Klimaerwärmung und alternative Mobilität Elektro-Autos im Vergleich

Autor / Redakteur: Sergio Caré-Lucas / Sergio Caré

Auf Elektroantrieb umsteigen oder lieber auf andere Technologien und Verkehrskonzepte hoffen? Je nachdem, welcher Mobilitätsexperte zu diesem Thema befragt, wird fällt die Antwort anders aus. Fakt ist: An der Technik scheitert der Durchbruch der E-Fahrzeuge nicht, höchstens am Willen der Automobilisten.

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(Bild: Adobe Stock)

Derzeit bieten Fahrzeuge mit Elektromotoren die einfachste Möglichkeit, den Verkehr CO2-neutral zu gestalten. Diese Aussage würden sicherlich nicht alle Mobilitätsexperten so unterzeichnen. Ein Teil der Berichterstattung über Elektroautos streut Zweifel an deren Umweltfreundlichkeit. So hat kürzlich der deutsche Automobilklub ADAC mithilfe des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) in einer Studie den CO2-Ausstoss verschiedener Antriebsarten verglichen. Sie kamen zum Schluss, dass das E-Auto nicht in jeder Klasse emissionsarm fährt. Die CO2-Emissionen bei der Batterieherstellung und der deutsche Strom-Mix werfe es zurück. Nur, was für Deutschland gilt, gilt nicht für alle Länder auch. Deutschland produziert hauptsächlich Strom mit Kohle. Kohle gilt als die grösste CO2-Schleuder aller Energiequellen. Aber die Länder, die hauptsächlich auf Kohle setzen, werden immer weniger. Denn heute sprechen auch wirtschaftliche Faktoren gegen Kraftwerke dieser Art. Der Anteil der Kohle an der Energieproduktion sinkt deshalb. Nun hat die vom ADAC angestossene Studie veraltete Jahreswerte genommen, um den deutschen Strommix abzubilden. Lag der Anteil an fossiler Energie der deutschen Bruttostromerzeugung im Jahr 2014 bei 55,3 Prozent, liegt er in diesem Jahr unter 50 Prozent. Dies macht den Braten nicht feiss sagen Sie? Doch, wenn jedes Kilowatt durch saubere Energie ersetzt wurde.

Käme der Strom ausschliesslich aus erneuerbaren Quellen, wäre das Elektroauto klar im Vorteil gegenüber reinen Benzin- und Diesel-Fahrzeugen. Dies sagt im Übrigen auch die Studie des ADAC. Jeder verbrannte Liter Diesel oder Benzin setzt immer CO2 frei, egal wie sparsam das Auto ist. Die anderen Schadstoffe und Emissionen im Individualverkehr dürften in dieser Diskussion ebenfalls nicht vergessen werden. Luftschadstoffe wie Stickoxide (NOx) und Feinstaub (PM10) emittiert das Elektroauto anders als der Diesel beim Betrieb keine. Auch die Lärmbelastung ist beim E-Auto geringer als bei Benziner und Diesel. Da das Kohlendioxid aber als der wichtigste Umweltfaktor im Zuge der Klimakrise genannt wird, misst sich jede Technik an ihr. Wie der CO2-Ausstoss pro Antriebsart in der Schweiz im Jahr 2017 aussieht, zeigt die Abbildung 1. Hier liegt der Elektroantrieb klar vorne, inkl. Importstrom aus Frankreich und Deutschland. Wer nicht auf Motor mit Auspuff verzichten kann, fährt mit einem Hybrid immer noch emissionsärmer als reine Benzin- und Dieselfahrzeuge. Kein Wunder ist dagegen, dass die «puristische» Antriebsart am meisten CO2 rauspustet. Trotzdem halten sich Benzin und Diesel an der Spitze der verkauften Fahrzeuge (Abb. 2).

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