Maschinenüberholung

Ein zweites Leben: Generalüberholung von Schleifmaschinen

| Redakteur: Anne Richter

Studer Maschinenüberholungen geben der Maschine ein zweites Leben.
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Studer Maschinenüberholungen geben der Maschine ein zweites Leben. (Bild: Fritz Studer AG)

Maschinenüberholung war ein Thema der Fritz Studer AG auf der EMO. Der Schleifspezialist bietet die Möglichkeit, aus einer alten eine neuwertige Maschine zu machen, mit Toleranzen wie nach der Erstauslieferung. Auch geänderte Anforderungen können nach Wunsch angepasst werden.

14 Jahre stand die S40 bei der Firma LMT Kieninger im Einsatz. Die Firma ist spezialisiert auf besonders anspruchsvolle Zerspanungsaufgaben und stellt Sonderwerkzeuge für den Gesenk- und Formenbau her. «Die S40 war der Rolls-Royce unter den Schleifmaschinen. Trotzdem nutzte sich die Maschine über die Zeit und nach intensiver Nutzung ab», gesteht uns Heiko Braun, Gruppenleiter Bereich Rund-Flachschleifen und Montage. Für die Firma LMT Kieninger war klar, dass sie die Rundschleifmaschine ins Studer-Werk in der Schweiz zur Überholung geben. Studer stellte ihnen während rund drei Monaten eine Leihmaschine zur Verfügung und kümmerte sich von A wie Abholung bis Z wie Zollformalitäten um alles. «Mit der Leihmaschine waren wir sehr zufrieden. Bis auf ein paar Kleinigkeiten konnten wir damit wie gewohnt weiterschleifen», resümiert Braun. Das Spezielle an einer Maschinenüberholung bei Studer? Als einzige Firma erneuert sie die Führungsbahnen der Maschinen nach Originalspezifikationen. Damit entspricht die Geometrie der Maschine nach Einbau der Baugruppen wieder der einer neuen Maschine. Dazu meint Braun: «Genau dieser Punkt hat uns enorm überzeugt. Wir merken den Unterschied. Seit der Überholung schleifen wir mit der Genauigkeit einer neuen Maschine. Eine Maschinenüberholung kann ich nur empfehlen. Es lief alles reibungslos ab, die Investition hat sich gelohnt und eine 1600-mm-Maschine ist für uns Gold wert.»

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Rebuild – aus Alt wird Neu

Ein Rebuild, also eine Maschinenüberholung, macht Sinn, nicht nur wirtschaftlich. Der Bediener erhält seine gewohnte Maschine zurück und arbeitet da weiter, wo er vor der Überholung aufgehört hat. Und doch ist er begeistert. Denn seine alte Maschine ist wie neu. Im Studer-Werk zerlegen die Spezialisten die Maschine in alle Einzelteile. Die Führungsbahnen werden komplett erneuert, die Baugruppen überholt, die Verschleissteile im Elektroschrank ausgetauscht, Hydraulik- und Schmiersystem wie auch alle Ventile ersetzt. Sind alte Ersatzteile nicht mehr beschaffbar, kümmert sich Studer um die alternative Lösung. Die Verschalung und Komponenten werden sandgestrahlt und erhalten danach einen frischen Lack. Nach dem Aufbau ist die Geometrie wie bei einer Neumaschine. Die Inbetriebnahme führt der Customer Care von Studer durch, inklusive Funktions- und Geometrieprüfung, das alles CE-konform. «Bei uns sind über 20 Personen mit den Überholungen von Maschinen beschäftigt. Das zeigt, welchen Stellenwert das Rebuild und Retrofit bei Studer hat. Die Kunden sind jedes Mal von der Verwandlung begeistert und freuen sich, eine neuwertige Maschine zu einem spannenden Preis-Leistungs-Verhältnis in Betrieb zu nehmen», freut sich Marcos Cotarelo, Hauptabteilungsleiter Customer Care Consultant.

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Teilespektrum erweitern

Wenn der Kunde sein Teilespektrum gleichzeitig mit der Überholung erweitern möchte, tut er dies mit einem Retrofit. Während der Maschinenüberholung lässt sich die Maschine nach Kundenwunsch umbauen oder nachrüsten. Das ermöglicht neue Produktionsmöglichkeiten auf derselben Maschine. Dieses Angebot von Studer hat sich die Firma Ingold Tools AG zunutze gemacht.

Die Ingold Tools AG produziert mit 25 Mitarbeitern hochgenaue und komplexe Teile für den Spindel-, Kompressoren-, Hydraulik- und allgemeinen Maschinenbau seit 1946. Der gesamte Maschinenpark umfasst eine Vielzahl CNC-gesteuerter und konventioneller Maschinen, inklusive zwei Robotik-Automatisierungslösungen für das Drehen, Fräsen/Bohren, Honen, Läppen, Trowalisieren, Sandstrahlen, Laserbeschriften sowie Flach- und Rundschleifen. In der Rundschleiferei stehen bereits mehrere konventionelle und CNC-Studer-Maschinen. Eine weitere Maschine steht aktuell in den Produktionshallen von Studer zur Überholung. Es ist eine 18-jährige S21 mit zwei Aussenspindeln und einer stufenlosen Feineinstellung vom Revolver-Schleifspindelstock (B-Achse fein), welche die beiden Geschäftsführer Christoph Jenzer und Edgar Stich erst kürzlich als Gebrauchtmaschine übernehmen konnten. Die S21 wird dabei nicht nur auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch gleich nach den Ansprüchen der Ingold Tools AG nachgerüstet. So erhält die Rundschleifmaschine eine zusätzliche Innenschleifspindel zum Innenrundschleifen und die entsprechende Vorrichtung, um den Reitstock in die Parkposition zu schwenken. Auch erhält die S21 eine neue Spindelkühlung mit eigenem Kreislauf sowie eine hydraulisch einschwenkbare Abrichtvorrichtung. Damit alle Schleifmaschinen die gleiche Aufnahme haben, wird zusätzlich der Universal-Werkzeugspindelstock von MK4 auf MK5 umgebaut. «Für uns ist dieser Deal perfekt. Die gebrauchte Maschine erhalten wir dank dem Nachrüsten mit 50 Prozent neuer Hardware», schwärmt Jenzer.

Vertraute Qualität

Die S21 ist bereits die zweite, werksrevidierte Studer-Maschine bei der Ingold Tools AG. Bereits 2016 konnte die Firma eine gebrauchte S31-Maschine übernehmen, welche Studer überholt hat. «Wir schleifen bis zu 1µm Lagertoleranz und Durchmesser. Studer gewährleistet uns exklusiv die Genauigkeit nach der Überholung. So oder so: Eine revidierte Studer läuft wieder genauso lange, wie eine neue Maschine», attestiert Stich. Einen weiteren Vorteil der Maschinenüberholung sehen Jenzer und Stich in der Bedienung: «Die Mitarbeitenden müssen sich nicht an eine neue Maschine mit neuer Steuerung gewöhnen.»

Ergänzendes zum Thema
 
Maschinenüberholung auf einen Blick

Ingold Tools vertraut seit ihrer Gründung im Jahr 1946 auf Studer. Die erste Aussenrundschleifmaschine war eine Typ 01 mit Jahrgang 1955. Diese war noch im Einsatz, als Christoph Jenzer vor 13 Jahren in die Firma eintrat. «Wir arbeiten gerne mit Studer zusammen. Die Servicemitarbeiter stehen schnell im Einsatz, der für uns zuständige Customer Care Consultant unterstützt uns, wo er kann. Nicht umsonst haben wir so viele Studer-Maschinen.» Eine neue Maschine? Jenzer und Stich meinen dazu: «Das schliessen wir nicht aus – immerhin bietet eine neue Maschine Vorteile, die eine alte nicht hinbekommt, wie schnellere Verfahrwege in allen Achsen, einfacheres Einrichten der Maschine wie auch einfaches Programmieren mit weniger Fachkenntnissen.» Zunächst freut sich die Belegschaft aber auf die überholte S21, die sich schon bald auf den Weg ins bernische Inkwil macht. -ari- SMM

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