Präzisionsfräsen

Hartfräsen mit Präzision einer Messmaschine

| Redakteur: Anne Richter

Präzisionsfräsmaschine Kern Triton: Präzision im µ-Bereich beim Hartmetallfräsen.
Präzisionsfräsmaschine Kern Triton: Präzision im µ-Bereich beim Hartmetallfräsen. (Bild: Kern)

Mit der Präzisionsfräsmaschine Kern Triton und Hartmetallwerkzeugen von Hitachi hat sich der Tiroler Werkzeugbauer Wörgartner GmbH eine neue Dimension des Stanzwerkzeugbaus erschlossen: Viele Teile, die er früher nur senkerodieren konnte, fräst er nun kostengünstiger – in einem Bruchteil der Zeit und mit höherer Präzision. Selbst härteste Stähle und 3D-Hartmetallkonturen zerspant das Unternehmen mit Genauigkeiten im µ-Bereich.

Sein Handwerk hat Peter Wörgartner von der Pike auf gelernt. Nach sieben Jahren als angestellter Werkzeugmacher entschied er sich, selbst einen Betrieb auf die Beine zu stellen. 1986 mietete der damals 25-Jährige in seinem Tiroler Heimatort Oberndorf Werkstatträume und startete sofort mit den beiden Standbeinen, die er heute in getrennten Firmen führt: Lohnwerkzeugbau und die Fertigung von Stanz-Biegeteilen.

Seit dem Start als Einzelkämpfer baute Wörgartner sein Unternehmen ständig aus. Mitarbeiterzahl und Maschinenpark wuchsen kontinuierlich. Im Werkzeugbau arbeiten heute beispielsweise etwa 40 Mitarbeiter mit zehn Draht-, drei Senkerodiermaschinen sowie modernsten Schleif- und Fräsanlagen. Die jüngste Neuerung im Anlagenpark: Eine Kern Triton mit hydrostatischer Achsführung, die in einem speziellen Präzisionsraum integriert ist. Die Werkzeuge werden entweder von den sechs eigenen Konstrukteuren entwickelt oder nach Kundenzeichnung hergestellt. Den Schwerpunkt bilden hochwertige Stanz- und Biegewerkzeuge sowie Folgeverbundwerkzeuge. Zu 80 Prozent produziert der Werkzeugbau für externe Kunden und zu einem Fünftel für die Wörgartner Produktions GmbH.

Mit Kern Triton zehn bis zwanzig Mal schneller

Seit etwa einem Jahr freut sich Wörgartner über die Möglichkeiten, die ihm das komplexe Bearbeitungzentrum von Kern eröffnet. Auslöser für die Investition war ein Kundenauftrag gewesen. Dessen Präzisionsanforderungen liessen sich mit dem vorhandenen Maschinenpark kaum erfüllen. Damit war Wörgartners Ehrgeiz geweckt, sich das neue Geschäftsfeld zu erschliessen: 5-Achs-Hartfräsen von Stanzwerkzeugteilen mit Präzision im µ-Bereich. Das Potenzial war für den Werkzeugmacher sofort klar: «90 Prozent jener Teile, die wir früher durch Senkerodieren, Drahterodieren oder Schleifen in mehreren Schritten gefertigt haben, fräsen wir nun auf der Kern Triton in einem einzigen Prozess. Das geht zehn oder sogar zwanzig Mal schneller und bietet zudem deutlich höhere Präzision.» Um dies zu ermöglichen, geht Wörgartner mit seiner Kern-Maschine und den Hitachi-Werkzeugen an die Grenzen des Möglichen: «Wir fräsen auch die härtesten Stähle, derzeit also Legierungen mit bis zu 70 HRC. Teilweise bearbeiten wir sogar 3D-Konturen in Hartmetall mit einer Genauigkeit von +/–4 µm.» Diese Präzision wäre per Senkerodieren nur zu erreichen, wenn die eingesetzte Elektrode selbst mit deutlich höherer Genauigkeit als +/–4 µm gefräst wird.

Dass Wörgartner mit der Kern Triton ein neues Kapitel in der Firmengeschichte aufgeschlagen hat, wird schnell deutlich, wenn man die Anlage besichtigt. Die Anschaffung dieses Bearbeitungszentrums war für Wörgartner Anlass, einen separaten «Präzisionsraum» einzurichten. Die hohe Reinheit fällt sofort auf. Was man dagegen kaum bemerkt: Der Raum hat eine konstante Temperatur, die aktuell auf +/–0,3 Grad Celsius gehalten wird. Der Unternehmer erläutert: «Unser Präzisionsraum hat Messraumqualität. Das brauchen wir auch, weil die Kern-Maschine so genau arbeitet wie eine Messmaschine.» Auf die Temperaturstabilität ihrer Maschinen legen auch die Maschinenbauer aus dem benachbarten Oberbayern ihr besonderes Augenmerk. So wird bei der Triton neben allen wärmeeinbringenden Komponenten auch das Hydrauliköl der Hydrostatik auf +/–0,25 Grad Celsius temperiert, und damit wird eine exzellente thermische Stabilität der Maschine geschaffen, was zu extrem hoher Präzision und Wiederholgenauigkeit führt.

Ergänzendes zum Thema
 
Hitachi Tool Engineering Ltd. in Kürze
 
Die Werkzeugbau Wörgartner GmbH im Überblick

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43453196 / Fertigung & Produktion)