Hermle auf der AMB 2026 Hermle erweitert Automationsportfolio

Quelle: Pressemitteilung 7 min Lesedauer

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Mit zwei vollautomatisierten Anlagen und einem Bearbeitungszentrum in Mill-Turn-Ausführung präsentiert sich Hermle auf der AMB 2026 in Stuttgart. Zu den zentralen Neuheiten auf dem Messestand (Halle 7, Stand C 31) zählt das Robotersystem «RS 1», das nun in der überarbeiteten «GEN2»-Ausführung gezeigt wird.

Robotersystem «RS 1 GEN2» mit zwei adaptierten 5-Achs-Bearbeitungszentren «C 32».(Bild:  Hermle)
Robotersystem «RS 1 GEN2» mit zwei adaptierten 5-Achs-Bearbeitungszentren «C 32».
(Bild: Hermle)

Mit der Überführung des Robotersystems «RS 1» in die «GEN2»-Plattform baut die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG ihr Automationsportfolio aus. Nach dem «RS 2» ist damit nun auch das kompakte «RS 1» technologisch auf den neuesten Stand gebracht worden. Das System richtet sich insbesondere an Anwender mit variantenreicher Fertigung und steigenden Anforderungen an mannlose Laufzeiten, Flexibilität und Prozesssicherheit.

Hohe Flexibilität auf minimaler Fläche

Mit dem «RS 1 GEN2» präsentiert Hermle eine kompakte und hochmodulare Automationslösung für anspruchsvolle Fertigungsumgebungen. Besonders hervorzuheben sind:

  • hohe Flexibilität bei wechselnden Bauteilen
  • skalierbare Maschinenanbindung
  • intelligentes Lager- und Steuerungskonzept
  • kompakte Bauweise bei voller Funktionalität

Damit adressiert das System gezielt Unternehmen, die ihre Fertigung wirtschaftlich automatisieren und gleichzeitig flexibel auf wechselnde Anforderungen reagieren müssen.

Weitere Informationen

Kombizelle für Paletten- und Werkstückautomation

Das «RS 1 GEN2» ist als integrierte Automationszelle für das Handling von Paletten, Werkstückträgern und Einzelteilen ausgelegt. Im Fokus steht die flexible Nutzung in unterschiedlichen Fertigungsszenarien – von Einzelteilfertigung bis hin zu Klein- und Mittelserien. Kennzeichnend ist dabei die Kombination aus automatisiertem Palettenhandling, integriertem Teilehandling und hauptzeitparallelem Rüsten. Durch automatische Greifer- und Spannmittelwechsel sowie die Möglichkeit, verschiedene Bearbeitungsstrategien parallel umzusetzen, wird eine hohe Anlagenverfügbarkeit erreicht.

Skalierbare Systemarchitektur

Ein zentrales Merkmal des «RS 1 GEN2» ist die modulare und skalierbare Architektur. Das System kann mit einer oder zwei Maschinen betrieben werden und nachträglich von Einzel- auf Doppelmaschinenbetrieb erweitert werden. Darüber hinaus lässt es sich flexibel um zusätzliche Peripherie wie Regalmodule, Messmaschinen, Waschanlagen oder FTS-Systeme ergänzen. Die Anbindung ist an unterschiedliche Hermle-Bearbeitungszentren möglich, wodurch sich flexible Zellkonfigurationen realisieren lassen.

Kompakte Bauweise bei hoher Zugänglichkeit

Mit einer Grundfläche von ca. 12 m² (4,25 x 3,00 m) zählt das «RS 1 GEN2» laut Hersteller zu den kompaktesten Lösungen seiner Klasse. Trotz der geringen Stellfläche bleibt der Zugang zu den Maschinenarbeitsräumen vollständig erhalten – sowohl im Ein- als auch im Zweimaschinenbetrieb.

Die nahezu vollverglaste Umhausung verbessert die Prozesseinsicht und unterstützt gleichzeitig das Sicherheitskonzept bei manuellen Eingriffen.

Zentrales Handlingsystem mit hoher Traglast

Den Kern der Anlage bildet ein zentral angeordneter 6-Achs-Roboter mit einer maximalen Traglast von 60 kg. Durch die Positionierung auf der Systemplattform erreicht er alle relevanten Stationen: die bis zu zwei Maschinenarbeitsräume ebenso wie Regalmodule, Rüstplätze und Übergabestationen. Dies ermöglicht kurze Wege, hohe Dynamik und stabile Taktzeiten.

Intelligentes Regalsystem mit dynamischer Belegung

Das Regalsystem basiert auf einer softwaregestützten, adaptiven Ablagestrategie. Werkstücke und Paletten werden ohne feste Zuordnung («chaotisches Lager») automatisch und platzoptimiert einsortiert. Die Vorteile liegen in der maximalen Nutzung des verfügbaren Speicherraums, in reduziertem Rüstaufwand sowie dem Wegfall einer manuellen Regalkonfiguration. Die Anzahl der verfügbaren Regalmodule passt sich an die jeweilige Anlagenkonfiguration an.

Integrierte Messtechnik für prozesssichere Beladung

Das Rüstplatzsystem ist mit einer Laserüberwachung ausgestattet, die Werkstückhöhen und -breiten vor der Einlagerung prüft. Dadurch wird sichergestellt, dass nur validierte Bauteile in den automatisierten Materialfluss gelangen.

Gleichzeitig erkennt die Steuerung freie Platzkapazitäten und optimiert bei jedem aktiven Transport, ob es nicht einen besseren Ablageplatz gibt.

Greifer- und Spannsysteme

Für die Anpassung an unterschiedliche Bauteilgeometrien und Fertigungsstrategien steht ein umfangreiches Portfolio zur Verfügung. Dieses reicht von Elektrogreifern (ELRG) sowie Standard- und Hybridgreifern über Einzel- und Doppelgreifer bis hin zu NSR-Greifern für Paletten bis 60 kg. Auch automatische Spannbackenwechsel für Schraubstöcke sind möglich. Damit lassen sich sowohl Paletten- als auch Einzelteilprozesse innerhalb einer Zelle kombinieren – auch parallel auf getrennten Maschinen.

Adaptive Steuerungssoftware

Die Steuerung übernimmt die vollständige Koordination der Prozesse, einschliesslich Auftragsmanagement, Materialflusssteuerung, Zustandsüberwachung und dynamischer Priorisierung. Bei Störungen, beispielsweise durch Werkzeugbruch, wendet das System automatische Ausweichstrategien an und setzt alternative Bearbeitungsaufträge fort. Eine integrierte Vorschau unterstützt den Bediener bei der Planung über mehrere Tage hinweg.

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Mehr aus der «High-Performance»-Baureihe

Auf der AMB in Stuttgart wird das Robotersystem «RS 1 GEN2» am 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 32 GEN2» aus der «High-Performance»-Baureihe präsentiert – flankiert von zwei weiteren Exponaten aus derselben Baureihe:

Auf der AMB in Stuttgart wird am 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 12 GEN2» ein Schaukelpferd aus Aluminium bearbeitet.(Bild:  Hermle)
Auf der AMB in Stuttgart wird am 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 12 GEN2» ein Schaukelpferd aus Aluminium bearbeitet.
(Bild: Hermle)

  • Das 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 12 GEN2» mit «RS 05-2»: Das Robotersystem «RS 05-2» handhabt Werkstücke bis 10 kg bei gleichzeitig hoher und individueller Teilebevorratung in unterschiedlichen Speichermodulen.
  • Das 5-Achs-Bearbeitungszentrum «C 22 MT GEN2» in Mill-Turn-Ausführung. Erstmals ausgestattet mit der «Siemens Sinumerik One»-Steuerung, wird auf der «C 22 MT» ein Technologiebauteil aus der Luft- und Raumfahrtbranche bearbeitet, in welches unterschiedlichste Zerspanungstechnologien integriert wurden.

Am Sonderstand «Technologieentwicklung» werden zudem Hard- und Softwarekomponenten, Digitalisierungsprojekte, Fräs-/Bearbeitungszyklen sowie das Schulungsangebot von Hermle vorgestellt.

Hermle im 1. Halbjahr 2026 dynamischer als erwartet
  • Auftragseingang steigt um 16 Prozent auf 274 Mio. Euro
  • Konzernumsatz nimmt um 8 Prozent auf 239 Mio. Euro zu
  • Betriebsergebnis erhöht sich von 15,3 Mio. Euro auf 25,6 Mio. Euro
  • Im Gesamtjahr scheint oberes Ende der Prognosespanne erreichbar

Die Geschäfte der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG entwickelten sich in den ersten sechs Monaten 2026 etwas besser als erwartet. Der schwäbische Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialist verzeichnete nicht nur eine anhaltend hohe Nachfrage aus Zukunftsbranchen wie der Chipindustrie oder der Luft- und Raumfahrt sowie aus dem Verteidigungsbereich, sondern auch eine gewisse Sockelbildung auf breiter Basis. Ausserdem profitierte das Unternehmen von grösseren Einzelprojekten und Bestellungen aus dem Start-up-Bereich.

Konzernweit erhöhte sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 16,1 Prozent auf 273,9 Mio. Euro (Vj. 235,9 Mio. Euro). Die neuen Inlandsbestellungen nahmen um 11,3 Prozent auf 76,1 Mio. Euro zu (Vj. 68,4 Mio. Euro), der ausländische Auftragseingang stieg um 18,1 Prozent auf 197,8 Mio. Euro (Vj. 167,5 Mio. Euro). Am 30. Juni 2026 lag der Auftragsbestand im Konzern bei 125,3 Mio. Euro gegenüber 113,1 Mio. Euro am Vorjahresstichtag und 90,6 Mio. Euro per Ende 2025.

Gestützt auf den hohen Bestelleingang vergrösserte sich der Konzernumsatz von Anfang Januar bis Ende Juni 2026 um 7,9 Prozent auf 239,2 Mio. Euro (Vj. 221,6 Mio. Euro). Im Inland legte das Geschäftsvolumen um 11,1 Prozent auf 65,8 Mio. Euro zu (Vj. 59,2 Mio. Euro) und im Ausland um 6,8 Prozent auf 173,4 Mio. Euro (Vj. 162,4 Mio. Euro). In den USA ergab sich u. a. durch weitergegebene Zölle nominal erneut ein überdurchschnittlicher Anstieg. Konzernweit errechnet sich eine Exportquote von 72,5 Prozent (Vj. 73,3 Prozent).

Durch die gute Nachfrage und die rasche Bearbeitung der Bestellungen waren die Kapazitäten im ersten Halbjahr 2026 deutlich besser ausgelastet als im Vergleichszeitraum 2025. Weitere ergebnissteigernde Impulse resultierten aus dem Abschluss besonders ertragreicher Einzelprojekte, Verschiebungen im Produktmix, günstigen Wechselkurseinflüssen sowie einem Sondereffekt durch die Auflösung von Risikovorsorge im Zusammenhang mit Kundenaufträgen aus dem Start-up-Bereich. Diese Faktoren kompensierten die zunehmenden Belastungen aus steigenden Personalkosten und bürokratischem Aufwand. In Summe erhöhte sich das Betriebsergebnis (EBIT) des Konzerns in den ersten sechs Monaten 2026 auf 25,6 Mio. Euro (Vj. 15,3 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern legte von 16,7 Mio. Euro auf 26,2 Mio. Euro zu, woraus sich eine verbesserte Bruttoumsatzmarge von 11,0 Prozent errechnet (Vj. 7,5 Prozent). Der Periodenüberschuss stieg von 11,8 Mio. Euro auf 18,8 Mio. Euro.

Nach dem etwas über den Erwartungen liegenden Verlauf in den ersten sechs Monaten werde sich die Wachstumsdynamik bei Hermle in der zweiten Jahreshälfte 2026 voraussichtlich abschwächen. Ursächlich dafür sei zum einen ein Basiseffekt, da die Entwicklung im zweiten Halbjahr 2025 bereits sehr gut war. Zum anderen wurde die Dynamik in der Berichtsperiode von der starken Nachfrage aus neuen Industrien und von Kunden mit Start-up-Charakter geprägt, sodass nicht automatisch von einer Fortsetzung der erfreulichen Bestelltätigkeit ausgegangen werden könne. Zudem sehe sich Hermle wie die gesamte deutsche Industrie weiterhin grossen konjunkturellen und geopolitischen Unwägbarkeiten gegenüber. Beim Ergebnis sei ausserdem zu berücksichtigen, dass die positiven Sondereffekte aus dem ersten Halbjahr entfallen und wegen der handelspolitischen Spannungen unverändert mit steigendem Materialaufwand und Währungsrisiken zu rechnen ist.

Dennoch ist das Unternehmen zuversichtlich, im Gesamtjahr 2026 das obere Ende der zu Jahresanfang veröffentlichten Prognosespanne zu erreichen, also ein Umsatzplus von rund 10 Prozent und ein Konzernergebnis etwa auf Vorjahresniveau. Das Negativszenario der Prognose erscheine inzwischen zunehmend unwahrscheinlich, sei wegen der nach wie vor zahlreichen potenziellen Belastungen u. a. im Beschaffungsbereich aber nicht auszuschliessen.

Die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns ist unverändert. Zum 30. Juni 2026 wies das Unternehmen eine Eigenkapitalquote von 71,7 Prozent (31.12.2025: 72,5 Prozent) und liquide Mittel von 124,7 Mio. Euro (31.12.2025: 81,3 Mio. Euro) aus. Der operative Cashflow erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2026 um 37,4 Prozent auf 27,2 Mio. Euro (Vj. 19,8 Mio. Euro). Damit konnten die deutlich auf 16,2 Mio. Euro (Vj. 9,2 Mio. Euro) gestiegenen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte wie bei Hermle üblich aus eigener Kraft finanziert werden. Das Unternehmen setzte das Ausbau- und Modernisierungsprogramm für seine Standorte im Berichtszeitraum fort. Den Schwerpunkt bildete der Bau eines neuen Technologie- und Schulungszentrums am Firmensitz in Gosheim, das voraussichtlich im ersten Quartal 2027 bezogen wird.

Hermle beschäftigte am 30. Juni 2026 konzernweit 1636 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (30.6.2025: 1607; 31.12.2025: 1639). Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahresstichtag ergab sich hauptsächlich aus der Übernahme von Auszubildenden und dual Studierenden mit erfolgreichem Abschluss sowie der Neubesetzung der frei gewordenen Plätze. Dadurch erhöhte sich die Zahl der in Ausbildung oder Studium befindlichen Nachwuchskräfte bei Hermle von 111 auf 127 junge Menschen. Zudem gab es punktuelle Neueinstellungen in den Bereichen Automation, Entwicklung, IT, Auslandsservice sowie – zur Bewältigung des zunehmenden bürokratischen Aufwands – in der Verwaltung.

Im Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Hermle stand im Berichtszeitraum die Vertiefung und Verbreiterung der Komplettbearbeitungs- und Automationskompetenz. Auf der wichtigen Branchenfachmesse AMB in Stuttgart präsentiert das Unternehmen im September 2026 zwei Produktneuheiten in diesen Bereichen: das hochintegrierte Komplettbearbeitungszentrum «C 22 MT» und das Robotersystem «RS 1 GEN2». Mit derartigen Innovationen schaffe Hermle Potenziale für konjunkturunabhängiges organisches Wachstum. Darüber hinaus sei mittelfristig unverändert von einem intakten Bedarf an hocheffizienten, -präzisen und -dynamischen Bearbeitungszentren und Automationslösungen auszugehen. Diesen will das Unternehmen auch in Zukunft durch konsequent hohe Anwenderorientierung und die Erschliessung zusätzlicher wachstumsstarker Branchen und Regionen für sich nutzen.

(neu)

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