Kosteneinsparung dank optimalem Kühlschmierstoff Zerspanung: Optimierte Prozesse mit Fokus auf Hilfsstoffen

Redakteur: Anne Richter

Die erste Insight-Veranstaltung des neuen Verbandes Swiss Medtech fand bei Blaser Swisslube statt. Die beiden Hilfsstoffhersteller Blaser Swisslube und Borer Chemie demonstrierten, wie dank enger Zusammenarbeit mit den Kunden auch in der hochregulierten Medizintechnik Herstellprozesse optimiert werden können.

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Abschliessende Podiumsdiskussion auf der ersten Insight-Veranstaltung zum Thema «Kostenoptimiert zerspant – sicher gereinigt» bei Blaser Swisslube.
Abschliessende Podiumsdiskussion auf der ersten Insight-Veranstaltung zum Thema «Kostenoptimiert zerspant – sicher gereinigt» bei Blaser Swisslube.
(Bild: Swiss Medtech)

Die Gesundheitskosten steigen von Jahr zu Jahr nicht ohne Grund. Obschon die Medizintechnik nur für einen geringen Teil der Gesamtkosten verantwortlich ist, ist die Optimierung der Herstellprozesse ein omnipräsentes Thema. Denn der Wunsch nach innovativen Produkten wie auch die immer höheren regulatorischen Anforderungen sollten nicht zu höheren Gesundheitskosten führen. Eine schlanke, optimierte Produktion ist daher ein Muss für jeden Hersteller. Die etablierten Strukturen und Prozesse müssen laufend hinterfragt werden, was viele Unternehmen vor grosse Herausforderungen stellt. Die Lieferanten von Prozesshilfsstoffen können hier einen wichtigen Beitrag leisten, da sie in gemeinsamen Projekten mithelfen können, die Kosten zu optimieren und die Produktivität zu steigern. Deshalb fand am Dienstag, 31. Oktober, die erste Insight-­Veranstaltung zum Thema «Kostenoptimiert zerspant – sicher gereinigt» des neuen Verbandes Swiss Medtech (ehemals Fassmed und Medical Cluster) bei Blaser Swisslube statt. Über 50 Personen folgten der Einladung und fanden sich in Hasle-­Rüegsau ein.

Prozess- und kostenoptimierte Zerspanung

In einem Beispiel wurde vorgestellt, wie Medartis in Zusammenarbeit mit Blaser Swisslube den bestehenden Produktionsprozess optimieren konnte. Die Firma Medartis stellt in Basel seit 1997 Implantatsysteme vornehmlich für die Behandlung von Knochenbrüchen her. Das Ziel des gemeinsamen Projekts war es, durch eine Optimierung des Produktionsprozesses die Kosten zu minimieren, den Arbeits- und Umweltschutz zu verbessern und die Zerspanung weiterhin stabil zu halten. Ein essentieller Punkt für die Qualitätssicherungsabteilung von Medartis war, dass die Massnahmen, insbesondere der Kühlschmierstoffwechsel, in Absprache mit der zuständigen benannten Stelle eine nichtsignifikante Prozessänderung darstellten. Nach einer erfolgreichen vierwöchigen Testphase im hauseigenen Technologiecenter bei Blaser Swisslube wurde der Produktionsprozess erfolgreich implementiert. Nebst der Reduktion des Öl­nebels um 75 %, was zu einer deutlichen Reduktion der Reinigungskosten führte, konnte der Kühlschmierstoffverbrauch um 50 % gesenkt werden. Mittels Fragebogen wurde zudem bei den Produktionsmitarbeitern die Arbeitssicherheit und das Sichtfeld bei der Zerspanungsoperation abgefragt. Auch hier konnte der neue Kühlschmierstoff von Blaser auftrumpfen. Total wird Medartis Kosteneinsparungen von mehr als CHF 100 000 pro Jahr realisieren können. Die Kosten für die benötigten Sauberkeitsanalysen beliefen sich dagegen nur auf etwas über CHF 10 000. Fazit: Produktions- und QM-Prozesse sind kundenspezifisch und müssen immer individuell betrachtet werden. Daraus ergeben sich die notwendigen Untersuchungen und Nachweise für Prozessumstellungen im hochregulierten Rahmen der Medizintechnik. Eine Umstellung ist einfacher als viele denken, und die Umstellungskosten können durch Einsparnisse im optimierten Prozess mehr als kompensiert werden.

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Sichere Reinigung

In der Medizinbranche ist die Patienten­sicherheit essentiell. Instrumente und Implantate müssen absolut sauber sein, bevor sie mit den Patienten in Kontakt kommen. Wie wichtig fundierte Kenntnisse über Zerspanung, Kühlschmierstoffe und Materialoberfläche sind, um eine effektive und effiziente Reinigung sicherzustellen, zeigte ein weiterer Vortrag. Die Reinigung in der Medizintechnik wird von vier Faktoren beeinflusst: dem mechanischen Effekt (z.B. Sprühdruck, Ultraschall), der Temperatur (von Raumtemperatur bis etwa 90 °C), der Einwirkzeit und der Zusammensetzung des Reinigers selbst. Das Reinigen auf wässriger Basis bietet viele Vorteile, da es gezielt chemische Wechselwirkungen auslösen kann, die den Reinigungsprozess unterstützen (zum Beispiel das Lösen von Salzen oder die Wirkung von Tensiden). Das Spülen ist integraler Bestandteil jedes Reinigungsprozesses und ist genauso wichtig wie die Reinigungsbäder selber. Die Methoden, um die Sauberkeit der Produkte zu belegen, sind vielfältig und können in anorganische, organische, biologische und mikrobiologische Kategorien unterteilt werden. Das 7-Schritte-Verfahren von Borer

Chemie stellt sicher, dass von der Aufnahme der Anforderungen bis hin zu Validierung und Monitoring alle relevanten Daten systematisch erfasst werden. Dies führt zu sorgfältig entwickelten Reinigungsverfahren, die auf den Produktionsprozess optimal abgestimmt sind und somit zu den bestmöglichen Ergebnissen führen.

In einem Fallbeispiel wurde anschlies send von den langjährigen Partnern Blaser Swisslube und Borer Chemie demonstriert, wie sich die Zerspanung und die darauffolgende Reinigung ergänzen. Im Technologie-Center von Blaser Swisslube wurde ein Titan-Zylinder in Form eines Blaser-Swisslube-Fässchens auf einer Drehmaschine live hergestellt und durch Borer Chemie gereinigt. Die Sauberkeit der Teile wurde anschliessend durch einen einfachen Tinten-Test veranschaulicht. -ari- SMM

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