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Interview, Fritz Studer AG «Die Dinge cleverer und intelligenter anpacken»

| Autor: Anne Richter

Effizienz und Kosten sind für Unternehmen in Hochpreisländern wie der Schweiz von existenzieller Bedeutung. Es gibt viele verschiedene Ansätze. Auch die Fritz Studer AG stellt sich dieser Problematik – für seine Kunden wie für die eigene Unternehmung. Im SMM Interview hierzu Studer Geschäftsführer Fred Gaegauf.

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«Im einfachen Fall muss man weg vom Over-Engineering und fragen, was der Kunde wirklich will und braucht.» Fred Gaegauf, Geschäftsführer Studer AG
«Im einfachen Fall muss man weg vom Over-Engineering und fragen, was der Kunde wirklich will und braucht.» Fred Gaegauf, Geschäftsführer Studer AG
(Bild: Thomas Entzeroth)

SMM: In der Schweiz und in der ganzen Welt ist die Fritz Studer AG als Spezialistin für Rundschleifmaschinen bekannt. Was ist das Besondere bei Studer?

Fred Gaegauf: Unser Motto ist, dass wir den Kunden erfolgreicher machen wollen. Wir fragen uns, was wir tun können, um den Kunden bei seinem Bestreben, erfolgreich zu sein, zu unterstützen.

Wie machen Sie das, wie sieht das praktisch aus?

F. Gaegauf: Wir überlegen, wie der Kunde arbeitet und wo die Möglichkeiten zur Unterstützung sind. Am besten ist es, wenn der Kunde in einer sehr frühen Phase eines Projektes mit seinen Ideen und Vorstellungen zu uns kommt, so dass gemeinsam für ein Bauteil der Prozess entwickelt werden kann. Es wird gemeinsam entschieden, wo Schleifen sinnvoll ist und wofür eine andere Bearbeitungsart bevorzugt werden könnte.

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Welchen Einfluss hat das maschinenbautechnisch?

F. Gaegauf: Im einfachen Fall muss man weg vom Over-Engineering und fragen, was der Kunde wirklich will und braucht. Das haben wir gerade in Asien gelernt. Die Asiaten wollen nur das kaufen, was sie wirklich brauchen, und für Schnickschnack, den sie nicht brauchen, auch nicht bezahlen. Diesen Ansatz haben wir beispielsweise mit der S11 umgesetzt. Die Maschine haben wir auf das Notwendigste abgespeckt. Was sich schlussendlich auch positiv auf die Kosten auswirkt. Ausserdem bin ich ein Fan von Detailverbesserungen, es müssen nicht immer Quantensprünge sein. Es geht dabei darum, das Bestehende kritisch zu betrachten und zu überlegen, wo Dinge verändert werden können. So ist zum Beispiel auch unsere A-Achse entstanden.

Auch mit der Schleifsoftware geht Studer Richtung Produktivität und hat in den letzten Jahren einen Riesenschritt getan. Wie funktioniert das?

F. Gaegauf: StuderTechnology ist eine Software, welche in der Lage ist, den Prozess für ein Werkstück und sämtliche Parameter sowie die Bearbeitungsart zu definieren. Die Software benötigt nur wenig Input: Es wird die zu erreichende Qualität definiert und die Werkstückgeometrie. Die restlichen Para­meter werden von StuderTechnology automatisch berechnet.

Wie schneidet die Software im Vergleich zur Programmierung durch einen Spezialisten ab?

F. Gaegauf: Wir haben einen Test mit über 70 Schleifexperten gemacht. Sie haben ein Programm für ein definiertes Werkstück erstellt. Nur drei dieser Schleifexperten konnten das Werkstück in der geforderten Qualität bearbeiten, alle anderen haben Ausschuss produziert. Mit unserer Software wurde das Bauteil in der geforderten Qualität erzeugt, und zwar mit der zweitbesten Zeit. Es war also nur einer der vielen Schleif­experten besser als unser Programm. Das Ergebnis zeigt, dass wir damit eine sehr gute Lösung anbieten, auf die der Experte noch aufbauen kann. Vor allem ist aber sichergestellt, dass kein Ausschuss fabriziert wird.

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Über den Autor

 Anne Richter

Anne Richter

Redaktorin SMM