Bearbeitungszentrum Zusatzachse macht flexibel

Redakteur: Matthias Vogel

>> Die Spezialmaschinenfabrik Wilhelm Rasch, Hersteller von Verpackungsmaschinen für die Süsswarenindustrie, hat ihren Maschinenpark mit einem Bearbeitungszentrum MTcut V110TH von MTRent verstärkt. Ein zusätzlicher Getriebe-Drehtisch EA-520 von pL Lehmann macht aus der dreiachsigen Maschine bei Bedarf ein 4-Achsen-Bearbeitungszentrum, das selbst komplexe Zylinderkurven präzise zerspant.

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Das vertikale Bearbeitungszentrum MTcut V110TH ist leistungsfähig, langzeitgenau und – insbesondere mit dem Lehmann-Drehtisch – sehr flexibel einsetzbar.
Das vertikale Bearbeitungszentrum MTcut V110TH ist leistungsfähig, langzeitgenau und – insbesondere mit dem Lehmann-Drehtisch – sehr flexibel einsetzbar.
(Bild: pL Lehmann)

mvo. Wie kommt der Schoko-Osterhase zu seinem eng anliegenden Gewand aus bedruckter Alufolie? In Handarbeit – sicher nicht, dafür sind die Stückzahlen der süssen Hohlfiguren viel zu hoch. Es werden spezielle Verpackungsmaschinen benötigt, die die dünne Folie präzise und feinfühlig um den Hasen falten. Denn weder darf die Folie reissen noch der empfindliche Körper aus Schokolade Schaden nehmen. Und am Ende muss das Alukleid wie angegossen sitzen – mit Gesicht und Füssen an der jeweils richtigen Stelle.

Der weltweit führende Hersteller für solche Hohlkörperverpackungsmaschinen sitzt in Köln: die Wilhelm Rasch GmbH & Co. KG. Das seit drei Generationen im Familienbesitz befindliche Unternehmen pflegt einen engen Kontakt zu seinen Kunden, für die spezifisch ausgelegte Verpackungsanlagen entwickelt und gebaut werden. Als modifizierbare Basis dienen meist die Verpackungsmaschinen der Typenreihe Rasch FI 4-6. Sie können nicht nur symmetrische Hohlfiguren wie zum Beispiel Hasen, Sitzhasen oder Weihnachtsmänner verpacken, sondern sind auch in der Lage, asymmetrische Figuren perfekt und nahtlos einzuwickeln. Kernelemente dieser Maschinen sind Kurvenscheiben, die für die exakten Bewegungsabläufe verantwortlich sind. Konstruktionsleiter Axel Störmer erklärt: «Natürlich stellen wir auch Maschinen mit Servogetrieben her, die deutlich flexibler sind. Doch bei dieser Form der Verpackung ist Flexibilität nicht so wichtig. Die Faltbewegungen sind immer ähnlich. Daher ist die klassische mechanische Steuerung über Kurvenscheiben vollkommen ausreichend. Ausserdem hat sie Stärken vorzuweisen, die für viele Kunden ausschlaggebend sind.»

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Maschinen mit mechanischen Kurven – ob Kurvenscheiben oder Zylinderkurven – laufen im Allgemeinen schneller und haben bei hohen Drehzahlen eine bessere Positioniergenauigkeit. Denn aufgrund der starren mechanischen Übertragung des in der Kurvenbahn gespeicherten Bewegungsablaufs sind keine Lageabweichungen am Abtrieb zu erwarten. Ausserdem erweisen sich mechanische Kurven weitgehend unempfindlich gegenüber äusseren Einflüssen, und sie sind preiswerter als Servoachsen. «Wenn keine besonders grosse Flexibilität in den Bewegungsabläufen gefordert ist, fällt die Wahl meistens auf die mechanische Lösung», verrät Axel Störmer. «Zumal diese wesentlich kompakter ausfällt als eine Maschine mit Servogetriebe.»

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