Interview mit Fred Gaegauf «Entscheidendes Kriterium ist immer die Effizienz»

Autor: Anne Richter

Die Fritz Studer AG ist Markt- und Technologieführer auf allen Gebieten des Rundschleifens. SMM hat mit Geschäftsführer Fred Gaegauf über die Herausforderungen am Werkplatz Schweiz gesprochen. Ein wichtiges Schlüsselwort dafür sieht Studer in der Effizienz – sowohl im eigenen Unternehmen als auch bei den Kunden.

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Fred Gaegauf, CEO Studer und Schaudt Mikrosa: «Es ist unbedingt notwendig auf der Kostenseite aktiv zu werden, vor allem bei den Struktur- und Fixkosten. Effizienz ist dabei das bestimmende Thema.»
Fred Gaegauf, CEO Studer und Schaudt Mikrosa: «Es ist unbedingt notwendig auf der Kostenseite aktiv zu werden, vor allem bei den Struktur- und Fixkosten. Effizienz ist dabei das bestimmende Thema.»
(Bild: Anne Richter, SMM)

SMM: Wie schätzen Sie die aktuelle Lage für den Werkplatz Schweiz ein?

Fred Gaegauf: Roman Bouttelier, Vice President Human Resources an der ETH Zürich, erklärte einmal auf einer Veranstaltung, dass die Schweiz der ideale Werkplatz auf der Welt sei. Er begründete das mit der grossen Anzahl gut ausgebildeter, kreativer wie innovativer Leute. Dadurch steht der Werkplatz Schweiz für hohe Qualität. Wichtig für uns in der Schweiz ist, aufgrund der hohen Kosten­strukturen, eine maximale Auslastung der Maschinen, verbunden mit einer hohen Automatisierung. Hierfür müssen ausgeklügelte Verfahren angewendet werden, die die Prozesszeiten verringern. Solche Produktionsstätten kann man in der Schweiz durchaus wirtschaftlich betreiben.

Wie stehen Sie zum Werkplatz Schweiz?

F. Gaegauf: Ich persönlich bin ein starker Verfechter des Werkplatzes Schweiz. Denn daran hängen auch gute Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Wenn man sich nur auf den Denkplatz, also nur auf Konstruktion und Design konzentriert, dann fehlt schlussendlich die Erfahrungskomponente. Diese ist notwendig für den Erfolg. Deshalb stehen wir auch als Gruppe für den Standort Schweiz, das zeigen auch unsere Investitionen.

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Aber Sie haben auch Standorte im Ausland. Welche Rolle spielen diese Standorte?

F. Gaegauf: In der Gruppe sind wir weiterhin der Meinung, dass unsere drei Produktionsstandorte mit Steffisburg hier in der Schweiz, Kuřim in Tschechien und Shanghai in China sinnvoll sind. Wir sind in einem partnerschaftlichen Konkurrenzmodus, das heisst, dass wir entsprechend den Voraussetzungen vor Ort entscheiden, welches Produkt an welchem Standort am sinnvollsten gefertigt wird. Zusätzlich sind wir in der Lage, uns untereinander zu helfen, Überkapazitäten zu übernehmen, um den Produktionsbedarf sicherzustellen. Wir stellen aus­serdem sicher, dass an allen drei Standorten grundsätzlich die gleiche Qualität produziert werden kann.

Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht wissenschaftliche Institutio­nen für den Werkplatz Schweiz?

F. Gaegauf: Nach dem Frankenschock sprach Swissmem von einer Deindustrialisierung der Schweiz durch den Abgang vieler Firmen ins Ausland. Swissmem spricht von 10 000 industriellen Arbeitsplätzen, die der Schweiz verloren gegangen sind. Diesbezüglich gibt es scheinbar Überlegungen seitens der ETH, ob die Fertigungstechnik mit dem Transferinstitut Inspire noch ein tragfähiges Modell in der Zukunft ist. Für uns und die gesamte in der Schweiz tätige Maschinen-Industrie ist es substanziell wichtig, Inspire als Wissens-Transfer-Organisation beizubehalten. Es braucht eindeutig die Kombination von Wissen und Produktion.

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Redaktorin SMM