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Automatisierte Bestandserfassung Wie Drohnen die Bestandserfassung revolutionieren könnten

Autor / Redakteur: Benjamin Federmann / Sebastian Hofmann

Gerade in der Logistik sorgen momentan innovative und digitale Techniken für hohe Effizienzsteigerungen. Ein Beispiel dafür ist die Automatisierung der Bestandserfassung: Unbemannte Flugkörper helfen hier dabei, erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen zu realisieren.

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Vor allem für die automatisierte Bestandserfassung halten Drohnen vielfältige Verbesserungspotenziale bereit. Verglichen mit manuellen Verfahren sind sie deutlich schneller.
Vor allem für die automatisierte Bestandserfassung halten Drohnen vielfältige Verbesserungspotenziale bereit. Verglichen mit manuellen Verfahren sind sie deutlich schneller.
(Bild: Patrick Tiedtke / mind.fabric)

Heute geht es bei Diskussionen um den Einsatz von Transportdrohnen oft um die letzte Meile. Doch nicht nur dort können die unbemannten Flugkörper für Verbesserungen sorgen. Auch in der Intralogistik werden sie erfolgreich eingesetzt – nämlich in der Bestandserfassung. Smarte Mikrokopter, ausgestattet mit hochsensibler Technologie, fliegen durch die Regale und scannen Waren ab oder führen eine automatisierte Inventur durch.

Benjamin Federmann
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(Bild: Doks.Innovation GmbH)

Damit diese Prozesse reibungsfrei ablaufen, muss der Flugkörper mit einer hochentwickelten Sensorik ausgestattet sein. Nur so kann er ein großes Datenvolumen verarbeiten. Über eine leistungsstarke Software werden die gesammelten Messwerte dann auf einem Dashboard oder Desktop visualisiert und analysiert, sodass der Status der Waren für die Management-Verantwortlichen auf einen Blick erkennbar ist und als Basis für fundierte Entscheidungen dient.

Drohnen vs. manuelle Bestandserfassung

Der Einsatz von Drohnen bedeutet sowohl für das Management als auch für die Mitarbeiter eine Entlastung. Eine manuelle Bestandserfassung ist in der Regel sehr zeitintensiv und häufig müssen im Nachgang weitere Kontrollen aufgrund von Unstimmigkeiten innerhalb des Reports durchgeführt werden. Zum Vergleich: Eine Drohne erfasst die Bestände zweier Regalreihen in 27 min, die manuelle Bestandserfassung nimmt 45 min pro Regalseite in Anspruch.

Parallel zum quantitativen Status quo liefern die Flugkörper dank dem Einsatz von Sensortechnologie und hochauflösenden Kameras auch qualitative Informationen über die Lagertemperatur, die Luftfeuchtigkeit sowie über den Zustand der Verpackung. Da die Drohnen im Idealfall mit einem Dashboard oder einem Desktop verbunden sind, erhält das Lagermanagement die Messdaten simultan zur Bestandserfassung und kann so umgehend auf Veränderungen reagieren. Insbesondere bei der Lagerung von Lebensmitteln oder Chemikalien ist das von unschätzbarem Wert.

Schwierige Rahmenbedingungen für den Einsatz von Drohnen

Trotzdem entscheiden sich heute in der Praxis viele Unternehmen noch für einen anderen Weg der Datenvisualisierung: Nach der Bestandserfassung werden die gesammelten Daten von einem Mitarbeiter via USB-Stick auf einen Rechner übertragen und erst zu diesem Zeitpunkt geprüft. Warum? Die digitale Infrastruktur hierzulande ermöglicht derzeit in vielen Fällen noch keine vollständige Automatisierung der Produktion und der Logistik. Für die Menge an Daten, die in einer smarten Werkshalle übertragen werden müssten, damit Produktion, Materialfluss und Bestandserfassung reibungslos nebeneinander funktionieren, ist die derzeitige Netzwerk-Bandbreite zu gering. Drohnen können ihr Potenzial also noch nicht voll und ganz entfalten, weil die digitale Infrastruktur schlichtweg nicht gegeben ist.

Künftig braucht es für Drohnen zur Bestandserfassung Akkus, die länger halten als herkömmliche Modelle und gleichzeitig besonders klein und leicht sind.
Künftig braucht es für Drohnen zur Bestandserfassung Akkus, die länger halten als herkömmliche Modelle und gleichzeitig besonders klein und leicht sind.
(Bild: Patrick Tiedtke / mind.fabric)

Aber auch die Flugkörper selbst müssten noch verbessert werden, etwa in puncto Akkuleistung. Zum einen braucht es Energiespeicher, die über eine höhere Kapazität verfügen als die derzeit auf dem Markt verfügbaren Produkte. Zum anderen müssen diese Lösungen so kompakt sein, dass sie mit einem unbemannten Flugkörper in Standardgröße verbaut werden können. Außerdem ist die Entwicklung einer autonomen Dockingstation notwendig. Bei den momentan verfügbaren Lösungen müssen die Drohnen noch von einem Mitarbeiter zum Laden ihres Akkus an eine dafür vorgesehene Ladestation angeschlossen und wieder entkoppelt werden. Langfristiges Ziel sollte es sein, auch diesen Vorgang zu automatisieren.

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* Benjamin Federmann ist Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter bei Doks.Innovation in 34131 Kassel, Tel. (05 61) 81 67 64 93, contact@doks-innovation.com

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