Metav 2016 Werkzeugvielfalt für die Medizintechnik

Redakteur: Anne Richter

Fertigungstechnik für Instrumente, Implantate und andere medizintechnische Produkte präsentiert die Medical Area auf der Metav 2016 in Düsseldorf. Über die immer wichtigere Rolle, die Werkzeuge in dieser anspruchsvollen Branche spielen, berichten zwei Metav-Aussteller.

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Massgeschneidert: Zu rund 30 bis 40 Prozent handelt es sich um Sonderwerkzeuge, die Fraisa an den jeweiligen Prozess anpasst und testet.
Massgeschneidert: Zu rund 30 bis 40 Prozent handelt es sich um Sonderwerkzeuge, die Fraisa an den jeweiligen Prozess anpasst und testet.
(Bild: Fraisa)

Mit Blick auf die Ansprüche gibt es bei der Medizintechnik viele gemeinsame Nenner mit der Luftfahrtindustrie: So wachse der Bedarf an Werkzeugen, die sehr anspruchsvolle und teure Materialien zerspanen. «Beim Flugzeug entfällt ein grosser Teil der Zerspanoperationen auf das Bohren», konstatiert Lothar Horn, Geschäftsführer der Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH, Tübingen. Horn: «Die Medizintechnik-Unternehmen drehen und fräsen dagegen wesentlich mehr.» Wertmässig machen die Tübinger rund 50 Prozent ihres Umsatzes mit der Automobilindustrie und 15 Prozent mit der Medizintechnik. Vor allem wegen des steigenden weltweiten Bedarfs an Implantaten und Prothesen wächst dieser Markt etwa seit 1995 laut dem Vorsitzenden des VDMA-Fachverbands Präzisionswerkzeuge im Bereich Zerspanung Jahr für Jahr um rund fünf Prozent.

Weiterentwicklung mit dem Kunden

Eine Spezialität der Tübinger ist die massgeschneiderte Entwicklung von Werkzeugen im Kundenauftrag. Horn: «Wir haben für einen Kunden, der auf hohe Produktivität Wert legt, ein spezielles Fräswerkzeug für künstliche Hüftgelenke entwickelt. Dazu haben wir unser dreischneidiges System zu einem sechsschneidigen Werkzeug erweitert, das die Produktivität um 30 Prozent gesteigert hat.» Derartige hohe Prozessverbesserungen gelängen aber in der Regel nur in einer engen Abstimmung mit dem Auftraggeber.

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Werkzeuge für die Medizintechnik kommen daher auch nur sehr selten aus dem Katalog. «Wir müssen die Produkte fast immer an die Anwendung anpassen, um uns mit deutscher Ingenieurkunst am hiesigen Markt zu behaupten», erkennt Horn nach langjähriger Tätigkeit für die Medizintechnik. «Doch wem das gelingt, der kann sich überall weltweit behaupten.» Diese Aussage belegt er mit einem Erlebnis der fernöstlichen Art: So konnte ein Horn-Kunde aus dem Schwarzwald einen an China verlorenen Produktionsauftrag dank Erhöhung der Produktivität wieder zurückholen: Nun fertigt er pro Jahr fast 500 Millionen Knochenschrauben kostengünstiger als die Chinesen. Das Erfolgsgeheimnis bestehe in einer präzisen Abstimmung von Maschine, Aufnahme und Werkzeug, die zu einer erheblichen Steigerung von Qualität und Ausbringung geführt habe.

Derartige Innovationen für die Medizintechnik präsentiert Horn in der Medical Area auf der Metav 2016. «Wir haben dort sehr frühzeitig als einer der ersten Hersteller eine Ausstellungsfläche gebucht, weil wir bereits 2014 sehr gute Erfahrungen auf der Metav und in der dortigen Medical Area gemacht haben», begründet der Geschäftsführer die Entscheidung. «In Düsseldorf wird Horn verschiedene Lösungen für Zerspanaufgaben in der Medizintechnik präsentieren.»

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