftlichkeit lässt sich am konkreten Beispiel nachweisen und die Nachhaltigkeit schlägt bestehende Verfahren. Das Marktpotenzial ist da – und immer mehr Unternehmen entscheiden sich für diese Art der Produktion." - Lars Bertenbreiter, HP

"Think Additive! Wir als Maschinenbauer müssen gemeinsam mit unseren Kunden die Anwendungsgebiete dieser ergänzenden Fertigungstechnologie ausarbeiten und dabei die neuen Freiheitsgrade voll ausschöpfen." - Lukas Pawelczyk, Arburg

" Das größte Hindernis für eine vollumfängliche Adaption der Additiven Fertigung über alle Industrien hinweg sind die Bauteilkosten. Wir sehen, dass in Industrien in denen additive Bauteile bereits kostenneutral bzw. günstiger sind, wie z.B. in der Medizintechnik, eine komplette Umstellung spezieller Produktgruppen vollzogen wird." - Dr. Eric Wycisk, Ampower

"Hier ist aus meiner Sicht zuerst ein neues Design-Denken und ein entsprechendes Vorstellungsvermögen des Designers erforderlich. Nur wenn er frei ist von den „Fesseln“ der derzeitigen Konstruktionsmöglichkeiten, lässt sich das Potenzial der AM-Fertigung voll nutzen." - Dr. Stephan Greimers, Voestalpine

"Derzeit ist es mit dem bekannten AM Verfahren für Metalle nur schwer möglich eine passende Oberflächenästhetik mit guten Materialeigenschaften zu kombinieren. Sinterbasierte Verfahren sind da ein physikalisch richtiger Ansatz." - Dr. Gerald Mitteramskogler, Incus

"Standardisierung. Es gibt noch zu viele Variablen, die Einfluss auf die Fertigung zwischen der Erstellung eines 3D-Modells und dem physischen Bauteil haben." - David Zimny, 3DHubs

"Die verschiedenen 3D-Druck Verfahren selbst sind bereits hochautomatisiert, bei allen anderen Schritten, z.B. der Jobvorbereitung oder beim Reinigen der Teile, ist noch zu viel Handarbeit enthalten. Durch eine höhere Automatisierung aller Arbeitsschritte wird sich die disruptive Wirkung sehr wahrscheinlich potenzieren." - Tom Krause, Igus

"In der additiven Welt, lag der Fokus bisher auf dem 3D Druck selbst. Aber auch die Vor- und Nach-Bearbeitung tragen maßgeblich zum Erfolg einer Applikation bei. Darum haben wir viele Features in unserer Software implementiert, die die Arbeitsschritte entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Teils automatisieren." - Stephan Kühr, 3Yourmind

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Mission Additive

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