Zollabfertigung

„Ein-Fenster-Konzept“ für Importe in die USA

| Autor / Redakteur: Arne Mielken / Bernd Maienschein

Ein CBP-Angestellter (Customs and Border Protection) leitet eine Zugmaschine mit einem Seehafencontainer in den Inspektionsbereich eines Hafens.
Ein CBP-Angestellter (Customs and Border Protection) leitet eine Zugmaschine mit einem Seehafencontainer in den Inspektionsbereich eines Hafens. (Bild: Amber Road)

Eine vollständige, rechtskonforme, digitalisierte Dokumentation ist entscheidend für den Zugang zum US-amerikanischen Markt und eine schnelle, termingerechte Belieferung. Das Automated-Commercial-Environment-(ACE-)System der Vereinigten Staaten vereinfacht und beschleunigt die Einfuhr- und Freigabeprozesse.

Ab 2018 kommuniziert die US-amerikanische Zollbehörde U. S. Customs and Border Protection (CBP) nur noch über das elektronische Datenbearbeitungssystem ACE (Automated Commercial Environment). Damit gehören alle papierbasierten Zollerklärungen und manuellen Zollprozesse der Vergangenheit an. Der US-Zoll akzeptiert dann auch keine Zolldeklarationen mehr über das Automated Commercial System (ACS). ACE ersetzt außerdem Air AMS und AES.

ACE vereinfacht Compliance

Ausnahmen gelten nur noch für Zollerstattungsvorgänge (Drawback and Duty Deferral). Diese können zunächst weiterhin im ACS bearbeitet werden. Außerdem können einige Wareneinfuhren grundsätzlich nicht elektronisch bearbeitet werden, weil sie nur sporadisch und/oder in geringem Umfang vorkommen. Dazu zählen beispielsweise Messegüter.

ACE ist Teil der „Ein-Fenster-Initiative“ der US-Administration. Das System soll die Einfuhr- und Freigabeprozesse für die US-amerikanische Zollbehörde vereinfachen, beschleunigen und vor allem fehlerfrei machen. Das System nimmt zum Beispiel die Datenelemente für das Import Security Filing entgegen, leitet sie zur Überprüfung durch die verantwortlichen Behörden weiter, unterstützt die Bearbeitung der Einfuhranmeldungen und der damit verknüpften Post-Entry-Prozesse. ACE bietet außerdem einen zentralen Zugang für eine Kontaktaufnahme mit der Zollbehörde und ihren Partnerbehörden (Secure Data Portal). Diese Funktion wird derzeit noch ausgebaut. Compliance, das Einhalten von Zollvorschriften aller Art, wird dank ACE einfacher. Die Nichteinhaltung der neuen elektronischen Prozesse kann aber zu Abfertigungsverzögerungen und Strafgebühren führen.

Ohne Automatisierung geht wenig

Die Anforderungen der Zollbehörden weltweit werden immer komplexer. Der Außenhandel kann den Zusatzaufwand ohne Automatisierung kaum bewältigen. Immer mehr Supply-Chain- und Logistikverantwortliche setzen daher auf eine Global-Trade-Management-(GTM-)Plattform, über die sie ihre Zollanforderungen ganzheitlich managen können. Der Zugriff auf tagesaktuelle Behördenvorgaben macht Zulässigkeitsprüfungen schnell und effizient. Verzögerungen bei der Einfuhr werden vermieden.

Amber Road, eines der führenden internationalen Softwarehäuser für GTM-Lösungen, unterstützt auch die Nutzung von ACE. „Viele Länder gehen heute zu einem ,Ein-Fenster-Konzept‘ über und machen damit korrekte Echtzeitinformationen zum Zeitpunkt der Wareneinfuhr zur Pflicht“, erläutert Nathan Pieri, Chief Product Officer bei Amber Road. „Für Im- und Exporteure bedeutet das einen enormen Mehraufwand bei der Konsolidierung und Pflege Compliance-relevanter Daten. Es gibt Behörden, die über 450 Datenelemente abfragen! Das Importmanagement-Modul von Amber Road bietet Unternehmen ein umfassendes, mit jeder bestehenden ERP-Lösung kommunizierendes Stammdatenmanagement, das dafür sorgt, dass die sich kontinuierlich weiterentwickelnden US-Einfuhrbestimmungen korrekt eingehalten werden.“

* Arne Mielken BA (Hons) MA MIEx (Grad) ist Senior Trade Specialist (European Union) bei Amber Road, arnemielken@amberroad.com

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